Emden verspielt 2:1-Führung  Nach Hildesheimer Eigentor des Jahres folgen Kickers-Präsente

| | 19.03.2023 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Per Kopfball traf Tido Steffens (links) zum 1:1, doch am Ende jubelte doch wieder der Gegner. Archivfoto: Doden
Per Kopfball traf Tido Steffens (links) zum 1:1, doch am Ende jubelte doch wieder der Gegner. Archivfoto: Doden
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Ein verrücktes Tor bescherte Kickers Emden eine 2:1-Führung. Doch der kuriose Treffer sollte nicht die letzte Slapstick-Einlage der Begegnung bleiben.

Hildesheim - Auch ein restlos verunsicherter Gegner und eine 2:1-Führung durch das wohl verrückteste Eigentor der Regionalliga-Saison konnten die Fußballer des BSV Kickers Emden am Sonntag nicht nutzen. Das Schlusslicht verlor in einer mit etlichen Slapstick-Einlagen versehenen Partie beim bisherigen Tabellenvorletzten VfV Hildesheim vor 740 Zuschauern mit 2:4 (0:1).

Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit und einem etwas unglücklichen 0:1-Rückstand schien sich nach der Pause tatsächlich der dritte Saisonsieg des Aufsteigers anzubahnen. Erst glückte Tido Steffens nach einer Freistoßflanke von Nick Köster per Kopfball der 1:1-Ausgleich. Dann folgte ein Emder Treffer aus dem Kuriositäten-Kabinett. Nach dem Rückpass von Kevin Kalinowski schlug VfV-Torhüter Antonio Brandt auf dem holprigem Feld ein riesiges Loch in die Luft. Der Ball aber kullerte unter seinem Fuß hindurch weiter ins eigene Tor.

Führung hielt nur 13 Minuten

Selbst die Emder schienen perplex und wussten gar nicht, welchen Akteur sie nun feiern sollten. Sie lagen auf einmal mit 2:1 vorne. „Wenn man solch ein Geschenk bekommt, muss man das Spiel auch gewinnen“, ärgerte sich BSV-Trainer Stefan Emmerling. „Deshalb ist diese Niederlage auch so bitter.“

Spieldaten

Kickers: Djokovic – Jabbie, Dassel (88. Bamezon), Eilerts, Kugland – Goosmann (81. Cordes) – Osmani (84. Visser), Köster (84. Lombaya), N‘Diaye (67. Friesen) – Steffens – Bircan

Tore: 1:0 Schulze (30.), 1:1 Steffens (48.), 1:2 Eigentor Kalinowski (63.), 2:2 Kiszka (76.), 3:2 Göttel (78.), 4:2 Quarshie (93.)

13 Minuten nach dem 1:2 revanchierten sich die Emder unfreiwillig für das großzügige Hildesheimer Präsent. Zunächst überraschten die Gastgeber die BSV-Abwehr mit einem schnell ausgeführten Freistoß. Als ein VfV-Akteur dann den Ball vor das Tor spielen wollte, schien Kickers-Verteidiger Marvin Eilerts zur Stelle. Doch ihm rutschte der Ball über den Fuß direkt in den Lauf von Finn-Louis Kiszka. Der sagte Danke und traf zum 2:2.

Bircan hatte 3:3 auf dem Fuß

Nur zwei Minuten später rückte die BSV-Abwehr dann so weit auf, dass den Hildesheimern ein langer Ball in die Spitze genügte, um das Siegtor zu erzielen. Moritz Göttel eilte Richtung Kickers-Tor und schob den Ball an Schlussmann Isaak Djokovic vorbei zum umjubelten 3:2 ins Netz. „Bei diesen beiden Gegentoren hat sich unsere Abwehr zu naiv angestellt“, kritisierte der BSV-Coach.

Der Tabellenletzte hätte trotzdem beinahe noch einen Zähler ergattert. In der 90. Minute hatte Ilyas Bircan das 3:3 auf dem Fuß. Nach seinem Schuss berührte der Torhüter zwar den Ball, doch das Leder rollte weiter, ehe ein VfV-Akteur in letzter Sekunde klärte. In der Nachspielzeit erhöhte Fred Quarshie dann noch auf 4:2.

VfV-Horrorserie endete

Der Jubel beim VfV kannte keine Grenzen. Nach nur einem Sieg in den letzten 19 Spielen sah es phasenweise nach einem weiteren Tiefschlag für die Mannschaft des einstigen Emder Drittliga-Spielers Markus Unger aus. Durch gütige Mithilfe aus Ostfriesland unterbrachen die Gastgeber doch noch diese Horrorserie und stärkten damit auch ihrem Trainer den Rücken.

Nach einem VfV-Erfolg hatte es auch in der ersten Halbzeit nicht unbedingt ausgesehen. Der Ball befand sich sogar häufiger in der Spielhälfte der Gastgeber. Trotzdem hatte Göttel die Chance zum 1:0, zielte aber um Zentimeter am Tor vorbei. Dann scheiterte auf der anderen Seite Ilyas Bircan frei vor dem VfV-Tor an Schlussmann Brandt.

Schließlich trafen die Gastgeber mit tatkräftiger BSV-Unterstützung doch zum 1:0. Bei einem gegnerischen Einwurf zeigte sich die Kickers-Abwehr unsortiert. Thomas Sonntag flankte zu Yannik Schulze, der das 1:0 erzielte. Die zweite Hälfte war dann wahrlich kein Ruhmesblatt für die beiden Abwehrreihen auf dem Feld. Doch am Tag der Präsente nahmen die Gastgeber am Ende überglücklich die drei Punkte mit vom Feld. „Alleine das Ergebnis zählt“, sagte ein erleichterter Hildesheimer Trainer Markus Unger. „Wie es zustande kam, ist mir völlig egal.“

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