DM-Endspiel am 17. Juni  Hickhack um Finalort für Aurichs Fußball-Heldinnen

| | 05.06.2023 15:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Mittelkreis herrschte während des Elfmeterschießens große Anspannung bei den Auricherinnen. Emma Schurwonn (Dritte von rechts) jubelt trotzdem über einen geglückten Auricher Versuch.Foto: Doden
Am Mittelkreis herrschte während des Elfmeterschießens große Anspannung bei den Auricherinnen. Emma Schurwonn (Dritte von rechts) jubelt trotzdem über einen geglückten Auricher Versuch.Foto: Doden
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Das Los hatte Bayer Leverkusen das Heimrecht für den 17. Juni beschert. Der Klub konnte für das Endspiel aber keine geeignete Spielstätte bieten.

Aurich - Am Tag nach dem Halbfinaltriumph über Eintracht Frankfurt durften die Fußball-B-Juniorinnen der SpVg Aurich sogar ein wenig vom Heimspiel im Finale um die Deutsche Meisterschaft träumen. „Am Sonntag kam ein Anruf vom DFB und die Anfrage, ob das Endspiel in Aurich stattfinden könne“, erzählt Erfolgstrainer Stefan Wilts. Eigentlich hatte das Los dem Team von Bayer Leverkusen das Heimrecht beschert, doch der Renommierclub war zunächst nicht in der Lage, eine geeignete Spielstätte für den 17. Juni zu bieten. Eine letzte Frist des DFB aber nutzte Leverkusen. Der Klub zieht für das Endspiel ins benachbarte Bergisch Gladbach um. In der dortigen BELKAW-Arena wird das Endspiel am 17. Juni um 13 Uhr angepfiffen.

Stefan Wilts konnte das Hickhack nicht so ganz verstehen. „Für einen so großen Verein ist es schon ein bisschen peinlich, keine Spielstätte zu haben.“ Normalerweise tragen die Bayer-Mädchen ihre Partien am Trainingszentrum aus. Doch dieses Gelände stufte der DFB als nicht finalwürdig ein. Und weil die große Bay-Arena an jenem Tag nicht zur Verfügung steht, tat sich plötzlich ein Problem auf. Die Auricher hätten es gerne gelöst. Dort hatte es am Samstag beim 7:6-Sieg der Ostfriesinnen nach Elfmeterschießen mit 3280 Zuschauern einen neuen deutschen Zuschauerrekord für B-Mädchen gegeben. Im Finale wären vermutlich gar mehr als 4000 Menschen ins Auricher Ellernfeld-Stadion geströmt.

Hotel in Wuppertal für beide Teams

In Bergisch Gladbach ist fraglich, ob überhaupt die 1000er-Marke geknackt werden wird. Für die Auricher Mädchen wird es trotzdem ein unvergessliches Erlebnis werden. Der DFB hat für beide Mannschaften ein Hotel in Wuppertal gebucht. Da müssen auch die Gastgeberinnen die Nacht vor dem Endspiel verbringen. Und dort wird am Abend nach dem Finale auch ein offizielles Bankett stattfinden. Wenn die Partie in Aurich ausgetragen worden wäre, hätten beide Klubs zuvor sogar außerhalb Ostfrieslands nächtigen müssen. „Für den Fall war ein Hotel in Papenburg vorgesehen“, erzählt Stefan Wilts.

Er hofft natürlich ein wenig, dass nach dem Märchen vom Ellernfeld nun die Sensation von Bergisch Gladbach folgt – wohl wissend, dass der mit Nationalspielerinnen gespickte Kontrahent als klarer Favorit ins Endspiel geht. Aber vielleicht wachsen die Auricher ja über sich hinaus. Und vielleicht wird Torfrau Paula Blum ja erneut zur Heldin – so, wie am Samstag beim Elfmeterduell.

Bammel vor Elfmeterduell

Stefan Wilts verriet nun, wie die Auswahl der Elfmeterschützinnen zustande kam. „Wir hatten es übrigens nicht extra trainiert“, stellt er klar. Als er dann nach den 80 Minuten nach Freiwilligen für das Elfmeterduell fragte, meldeten sich nur drei Spielerinnen: Ana-Carolin Hoffmann, Leonie Fiedler und Emma Schurwonn. „Wir wollten niemanden vor einer so großen Kulisse dazu drängen.“ Letztlich erklärten sich noch Hanna Ernst und Sophia Schalke bereit, anzutreten.

Als nach diesen fünf Schützinen keine Entscheidung gefallen war, ging Lara Jungnickel zum Punkt. Nach dem 6:6 herrschte aber plötzlich Ratlosigkeit im Mittelkreis, wo sich die Auricher Mädchen eingefunden hatten. Niemand traute sich zum Elfmeterpunkt. Die Spielerinnen sprachen miteinander, gestikulierten und winkten immer wieder ab, ehe sich nach ewiger Wartezeit die Kapitänin auf den Weg machte. Marie Okoroh verwandelte zum 7:6.

Als dann Paula Blum den nächsten Elfmeter abwehrte, wurde das Ellernfeld zur Partyzone und zum Ort des größten ostfriesischen Fußball-Triumphs der Geschichte. Das Märchen ist aber noch nicht vorüber. Bergisch Gladbach ist nun der Ort für das Schlusskapitel.

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