Keine Grabfläche zu finden  Die Idee eines Tierfriedhofs auf Borkum muss wohl beerdigt werden

| | 19.04.2023 15:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie es aussieht, findet sich auf Borkum keine geeignete Fläche für einen Tierfriedhof. Foto: Rumpenhorst/dpa
Wie es aussieht, findet sich auf Borkum keine geeignete Fläche für einen Tierfriedhof. Foto: Rumpenhorst/dpa
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Auf dem Gelände der Borkumer Jugendherberge lässt sich eine letzte Ruhestätte für Vierbeiner nicht realisieren. Das hat der Tierschutzverein bei Facebook mitgeteilt. Und nun?

Borkum - Wie der Tierschutzverein Borkum am Mittwoch im sozialen Netzwerk Facebook informierte, haben die Bemühungen zur Einrichtung eines Tierfriedhofs auf der Insel einen weiteren Rückschlag erlitten. „Leider muss ich das Ansinnen endgültig abschlägig bescheiden. Die Unsicherheiten ob möglicher Risiken im Boden sind einfach zu hoch“, habe die Leiterin der Jugendherberge, Petra Bötcher, dem Vorstand kürzlich mitgeteilt. Im Februar hatte sie eine Delegation des Vereins zur Auslotung möglicher Standorte auf dem Gelände der Jugendherberge empfangen und stand dem Anliegen selbst offen gegenüber, wie die Tierschützer mitteilten. Eine Rückfrage beim Jugendherbergsdachverband, bei dem man auf grünes Licht für das Vorhaben gehofft hatte, habe dann aber wohl zu dem nun vorliegenden negativen Ergebnis geführt.

„Da aus Gründen der Wassergewinnung tatsächlich nur Gebiete im Bereich Reede für diese letzte Ruhestätte infrage kommen, scheint damit die letzte Möglichkeit gestorben zu sein. Sollte uns aber noch jemand ein geeignetes Gelände anbieten, können die Verhandlungen und Planungen wieder aufgenommen werden“, wird Melanie Güldenpfennig, erste Vorsitzende des Vereins, in dem Post zitiert. Und weiter: „Mit dem Angebot eines Kleintierfriedhofs wollten wir auch die bisher übliche Praxis des Vergrabens überall in den Dünen und Gärten – und damit eben illegal genau im Wassergewinnungsgebiet – weitgehend einschränken und eine zentrale Möglichkeit anbieten.“ Mit dem Scheitern des Anliegens werde diese Praxis nun fortgesetzt, befürchten die Tierschützer.

Ist die Urnenbestattung eine Alternative?

Man stelle sich daher die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn die entsprechenden Behörden dem Verein doch einen Bereich zur Verfügung stellten, eventuell durch eine Sonderregelung, so Güldenpfennig. Dann läge der Friedhof zwar vielleicht im Schutzgebiet, das Verscharren zahlreicher Kadaver wild verstreut in den Dünen könne damit aber eingeschränkt werden. Welche behördlichen Vorgaben für einen Tierfriedhof auf der Insel zu erfüllen sind, hatte Joachim Bakker, der frühere Leiter der Ordnungs- und Sozialabteilung der Stadt, im vergangenen Jahr auf Anfrage dieser Zeitung erläutert. „Ein Kleintierfriedhof muss nach Paragraf 5, Absatz 2 des Tierkörperbeseitigungsgesetzes vom Veterinäramt zugelassen werden. Der Friedhof darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen.“ Tiere, so Bakker, müssten zudem so vergraben werden, „dass sie mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt sind“.

„Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und man tritt an uns von irgendeiner Seite heran“, will Melanie Güldenpfennig die Hoffnung nicht ganz begraben. In einem Kommentar zu dem Post bringt ein User die Einäscherung der toten Tiere in einem Krematorium und eine anschließende Beisetzung in einer Urne ins Spiel, in einem extra Bereich auf dem Friedhof. „Es würden sich alle Tierbesitzer freuen, wenn dies doch noch verwirklicht werden könnte“, schreibt der User. Die angefragten Borkumer Gemeinden indes hätten sich „bisher nur sehr sparsam, aber eher verneinend zur Idee der Einrichtung eines Tierfriedhofes auf den Geländen der herkömmlichen Ruhestätten geäußert“, hieß es in einem Facebook-Post des Tierschutzvereins im Februar.

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