Ostfriese vom Pech verfolgt Nach Blut folgt nächster Schock für Jemgums Meppen-Profi
Bei seinem zweiten Spiel nach vierwöchiger Verletzungspause erwischte es Marek Janssen erneut. Dabei war seine blutende Kopfwunde bei der 0:3-Niederlage in Bayreuth noch das geringere Übel.
Jemgum/Meppen - Von der Reise nach Bayreuth kehrten die Drittligafußballer des SV Meppen restlos frustriert zurück ins Emsland. Nach der 0:3-Pleite am Freitagabend und dem immer realistischeren Abstiegsszenario litten alle Emsländer heftig. Doch für niemanden verlief der Trip nach Oberfranken derart schmerzhaft wie für den Ostfriesen Marek Janssen. Kurz vor der Pause strömte das Blut aus einer klaffenden Kopfwunde des Jemgumers. Nachdem die Blessur am Spielfeldrand geklammert worden war, kehrte Marek Janssen zwar mit „Turban“ zurück aufs Feld. Doch es kam noch schlimmer für den gerade von einer Verletzung genesenen 25-Jährigen. Auch sein Oberschenkel zwickte heftig, so dass der Pfiff zur Halbzeit für den Profi-Neuling die nächste lange Zwangspause einleitete.
Marek Janssen musste sich im zweiten Einsatz nach seinem Muskelfaserriss erneut auswechseln lassen und erhielt am Montag die niederschmetternde Diagnose. „Ich war beim MRT“, sagte Janssen mit leiser Stimme. „Es ist wieder ein Muskelfaserriss. Ich bin total frustriert.“
Neue Zwangspause macht traurig
Nach einer vierwöchigen Verletzungszeit muss er nun nach zwei Auftritten die nächste Zwangspause verkraften. Janssen erlebte somit in seinen ersten drei Monaten als Profi schon sämtliche Höhen und Tiefen eines Berufsfußballers.
Sein Einstand in der 3. Liga verlief im Januar märchenhaft. Beim ersten Kurzeinsatz erzielte der Ostfriese in Dresden in der Nachspielzeit den Treffer zum 1:1-Ausgleich. Es folgten in den nächsten Begegnungen weitere starke Janssen-Szenen. Und als er in seiner fünften Partie einen herrlichen Treffer zum 3:2-Sieg über 1860 München beisteuerte, war der Meppener Lokalmatador schon zum Publikumsliebling avanciert. Nach zwei Toren und zwei Aluminiumtreffern holte er im folgenden Spiel – es war sein sechster Meppen-Einsatz – einen Elfmeter heraus, den der SV Meppen zur 1:0-Führung in Mannheim nutzte. Der SVM verlor zwar 1:3, aber der mittlerweile beurlaubte Trainer Stefan Krämer lobte damals seinen neuen Stürmer in höchsten Tönen.
Aufwärtstrend jäh gestoppt
Doch beim 0:0 Ende Februar in Duisburg folgte der Rückschlag in der steil aufwärts gerichteten Karriere des Modellathleten. Mit einer Oberschenkel-Blessur musste Marek Janssen ausgewechselt werden. Damit begann eine vierwöchige Leidenszeit – nicht nur für den Stürmer aus Jemgum. In seiner Abwesenheit ergatterte der SV Meppen in vier Partien nur ein einziges Pünktchen und geriet immer tiefer in den Abstiegssumpf.
Vor einer Woche schien sich für Meppen und Janssen die Wende zum Guten anzubahnen. Der 25-Jährige wurde nach vier Wochen Pause gegen Erzgebirge Aue eingewechselt und bereitete nach einem Meppener 1:2-Rückstand beide Treffer zum 3:2-Erfolg mustergültig vor.
Happy End noch möglich
In Bayreuth wurde dieser kurze Aufwärtstrend jetzt jäh gestoppt. Erst bekam Marek Janssen unglücklich einen Fuß des Gegenspielers Steffen Eder ins Gesicht und musste minutenlang am Kopf behandelt werden. Gleichzeitig zwickte erneut der Oberschenkel.
Wenn der Heilungsprozess gut verläuft, könnte der Jemgumer seiner Mannschaft vielleicht in drei Wochen wieder zur Verfügung stehen.
Nach dieser Berg- und Talfahrt wäre dem talentierten Stürmer ein erfolgreicher Saisonendspurt zu gönnen. Wenn es dann noch zum Klassenerhalt für den SV Meppen reichen würde, hätte das Fußballmärchen eines jungen Mannes aus Ostfriesland wirklich das perfekte Happy End.