BSV buhlt um Rießelmann  Unterstützt Sportagentur bald Kickers Emden?

| | 04.04.2023 20:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Henning Rießelmann dirigierte BW Lohne in der vergangenen Saison zur Oberligameisterschaft und zum Aufstieg in die Regionalliga. In einem hochklassigen Spiel verlor Rießelmann mit Lohne allerdings die Partie im Stadion des BSV Kickers Emden (siehe Foto) mit 1:3. Foto: Doden
Henning Rießelmann dirigierte BW Lohne in der vergangenen Saison zur Oberligameisterschaft und zum Aufstieg in die Regionalliga. In einem hochklassigen Spiel verlor Rießelmann mit Lohne allerdings die Partie im Stadion des BSV Kickers Emden (siehe Foto) mit 1:3. Foto: Doden
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Henning Rießelmann arbeitet in seiner Sportagentur mit dem Sohn von Jürgen Klopp zusammen. Als Trainer führte er Lohne in die Regionalliga. Nun erwägt er ein Engagement in Emden.

Emden - Henning Rießelmann mag in Ostfriesland noch keinen sonderlichen Bekanntheitsgrad besitzen. Tatsächlich aber ist er im Nordwesten Deutschlands eine der schillerndsten Figuren der Fußballszene. Als Gründer und Geschäftsführer der Sport-Beratungsagentur „Onside“ betreut er von Borussia Dortmund über Werder Bremen bis hin zu Schalke 04, Standard Lüttich oder Twente Enschede 30 Proficlubs bei der Organisation von Trainingslagern und Freundschaftsspielen. Der Mann aus Dinklage arbeitet bei „Onside“ mit Klopp-Sohn Marc (Gesellschafter von Onside) ebenso zusammen wie mit Spieler- und Trainerberater Marc Kosicke, zu dessen namhaften Klienten Jürgen Klopp ebenso gehört wie Mats Hummels. Nun befindet sich Rießelmann, der als Trainer BW Lohne von der Landesliga in die Regionalliga führte, quasi auf dem Sprung zu Kickers Emden.

Noch ist nichts perfekt. Aber Rießelmann würde eine Zusammenarbeit mit Kickers durchaus reizen. „In Emden sehe ich mit den tollen Fans, dem altehrwürdigen Stadion und der Tradition ein Riesenpotenzial.“

Gespräche mit Kickers laufen

Noch hat er sich aber nicht entschieden, ob er wirklich den Emder Neustart nach dem bevorstehenden Abstieg aus der Regionalliga mitgestalten möchte. „Ich habe zwei nette und ergebnisoffene Gespräche mit Stefan Emmerling und dem Emder Vorstand geführt“, bestätigt der Mann, der aktuell mit Frau und Kindern die Skipisten in Österreich hinabwedelt. „Wenn ich es mache, dann mit vollem Herzen und Verstand“, sagt er und scheint in Gedanken schon mit Hingabe bei der Sache. „Der Verein steckt in einer prekären Lage. Aber Kickers ist ein Schiff, das man flottmachen kann“, glaubt Rießelmann. „Und wenn ich dort etwas übernehme, dann muss auch die Post abgehen.“

In der Emder Szene wird Rießelmann als Investor gehandelt. Doch in dieser Funktion sieht er sich selber nicht. „Mein Faustpfand ist sicherlich die Kontaktstruktur“, sagt er. Er möchte gegebenenfalls an vorderster Front mitmischen, egal ob als Geschäftsführer, Sportlicher Leiter oder auf einem anderen Posten.

Emmerling stellte Kontakt her

Trainer Stefan Emmerling, der den Kontakt hergestellt hat, wäre begeistert. „Henning und ich haben uns als konkurrierende Trainer immer gut verstanden“, sagt Emmerling. „Der BSV Kickers benötigt nun ein bisschen Anschub von außen. Henning wäre der ideale Mann für das Projekt Kickers Emden.“

Auch Emmerling schätzt das „Know-How, die Kontakte und das Netzwerk“ des möglichen, neuen „Kickers-Machers“. Diese Faktoren hat er schon in Lohne gewinnbringend für den Verein einsetzen können. „Und in Lohne hat er auch den ein oder anderen Sponsor mitgebracht“, weiß Emmerling.

„Emden ist superattraktiv“

Henning Rießelmann fühlt sich derzeit im Urlaub angesichts des Angebots von der Nordsee hin und hergerissen. „Ich bin fußballverrückt und erfolgsbesessen“, sagt der 40-Jährige. „Und der Standort Emden ist superattraktiv, um etwas aufzubauen.“

Aber eigentlich gönnt sich der Familienvater nach turbulenten Monaten gerade eine Auszeit. Nachdem er sich Ende des Jahres als Trainer von BW Lohne beim Spiel gegen den Bremer SV in der Wortwahl vergriffen hatte und für die beleidigende Äußerung in vielen Medien attackiert wurde, trat er von seinem Traineramt zurück.

Auszeit nach Rückzug in Lohne

Bis 2024 wollte er sich eigentlich vom Spielfeldrand zurückziehen. „Doch wenn ein Verein wie Kickers Emden anruft, gerät man ins Grübeln.“ Allerdings buhlen nicht alleine die Ostfriesen um Rießelmanns Kompetenz. Mehrere Anfragen liegen ihm vor. Im Telefongespräch kann er aber die spezielle Anziehungskraft einer möglichen Aufgabe bei den Emder „Deichkickern“ nicht verhehlen. „Kickers ist charmant und spannend“, sagt er. „Die besondere Fankultur reizt mich auch.“

Nach den stressigen Monaten benötigt Henning Rießelmann aber Bedenkzeit, zumal ihm die Vorlaufzeit zur Planung der neuen Saison eigentlich zu kurz erscheint. „Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt wirklich solch einer Herausforderung stellen möchte.“ Dem Agenturchef und Trainer ist bewusst, dass die Zeit drängt. „Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, wird es ein weiteres Gespräch mit Emden geben“, sagt er. Und danach herrscht Klarheit, ob – um in Rießelmanns Worten zu sprechen – „bei Kickers wieder so richtig die Post abgeht“.

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