Nächster Coup des BSV Früherer Emder Drittliga-Star wird Co-Trainer bei Kickers
Markus Unger war zuletzt Chef-Trainer des Regionalligisten VfV Hildesheim. Der neue Mann hatte 2008 im Kickers-Dress eine besondere Begegnung mit dem späteren Bundesligastar Max Kruse.
Emden - Zwei Tage nach Saisonende in der Fußball-Regionalliga verblüfft Absteiger BSV Kickers Emden die Fans und Experten mit einem besonderen Trainer-Coup. Neuer Assistent von Trainer Stefan Emmerling ist nämlich ein alter Bekannter im Ostfriesland-Stadion. Der 41-jährige Markus Unger gehörte zu Emder Drittligazeiten unter Emmerling zu den Stars des BSV. In der zurückliegenden Saison arbeitete der A-Lizenz-Inhaber als Regionalliga-Cheftrainer beim Emder Mitabsteiger VfV Hildesheim. Kickers verfügt nun über so viele lizenzierte Regionalliga-Trainer wie vermutlich bundesweit kein anderer Oberligist. Denn neben Emmerling und Unger hat schließlich auch der neue Fußballboss Henning Rießelmann zuletzt als Chef in der Regionalliga (bei BW Lohne) auf der Bank gesessen.
„Markus ist unsere absolute Wunschlösung“, schwärmt Rießelmann. „Wir wollten nochmal einen weiteren Impuls in unser Trainerteam bringen.“ Unger freut sich selber ungemein auf seine Rückkehr nach Ostfriesland. „Das Projekt Kickers Emden ist hochinteressant und ein Trainerjob in der zweiten Reihe kein Problem für mich“, sagt er und denkt gerne an alte Zeiten zurück. „Wenn das Stadion mit 3000 bis 5000 Leuten gefüllt war, herrschte immer eine geile Atmosphäre.“ Die würde er gerne noch einmal in Emden erleben. „Wo man einmal war, kann man irgendwann auch mal wieder hinkommen.“
Kruses Beinbruch nicht Unger-Schuld
Der einstige Mittelfeldspieler kickte in den Serien 05/06 und 08/09 für die Emder und erlangte 2008 unfreiwillige Popularität. Da spielte ein gewisser Max Kruse für die U23 von Werder Bremen und brach sich beim Zweikampf mit Unger das Schienbein. Auch wenn den Emder keine Schuld an der Verletzung traf, besuchte er Kruse hinterher im Krankenhaus. So nett der spätere Bundesligastar diese Geste damals auch fand, eine Freundschaft zu Unger entstand dadurch nicht. „Ich habe ihn später mal zufällig im Zug getroffen“, erzählt Markus Unger. Doch Kruse zeigte wenig Interesse an einem längeren Gespräch.
Nach seiner Emder Zeit spielte der in Fulda aufgewachsene Unger noch für Hessen Kassel und Eintracht Braunschweig. Danach wechselte er ins Traineramt - zunächst beim Nachwuchs bei Eintracht Braunschweig, später als Co-Trainer der U23 des VfL Wolfsburg und schließlich als Chefcoach in Hildesheim.
Wohnungssuche in Emden
Bei Kickers übernimmt er auch die Leitung des Jugendbereichs (A-, B- und C-Junioren). Rießelmann freut sich über diese Verpflichtung ungemein. „Wir haben überragende Gespräche geführt.“ Markus Unger bestätigt das genauso begeistert. Und zu Emmerling hatte er schon immer einen guten Draht. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Stefan.“
Am Mittwoch wird der neue Co-Trainer mit seiner Lebensgefährtin erstmals wieder nach Emden reisen und sich dort auch nach einer Wohnung umsehen. „Wir werden nach Ostfriesland ziehen“, sagt er. „Da habe ich mich immer wohl gefühlt. Ostfriesen sind angenehme Menschen.“