Ex-Kickers-Spieler macht Karriere Samuel Adeniran mit Roman Bürki bei US-Milliardenclub
Samuel Adeniran startet richtig durch. Von der Fußball-Oberliga mit Kickers in die höchste amerikanische Profi-Liga zu St. Louis City. Dabei traf er auch auf viele Ex-Bundesliga-Stars.
Emden - Der Karrieresprung ist ohne Frage ein amerikanischer Traum. Im November 2019 stürmte der US-Amerikaner Samuel Adeniran noch für Kickers Emden in der Fußball-Oberliga, jetzt ist er Fußball-Profi beim interessantesten Projekt im amerikanischen Fußball. Der Klub St. Louis City wurde vor dieser Saison als 29. Verein in die höchste Liga der USA aufgenommen und ist in der Western Conference nach neun Spieltagen gleich Tabellenführer. Allerdings gab es Anfang der Woche für Adeniran eine Veränderung. Denn er wurde von St. Louis an San Antonio (2. Liga) verliehen, mit einer Rückholklausel für diese Saison. „Sam wird mehr Spielzeit bekommen und kann sich in San Antonio weiterentwickeln“, erklärte Lutz Pfannenstiel, der als Sportdirektor für St. Louis tätig ist, in einer Pressemitteilung.
Allein die Zahlen bei St. Louis sind gigantisch: Eine Milliarde US-Dollar investierte das Autovermietungsunternehmen Enterprise (2022 Umsatz 30 Milliarden), das seinen Sitz in St. Louis hat, in den neuen Verein. In den USA ist es üblich, dass sich neue Vereine in die Ligen einkaufen. So zahlte der neue Eigentümer alleine 200 Millionen US Dollar, um der Liga beitreten zu dürfen. Ein komplett neues Fußball-Stadion (22.500 Fassungsvermögen) samt Trainingskomplex wurde errichtet. Kostenpunkt: 450 Millionen US Dollar.
2019 mit Bruder Ayo in Ostfriesland
Und mittendrin war Samuel Adeniran. Sein Bruder Ayo spielte bis zum Winter noch für die Emder in der Regionalliga, ging dann nach Amerika zurück. Mit ihm wagte Samuel im Jahre 2019 auch das Ostfriesland-Abenteuer. Wenig später begann im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie. Stürmer Samuel Adeniran, der unter Trainer Stefan Emmerling keineswegs gesetzt war, absolvierte für die Emder insgesamt 13 Partien und kam dabei auf sechs Treffer. Im Sommer 2020 versuchte er sich dann bei Regionalliga-Aufsteiger Atlas Delmenhorst, aber auch diese Spielzeit 2020/2021 war ja noch extrem von der Pandemie geprägt und wurde dann letztlich doch abgebrochen.
Also ging Adeniran zurück in die USA; versuchte dort sein Glück und startete so richtig durch. Zunächst spielte er noch unterklassig, unter anderem auch für Seattle in der Zweiten Liga. Nach den überzeugenden Leistungen wurde er auf die sportlich Verantwortlichen in St. Louis aufmerksam. Und dort hatte er wieder näheren Draht zu seiner ehemaligen Wahlheimat Deutschland.
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Sportdirektor ist Lutz Pfannenstiel
Sportdirektor in St. Louis ist der deutsche Globetrotter und ehemalige Torhüter Lutz Pfannenstiel (bis 2020 noch Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf), Berater ist Bernhard Peters (früher Hockey-Bundestrainer und im Fußball bei Hoffenheim und dem HSV aktiv). Adenirans Trainer war Bradley Carnell (früher u.a. VfB Stuttgart und Bor. Mönchengladbach), der hierzulande ebenfalls kein Unbekannter ist.
Und einige seiner Mitspieler gehörten bei ihren Bundesligamannschaften zu absoluten Leistungsträgern. Im Tor bei St. Louis steht mit Roman Bürki der langjährige Stammkeeper von Borussia Dortmund, mit Eduard Löwen (früher u.a. Hertha und Bochum), João Klauss (früher Hoffenheim) und Joakim Nilsson (Bielefeld) sind ebenfalls ehemalige Bundesligaspieler im Kader.
Die Heimspiele von St. Louis waren alle ausverkauft (22.500), Adeniran wurde im bisherigen Verlauf viermal für St. Louis eingewechselt, insgesamt kam er auf 87 Minuten Einsatzzeit. Beim Doppel-Interview mit unserer Zeitung im Jahr 2019 mit seinem Bruder Ayo in der rustikalen Geschäftsstelle beim damaligen Oberligisten Kickers Emden träumte Samuel Adeniran schon von einer großen Karriere. Er bekam glänzende Augen, wenn es um seinen ganz großen Traum ging: Das angestrebte Ziel war der Profifußball. Den hat er sich bereits erfüllen können. Vielleicht geht ja sogar noch mehr. Zur Weltmeisterschaft 2026 in den USA befindet sich der 24-Jährige schließlich noch im besten Fußballeralter.