Fußballer reisen nach Hildesheim Kickers Emden zwischen Abschiedstour und Zukunftsplanungen
Beim Gastgeber gab es eine Krisensitzung, gewann er doch nur einmal in den letzten 19 Spielen. Das Ergebnis ist nicht alltäglich. Auch bei Kickers wird derzeit im Hintergrund viel beredet.
Hildesheim - 15 Punkte Rückstand zum rettenden Ufer und nur noch zehn Spiele: keine Frage, Kickers Emden befindet sich auf Abschiedstour in der Fußball-Regionalliga Nord. „Wir können die Lage realistisch einschätzen, sind aber natürlich Sportler und wollen noch so viele Punkte wie möglich holen“, sagt Kickers-Trainer Stefan Emmerling zum Tabellenbild. Wesentlich größer ist der Druck für seinen Ex-Spieler Markus Unger, der bei VfV Hildesheim aus den vergangenen 19 Partien nur einen Sieg holen konnte. So erwartet man beim Tabellenvorletzten am Sonntag einen Heimsieg gegen das Schlusslicht aus Ostfriesland. Anstoß ist um 15 Uhr.
Tipp
Hildesheim - Emden 1:2.
Wenn nicht gegen Kickers, gegen wen dann? So wird die Erwartung im Team und Umfeld in Hildesheim sein, endlich wieder zu gewinnen. Die große Drucksituation für den VfV bietet Kickers eine große Chance, mit der neu gewonnenen Stabilität als Spielverderber aufzutreten.
Eine Saison spielte Unger zu Profizeiten unter Emmerling in Emden. Nun freut der Emder sich für seinen Ex-Schützling, dass die Mechanismen des Geschäftes in Hildesheim noch nicht gegriffen haben und der Klub nach einer Krisensitzung in dieser Woche ihm das Vertrauen ausgesprochen hat. „Die Mannschaft lebt, und sie weiß, dass sie in der Verantwortung ist“, erklärte der Coach dem Kicker-Sportmagazin. „Wir müssen jetzt einfach auch mal ein Spiel dreckig gewinnen.“
Saisonende für Faqiryar?
Der Vertrauensbeweis des Vereins beinhaltet aber sicherlich auch die Vorgabe, aus den nächsten beiden Heimspielen gegen Emden und den Bremer SV satt zu punkten. Doch als „Laufkundschaft“ will sich Kickers sicher nicht mehr präsentieren. „Es ist viel schwerer geworden, uns zu schlagen“, sagt Stefan Emmerling und verweist auf die drei Unentschieden in den fünf Partien des Jahres 2023. Zusammen mit dem 1:1 in Havelse im Dezember ist Kickers durch die beiden Nullnummern in Norderstedt und Bremen auswärts auch seit drei Partien ungeschlagen. „Das wollen wir gerne fortsetzen.“
Dieses Ziel können die schon länger Verletzten Yanic Konda (Kahnbeinbruch), Marc Auge (Aufbautraining) und Milad Faqiryar (Knie-Probleme) nicht mit angehen. Bei Faqiryar stehen nun weitere Untersuchungen an. Auch ein Saisonaus steht im Raum. Dadurch, dass Leon Kugland und Alagie Jabbie ihre Blessuren auskuriert haben, ist der Kader aber gut gefüllt – und bietet einige Optionen.
Was macht Basti Dassel?
Neben dem Ligaalltag beschäftigt sich Kickers natürlich auch mit der Zukunft ab Sommer. Auch wenn der Verein offiziell von zweigleisigen Planungen spricht, liegt der Fokus angesichts der sportlichen Lage natürlich auf einem künftigen Oberliga-Kader. „Die Wunschvorstellung ist, dass man eine Mannschaft hat, die oben mitspielen kann“, sagt Emmerling. Aber dafür muss auch vieles passen. Hinter Kickers liegt ein unruhiges Jahr.
Zu verkünden hat Kickers noch nichts. Es gäbe bisher weder Zu- noch Absagen. „Wir befinden uns in vielen Gesprächen“, sagt Emmerling, der bei Kickers mehr als ein Trainer ist. Auch mit Kapitän Bastian Dassel wurde natürlich schon gesprochen. Er hatte gegenüber unserer Zeitung schon signalisiert, dass er sich vorstellen könne, weiterzuspielen. Aber auch eine andere Aufgabe im Verein sei für den 33-Jährigen denkbar. „Zunächst einmal muss Basti für sich klären und entscheiden, ob er weiterspielen möchte oder nicht. Das Zeug dazu hätte er“, sagt Stefan Emmerling. Die Personalie Dassel ist eine offene und spannende von ganz vielen bei Kickers.
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