Rießelmann-Effekt Erste Zusage für Kickers – ein Ossilooper sagt Ja zum BSV
Der neue Macher des BSV Kickers Emden hat Wirkung erzielt. Ohne Rießelmann hätte der langjährige Stammspieler den Verein wohl verlassen.
Emden - Vor ein paar Tagen erhielt Fußballer Heiko Visser vom Regionalligisten BSV Kickers Emden einen Anruf aus den Bergen. Am Apparat war der neue Kickers-Macher Henning Rießelmann. Der Geschäftsführer der Agentur „Onside Sports“ weilte beruflich in Österreich und nutzte die freien Stunden im Alpenland, um am künftigen Oberligakader zu basteln. Sein Anruf bei Heiko Visser war von Erfolg gekrönt. „Er hat mich überzeugt“, sagt der Mittelfeldmann. „Ich werde bei Kickers verlängern.“ Am Tag vor dem Regionalliga-Duell gegen den FC St. Pauli (Samstag, 14 Uhr) war der 30-Jährige somit der erste Emder Akteur, der seine Zusage für die neue Saison öffentlich bestätigte.
„Durch Rießelmann sieht in Emden alles anders aus“, sagt Visser und räumte Abschiedsgedanken und Gespräche mit anderen Klubs ein. „Aber nun freue ich mich auf die nächste Saison in Emden.“ Die aktuelle Serie bezeichnet er hingegen als „katastrophal“. „Wir wollen die Saison jetzt einfach bestmöglich zu Ende bringen.“ Heiko Visser will dafür alles geben.
Platz 28 beim Ossiloop
Dabei hegt er sportlich gerade auch andere Ambitionen. Der Mann, der seit Jahren bei Kickers die rechte Außenbahn hoch und runter läuft, beweist aktuell seine Super-Fitness auf einem anderen Terrain. Er überraschte am Dienstag mit einer überragenden Leistung beim Auftakt des Ossiloops. Er mischte selbst die Gruppe der ambitionierten Läufer gehörig auf und beendete das Teilstück von Bensersiel nach Dunum in der erweiterten Spitzengruppe. Am Ende rangierte er auf Platz 28 von fast 1300 Athleten – ohne gezieltes Training. „Ich habe mich nicht speziell auf den Ossiloop vorbereitet.“ Visser verfügt eben über eine gute Grundkondition und findet durchaus Gefallen am Ausdauertraining. „Wenn wir in Emden eine längere Laufeinheit absolvieren, bin ich gar nicht traurig drum.“
Schon vor der Corona-Zeit hatte der Krummhörner, der mittlerweile in Veenhusen lebt, mal eine Ossiloop-Etappe zurückgelegt. „Es hat Spaß gemacht.“ Als ihn nun Arbeitskollegen fragten, ob er mitlaufen möchte, musste Visser nicht lange überlegen. Der 30-Jährige macht übrigens am Klinikum in Leer eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. „Ich hatte vorher einen Bürojob und wollte nun doch lieber etwas machen, bei dem ich aktiver bin.“ Mit zehn Physiotherapie-Schülern und ein paar anderen Mitarbeitern des Klinikums war er am Dienstag unterwegs. Heiko Visser lief allen Kollegen auf und davon.
Fußball hat Priorität
Mit einer Spitzenplatzierung hatte er gar nicht gerechnet und sich bescheiden in die zweite Startgruppe eingeordnet. Dort machte er mächtig Tempo und wählte ständig die Überholspur. Auch bei der zweiten Etappe am Freitag wollte er nicht in die erste Gruppe aufrücken. Am Tag vor dem Spiel gegen St. Pauli wollte der Kickers-Ossilooper ein gemächliches Tempo wählen. „Fußball hat für mich nach wie vor Priorität“ – erst recht, nachdem Henning Rießelmann bei Kickers angeheuert hat.
Er hofft auch auf einen kleinen Rießelmann-Effekt in den restlichen Regionalliga-Partien des Tabellenletzten. „Der ein oder andere will sich sicher noch beweisen.“ Natürlich möchte auch Visser, der einst beim SV Jennelt/Uttum mit dem Fußball begann, dem neuen Boss zeigen, was er kann. Nebenbei will er weitere Ossiloop-Etappen zurücklegen. Der Terminplan der Fußballer verhindert aber, dass sich Heiko Visser ein Dörloper-Trikot beim Ossiloop ergattert. Denn am kommenden Freitag spielt Kickers Emden bei BW Lohne und am Tage des Ossiloop-Finales zu Hause gegen Atlas Delmenhorst.
Noch steht eben Fußball an erster Stelle. Die Ossiloop-Karriere muss bei Heiko Visser eben noch ein bisschen warten.