Klares Ergebnis auf JHV  Nach Trick bleibt Germania jetzt doch im JFV Leer

| | 24.03.2023 15:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Germania Leer bleibt auch weiterhin Mitglied im JFV Leer. Hier ein Archivbild von einem Jugendturnier. Foto: Privat
Germania Leer bleibt auch weiterhin Mitglied im JFV Leer. Hier ein Archivbild von einem Jugendturnier. Foto: Privat
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Das Ergebnis auf der Jahreshauptversammlung war eindeutig: Nach viel Theater hat es Germania Leer geschafft und bleibt Mitglied im JFV Leer. Drei Vorstandsmitglieder traten daraufhin zurück.

Leer - Turbulente Zeiten beim Jugendförderverein Leer (JFV). Die Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend brachte nun den Showdown mit einem klaren Ergebnis: Germania Leer bleibt nun doch Mitglied im JFV. Das geheime Abstimmungsergebnis der Mitglieder fiel durch einen legalen Trick mit 30:12 bei einer Enthaltung auch sehr deutlich aus. Der JFV Leer ist ein Zusammenschluss der drei Vereine Germania Leer, Frisia Loga und Borussia Leer.

Dabei hatte sich der Vorstand des JFV vor einigen Wochen eigentlich ein anderes Ergebnis erhofft. Aufgrund erneuter Zahlungsrückstände Anfang des Jahres von Germania Leer deutete der Vorstand dieses Verhalten als Kündigung der Mitgliedschaft, was durch eine Regelung im Kooperationsvertrag automatisch erfolgte. Der Ausschluss sei wasserdicht, hieß es damals. Dem war offenbar nicht so. Zudem klang auch durch, dass die Zusammenarbeit mit Germania Leer alles andere als einfach sei.

Özdemir wehrte sich

Ferhat Özdemir, zweiter Vorsitzender bei Germania, wehrte sich vehement gegen diese Auslegung und drohte auch mit juristischen Schritten gegen den bevorstehenden Ausschluss. Dazu musste es aber gar nicht erst kommen, denn der Lokalpolitiker weiß schließlich, wie man sich Mehrheiten verschafft.

Auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend ging es nach den weniger brisanten Punkten wie den verschiedenen Jahresberichten um den alles entscheidenden Antrag, nämlich die Rücknahme des Vorstandsbeschlusses, die Kündigung der Mitgliedschaft von Germania Leer zu akzeptieren.

Ferhat Özdemir konnte eine Mehrheit mobilisieren. Foto: Herzog
Ferhat Özdemir konnte eine Mehrheit mobilisieren. Foto: Herzog

Überraschung: A2 fast komplett anwesend

Und so war den meisten Teilnehmern schon beim Rundblick klar, dass die Fraktion von Germania Leer eine Mehrheit haben würde. Denn fast die komplette A-2-Jugendmannschaft des JFV, die im Sommer geschlossen zu Kickers Leer (Vorsitzender Ferhat Özdemir) wechseln wird, war anwesend. Die Mannschaft wird von Rojhat Özdemir, Neffe von Ferhat und sein Büroleiter, und dem ehemaligen Germania-Vorsitzenden Torsten Dinkela trainiert.

In den letzten Jahren war es eher unüblich, dass auch Jugendspieler an der Jahreshauptversammlung teilnahmen, stimmberechtigt sind Mitglieder ab einem Alter von 16 Jahren. Durch diesen legalen Schachzug und die Mobilisierung der meisten Mitglieder schaffte es Germania damit, durch das höchste Gremium den Ausschluss in letzter Sekunde noch abzuwenden.

Rücktritte von drei Vorstandsmitgliedern

Für einige Vorstandsmitglieder war dieses Theater dann aber doch zu viel. So traten Holger Hokema (3. Vorsitzender), Hartmut Bruns (Kassenwart) und Heino Mais (Schriftführer) noch auf der Jahreshauptversammlung von ihren Ämtern zurück. Alle drei konnten sich offenbar eine weitere Zusammenarbeit mit Germania Leer nicht vorstellen. Holger Hokema hatten die Vorgänge emotional sehr bewegt, er wollte sich aktuell nicht äußern.

Vorsitzender Heino Müller hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung am Montagabend den Vorstand und Vereinsvertreter der drei Klubs zu einer Vorbesprechung eingeladen. Da hatte sich schon angedeutet, dass einige Vorstandsmitglieder Konsequenzen ziehen würden, sollte Germania doch Mitglied im JFV bleiben. Da Vorsitzender Heino Müller nicht unvorbereitet in die Jahreshauptversammlung gehen wollte, hatte er für den Fall der Fälle schon Nachfolgekandidaten ins Auge gefasst. So wurden mit Carsten Schröter (3. Vorsitzender, zudem Co-Trainer der C-Jugend), Martin Hartmann (Kassenwart) und Jens Goldenstein (Schriftführer, zudem Co-Trainer der A-Jugend) drei neue Vorstandsmitglieder gewählt.

Müller sah harmonische Versammlung

„Der Vorstand wollte mit dem Ausschluss von Germania Leer eigentlich ein Signal setzen. Aber in den letzten Wochen haben sich auch die Wogen geglättet, Germania Leer hat sich in den letzten zwei Monaten bewegt. Es war eine sehr harmonische Mitgliederversammlung mit einem demokratischen Abstimmungsergebnis“, meinte Vorsitzender Heino Müller. Er finde es sehr schade, dass drei sehr engagierte Vorstandsmitglieder ihre Rücktritte eingereicht hätten.

Vorsitzender Heino Müller hofft auf ein reinigendes Gewitter. Foto: Privat
Vorsitzender Heino Müller hofft auf ein reinigendes Gewitter. Foto: Privat

Allerdings sei der Vorstand durch die neuen Mitglieder auch verjüngt worden. „Germania hat erkannt, wie wichtig der JFV auch für den Verein ist. Sie haben sich in den letzten Wochen sehr bemüht, zum Beispiel steht der Bully auch wieder zur Verfügung“, merkte Müller an. Er hoffe nun, dass das starke Gewitter beim JFV eine reinigende Wirkung erzielen könne.

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