Trainerwechsel in der Bezirksliga  Paukenschlag in Pewsum – Coach Bernd Buß muss gehen

| | 26.03.2023 18:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nach drei Jahren endet im Sommer die Zeit von Bernd Buß in Pewsum. Foto: Doden/Emden
Nach drei Jahren endet im Sommer die Zeit von Bernd Buß in Pewsum. Foto: Doden/Emden
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Der Verein hatte den Vertrag im Februar erst verlängert. Nun macht er einen Rückzieher, weil er sich für jemand anderes entschieden hat. Bernd Buß selber zeigt sich sehr enttäuscht.

Pewsum - Erst vor wenigen Wochen hatte der TuS Pewsum mitgeteilt, dass Bernd Buß die Bezirksliga-Fußballer auch in der kommenden Saison trainieren wird. Doch nun kommt ganz plötzlich alles anders. Der TuS trennt sich im Sommer vom 53-Jährigen, um das Traineramt in die Hände eines Trainer-Talentes zu geben, das vom FC Augsburg nun in die Heimat nach Ostfriesland zurückgekehrt ist. „Es war keine Entscheidung gegen Bernd, sondern eine für Jonas und eine in die Zukunft gerichtet“, erklärte TuS-Vorsitzender Eggo Schreitling am Sonntag im Telefongespräch. Der neue Trainer ist der 26-jährige Jonas Petersen.

Die Pewsumer Mannschaft ist momentan Dritter der Bezirksliga. Foto: Doden/Emden
Die Pewsumer Mannschaft ist momentan Dritter der Bezirksliga. Foto: Doden/Emden

Am Samstag hatten Schreitlng und der amtierende Coach Bernd Buß die Mannschaft zusammengeholt, um den überraschenden Wechsel zu verkünden – und aus Schreitling-Sicht zu erklären. Bernd Buß selber wurde im Laufe der Woche vom TuS-Vorstand informiert. „Es ist klar, dass er keine Luftsprünge gemacht hat“, sagt Schreitling. „Wir sind aber froh, dass er direkt gesagt hat, dass er dennoch bis zum Sommer weitermacht. Das ist ganz in unserem Sinne.“ Der TuS Pewsum sei Bernd Buß für seine Arbeit sehr dankbar. In den letzten drei Jahren habe er maßgeblichen Anteil an der guten Entwicklung der Bezirksliga-Mannschaft gehabt. „Der Verein möchte jetzt aber die Chance nutzen, für die Mannschaft und das Umfeld neue Impulse zu setzen“, hieß es in einer Vereinsmitteilung.

Buß kann es nicht fassen

Nach dem Pewsumer 3:0-Sieg in Aurich am Sonntagnachmittag äußerte sich auch Buß zu seiner Ablösung im Sommer. „Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Ich habe ein gutes Verhältnis zur Mannschaft, wir haben uns entwickelt und wir spielen wie erhofft vorne mit. Es gibt keinen Grund dafür“, sagte der 53-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich bin von dem Ganzen am vergangenen Mittwoch mehr als überrascht worden. Und die Mannschaft ist auch sehr überrascht.“

Er zeigt sich vom Verein enttäuscht. Erst Zusage, nun doch ein Rückzieher. Es übernimmt der halb so junge und aus einer anderen Trainer-Generation stammende Jonas Petersen: „Ich denke, dass auch ich als Trainer nicht mit der Zeit stehen geblieben bin.“ Dass er trotz seiner großen Enttäuschung nicht „in den Sack gehauen“ hat, sei selbstverständlich. „Die Mannschaft kann ja nichts dafür. Die Jungs sind mir alle ans Herz gewachsen. Also bringen wir das hier zusammen bis zum Sommer zu Ende.“ Die Pewsumer liegen mit drei mehr absolvierten Spielen als die Verfolger momentan auf Platz drei in der Bezirksliga. „Mit Jonas Petersen konnten wir einen Trainer verpflichten, der genau zu dem Weg passt, den wir eingeschlagen haben.“, so Vorsitzender Schreitling in einer Klub-Mitteilung. „Wir freuen uns darauf, mit ihm gemeinsam die junge Mannschaft weiterzuentwickeln.“

Neuer Trainer ist ein alter Bekannter

Petersen stammt aus Pewsum und begann schon als Teenager, Jugendteams beim TuS zu trainieren. Dies intensivierte er auch, weil er seine eigene Laufbahn als Jugendspieler in Pewsum und bei Kickers Emden wegen Knieproblemen früh beenden musste. Mit 16 Jahren trainierte Petersen so schon die C-Junioren der JFV Krummhörn. Nach seiner Schulzeit verließ er Ostfriesland, um ein Sportmanagement-Studium zu absolvieren. Parallel wirkte er auch in der Jugendabteilung bei Eintracht Braunschweig. Der Inhaber der B+-Trainer-Lizenz arbeitete dann mehrere Jahre hauptberuflich für den Bundesligisten FC Augsburg im Nachwuchsbereich, leitete die vergangenen vier Jahre die Fußballschule des Vereins und trainierte auch Jugendteams. Nun kehrte er kürzlich nach Ostfriesland zurück, um einen neuen beruflichen Weg in der freien Wirtschaft einzuschlagen.

„Wir haben mit Bernd, mit dessen Arbeit wir auch zufrieden waren, im Februar verlängert“, sagt Eggo Schreitling. Als man dann von der Rückkehr von Jonas Petersen erfahren habe, habe man sich erstmal mit dem Rückkehrer ausgetauscht. „Danach haben wir im Vorstand nochmal quer gedacht und uns dafür trotz der Umstände entschieden, ab Sommer mit Jonas zu arbeiten. Er kann und soll hier nochmal neue Impulse setzen. Das liegt bei seiner Vita auf der Hand“, so Schreitling. Die Zusage für Buß zurückzunehmen, sei natürlich nicht einfach gewesen. „Das war für uns auch ein Spagat, auch ein menschlicher. Aber wir wollten diese Chance, so einen jungen Mann mit schon viel Fachwissen für unseren Verein zu gewinnen, nun nutzen.“

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