Volkslauf hat begonnen  Ossiloop-Party 2023 startet mit eisigem Wind in Bensersiel

Sören Siemens Rieke Heinig
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Von Sören Siemens und Rieke Heinig
| 25.04.2023 22:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf dem Deich von Bensersiel nach Esens bot sich den Teilnehmern eine schöne Kulisse. Foto: Ortgies
Auf dem Deich von Bensersiel nach Esens bot sich den Teilnehmern eine schöne Kulisse. Foto: Ortgies
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So kalt war es vielleicht noch nie zum Auftakt des Sechs-Etappen-Laufes. Auf den vorderen Plätzen landeten viele bekannte Gesichter. Ein neues im Hintergrund war im Vorfeld sehr aufgeregt.

Bensersiel/Dunum - So viele Mützen hat man vermutlich noch nie bei einem Ossiloop-Start gesehen. Eisiger Wind im Hafen von Bensersiel ließ die angezeigten sechs Grad Celsius viel kälter anfühlen. „Hätte ich doch eine lange Unterhose angezogen“, sagte ein Teilnehmer im Gespräch mit einem Kumpel. Doch der Anlass für das Frieren vor dem Start sorgte für ein erwärmendes Gefühl bei den rund 1340 Läuferinnen und Läufern. Denn sie ist wieder gestartet, die dreiwöchige Ossiloop-Party.

Andreas Kuhlen war bester Laune. Foto: Ortgies
Andreas Kuhlen war bester Laune. Foto: Ortgies

Sportlich dürfte es bei den Männern wieder zu Andreas-Kuhlen-Festspielen werden. Der Dauersieger aus der Nähe von Cloppenburg hatte sich erst kurzfristig angemeldet, auf den ersten 11,2 Kilometern von Bensersiel nach Dunum dann nicht taktiert.

Auch diese vier Frauen ließen sich durch das miese Aprilwetter die gute Laune nicht vermiesen. Sie hatten sich mit ihren Outfits auf alles vorbereitet. Etwas Regen kam erst Richtung Ziel. Foto: Ortgies
Auch diese vier Frauen ließen sich durch das miese Aprilwetter die gute Laune nicht vermiesen. Sie hatten sich mit ihren Outfits auf alles vorbereitet. Etwas Regen kam erst Richtung Ziel. Foto: Ortgies

Er lief nach 36:51 Minuten als Erster über die Ziellinie – da hatten die Dunumer Landfrauen schon einige Liter Tee im Zielbereich gekocht. Auf den Mann, der für den Braunschweiger Laufklub startet, folgten mit Matthias Heinken (37:37) und Ingo Janssen (38:02) zwei bekannte Ostfriesen. Dahinter landete mit Tammo Oldigs in starken 38:19 Minuten ein Fußballer von Concordia Ihrhove, der mit seinem Team bald den Ostfrieslandliga-Aufstieg feiern wird.

25-Jähriger vertrat Wirtjes

Auch bei den Frauen tauchten bekannte Gesichter auf den Podiumsplätzen auf. Sowohl Tagessiegerin Verena Coordes (TuS Weene/ 42:18 Minuten) als auch die Zweitplatzierte Inga Weerts (obw/ 45:34) gewannen den Ossiloop bereits in der Vergangenheit.

Mit fast 1340 Startern war das Teilnehmerfeld wieder größer als im vergangenen Jahr. Foto: Ortgies
Mit fast 1340 Startern war das Teilnehmerfeld wieder größer als im vergangenen Jahr. Foto: Ortgies

Einer fehlte jedoch beim Auftakt des traditionellen Volkslaufs: Hauptorganisator Edzard Wirtjes, der das Sportgeschäft „Spaß mit Sport“ in Leer führt. „Aus gesundheitlichen Gründen fällt er mindestens die ersten beiden Etappen aus“, sagte Jasper Poppens. Der 25-Jährige vertritt Wirtjes in dieser Zeit.

Bereits einmal eingesprungen

Dass die Wahl auf den Leeraner gefallen ist, kommt wohl nicht von ungefähr. Poppens ist nicht nur in Wirtjes Sportgeschäft angestellt, sondern unterstützt diesen schon lange bei der Organisation des Ossiloops. Aber nicht nur das: „Als Edzard im vergangenen Jahr Corona hatte, bin ich auch schon eingesprungen“, berichtete Poppens. Erfahrung hat er also schon. Die Verantwortung für eine Großveranstaltung wie diese zu haben, nimmt der 25-Jährige trotzdem nicht auf die leichte Schulter.

Immerhin keinen Gegenwind hatten die Läuferinnen und Läufer auf dem Weg Richtung Dunum. Foto: Ortgies
Immerhin keinen Gegenwind hatten die Läuferinnen und Läufer auf dem Weg Richtung Dunum. Foto: Ortgies

„Ich bin angespannt und nervös“, sagte Poppens vor dem Startschuss. „Man muss an sehr viel denken“, so der Leeraner. Teilnehmer müssten in Gruppen eingeteilt, Shuttle-Busse für die Autofahrer organisiert werden. „Ich bin froh, dass ich kurz vor dem Auftakt einen Tag frei hatte. Aber das wird schon, ich bin guter Dinge“, sagte er lachend. Nach der Etappe zog er dann auch ein positives Fazit: „Es hat alles gut geklappt.“

Heidergott in neuer Rolle

Denn bei allem Stress, den die Organisation mit sich bringen kann, mache sie auch Spaß. Ganz alleine muss der 25-Jährige die Aufgaben von Wirtjes in diesem Jahr ohnehin nicht übernehmen. „Das altbekannte Velomobil zum Beispiel, mit dem die Strecke vorher abgefahren wird, besetzt Enno Heidergott.

Jasper Poppens vertrat Edzard Wirtjes. Foto: Heinig
Jasper Poppens vertrat Edzard Wirtjes. Foto: Heinig

Er ist als Rennradfahrer geübt, da habe ich keine Bedenken“, berichtete Poppens im Vorfeld. Heidergott hatte früher selbst beim Ossiloop mitgemacht – und lief sogar schon als Sieger ins Ziel ein. „Letztmals bin ich 2015 selbst mitgelaufen“, sagte der erfolgreiche Ausdauersportler. Die erste Etappe bestritt auch Heidergott mit einer Wintermütze auf dem Kopf. „So kalt war es glaube ich noch nie zum Start.“ Richtung Ziel kamen auch noch ein paar Regen- und Hageltropfen vom Himmel.

Florian Cramer (von links), Hannah Trauernicht und Daniel Hinrichs vom Klinikum Leer wollen jede Etappe in einem anderen Kostüm laufen. Foto: Ortgies
Florian Cramer (von links), Hannah Trauernicht und Daniel Hinrichs vom Klinikum Leer wollen jede Etappe in einem anderen Kostüm laufen. Foto: Ortgies

Die bekam auch Jasper Poppens ab, der im Ziel den Organisations-Hut auf hatte. Er war nicht böse, nicht mitlaufen zu können. „Ich laufe zwar ganz gerne, allerdings fahre ich lieber mit dem Fahrrad. Generell gilt bei mir: Hauptsache an der frischen Luft“, so der 25-Jährige. Die bekommt er auch am Freitagabend wieder. Bei Etappe zwei. Die Wetteraussichten versprechen weiterhin April-Wetter. Aber davon lässt sich die Ossiloop-Familie die Party nicht vermiesen.

Video
Ossiloop: Das war die erste Etappe
25.04.2023
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