So ist der Zeitplan Kickers Emden will schuldenfrei in die Ausgliederung
Kickers Emden wird nach einer sportlich desaströsen Saison wieder in die Fußball-Oberliga absteigen. Kickers-Boss Dr. Jörg Winter blickt aber sehr positiv in die Zukunft und erklärt seinen Zeitplan.
Emden - Sportlich und auch finanziell wird die Saison für den Fußball-Regionalligisten Kickers Emden katastrophal enden, aber von Untergangsstimmung ist beim künftigen Oberligisten nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Es herrscht eine regelrechte Aufbruchstimmung. „Der Einstieg von Henning Rießelmann mit seinem Team ist eine Mega-Chance für den Verein. Was wir jetzt angehen und hoffen auch umsetzen zu können, ist die größte und wichtigste Strukturveränderung der vergangenen 15 Jahre, ein Durchbruch“, klingt Kickers-Vorsitzender Dr. Jörg Winter regelrecht euphorisch.
Während der neue Macher Henning Rießelmann mit Trainer Stefan Emmerling und seinem Team eifrig am neuen Kader für die kommende Spielzeit bastelt und fast täglich einen hochkarätigen Neuzugang verkündet, wartet auf den Vorstand im Hintergrund noch jede Menge Arbeit. Denn Voraussetzung für den Einstieg von Rießelmann war, dass Kickers den Spielbetrieb der ersten Herrenmannschaft in eine GmbH ausgliedert, Rießelmann soll an der neuen Firma Anteile bekommen. Der Stammverein Kickers wird mindestens 51 Prozent der Anteile behalten.
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Ausgliederung schon länger ein Thema
„Das Thema ist für uns überhaupt nicht neu, wir haben uns damit im Vorstand schon länger beschäftigt. Aber jetzt geht es an die konkrete Umsetzung“, erklärte Dr. Winter. Beraten werden die Emder von Dr. Jan-Henric Punte von der Hamburger Wirtschaftskanzlei Görg, dazu arbeiten BSV-Vorstandsmitglied und Anwalt Bernd Potthast sowie weitere Emder Anwälte an den Feinheiten der Ausgliederung.
Geplant ist nun, dass die Mitglieder (aktuell rund 400) zunächst auf einer Infoveranstaltung vom Vorstand über die neuen Pläne informiert werden. Diese ist für Ende Mai geplant. „Wir wollen möglichst alle Mitglieder von der neuen Struktur überzeugen“, so Winter. Nach dieser Veranstaltung wird es dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben. In dieser hofft der Vorstand, dann die Zustimmung und ein Mandat für die Ausgliederung zu bekommen. Der Plan ist, dass all diese Schritte vor Beginn der neuen Oberliga-Saison über die Bühne gehen.
Zu einem Stichtag keine Verbindlichkeiten
„Natürlich gibt es hier und da auch jetzt schon von den Mitgliedern berechtigte Rückfragen, die wollen wir möglichst alle auf der Veranstaltung beantworten können“, erklärte Winter. Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch, die laufende Spielzeit finanziell zu verdauen. Die katastrophale Saison wird mit einem Minus im höheren fünfstelligen Bereich enden. „Zu einem Stichtag wollen wir die Verbindlichkeiten auf Null setzen. Mit Gönnern, Wirtschaftsbeirat und auch Mitgliedern aus dem Vorstand sind wir dabei, das hinzubekommen“, so Winter.
Über die Zusammenarbeit mit Rießelmann spricht der Vorsitzende in den höchsten Tönen. „Viele haben gewusst, dass er in Lohne Großartiges aufgebaut hat. Aber was für eine Manpower und vor allem auch Qualität dahintersteckt, war uns nicht bewusst. Er bringt ja ein ganzes Team in unser Projekt ein.“ Dass der Verein bei einem Scheitern der nun vollzogenen Zusammenarbeit mit Rießelmann in der Versenkung verschwunden wäre, will Winter nicht bestätigen. „Wir hatten auch einen Plan B in der Schublade. Aber jetzt sprechen wir über ganz andere Möglichkeiten.“
Neue Sponsoren gewinnen
Das haben schon die Neuverpflichtungen der letzten Tage verdeutlicht. Für viele Beobachter überraschend, konnte Kickers Spieler nach Emden locken oder wie mit Torjäger Tido Steffens verlängern, was vor Wochen noch undenkbar erschien. „Natürlich werden wir auch unseren Sponsoren das neue Konzept vorstellen. Zudem hoffen wir natürlich, auch durch die neue Konstellation neue gewinnen zu können“, meinte Winter. „Für uns endet die Spielzeit mit dem Abstieg. So paradox es klingen mag: Für mich wird es durch die neue Konstellation die beste Saison seit Jahren. Denn wir stehen erst am Anfang.“