TuRa-Coach im Sommer nach Leer  So begründet Erhan Colak seinen Wechsel zu Germania

| | 14.03.2023 18:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Germanias 2. Vorsitzender Ferhat Özdemir stellte am Dienstag Erhan Colak (Mitte) als neuen Trainer und Harry Janssen (rechts) als Sportlichen Leiter vor. Foto: Siemens
Germanias 2. Vorsitzender Ferhat Özdemir stellte am Dienstag Erhan Colak (Mitte) als neuen Trainer und Harry Janssen (rechts) als Sportlichen Leiter vor. Foto: Siemens
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Zusammen mit dem neuen Sportlichen Leiter Harry Janssen soll für Aufbruchsstimmung gesorgt werden. Die Mannschaft soll wieder regionaler werden. Es geht um Aufbauarbeit – dann um höhere Ziele.

Leer - Vor etwas mehr als 13 Jahren musste Angreifer Erhan Colak Germania Leer in stürmischen Zeiten verlassen– bald kehrt er in einer schwierigen Phase zurück. Der derzeitige Trainer von Ligakonkurrent TuRa 07 Westrhauderfehn wird im Sommer das Traineramt beim Bezirksligisten VfL Germania Leer übernehmen. Bei jenem Verein, von dem er 2006 vom Viertligisten BV Cloppenburg als Stürmer verpflichtet wurde. „Germania hat trotz aller Schwierigkeiten noch immer einen großen Namen und auch gewisse Strukturen. Es ist ein Traditionsverein, den wir wieder auf Kurs bringen wollen“, kündigte er am Dienstagnachmittag während eines Pressegesprächs im VfL-Clubheim an. Neben ihm saß der zufriedene 2. Germania-Vorsitzende Ferhat Özdemir und Harry Janssen, der als Sportlicher Leiter vorgestellt wurde.

Von 2006 bis Ende 2009 spielte Colak für Leer. Foto: Archiv
Von 2006 bis Ende 2009 spielte Colak für Leer. Foto: Archiv

„Germania ist mein Heimatverein in Ostfriesland“, sagte Colak. Durch den Wechsel zu Germania kam er 2006 auch privat nach Leer. Als der VfL dann Ende 2009 plötzlich sein Team wegen finanzieller Probleme aus der Oberliga zurückgezogen hatte, blieb er privat Ostfriese und landete nach einem kurzen Gastspiel bei Holthausen-Biene als Spieler und Trainer wieder bei ostfriesischen Klubs. Bei TuRa 07 Westrhauderfehn agierte er ab 2018 erst als Stürmer, seit 2021 als Trainer. Ende Februar wurde nun öffentlich, dass er TuRa auf eigenen Wunsch im Sommer verlassen wird. „Der Verein wusste es natürlich schon früher.“ Eine Pause sei für ihn ebenso eine Option gewesen wie eine neue Herausforderung. TuRa hat mit Michael Zuidema schon den Colak-Nachfolger präsentiert.

Alt-Germanen sollen helfen

Die Herausforderung sieht er nun bei Germania. Bei einem Verein, der „ein schwieriges Jahr hinter sich hat“, wie Özdemir zugab. Nach Querelen und einem Trainer-Rauswurf von Michael Zuidema im April 2022 verließ fast die gesamte Mannschaft mit einigen Eigengewächsen den Verein. In der Not musste eine Mannschaft mit vielen niederländischen und amerikanischen Akademie-Spielern aus Schüttorf zusammengestellt werden. Nach dem Trainerrücktritt von Frank Bajen im Januar trainiert nun Arndt Watzema das Team mit Ex-Profi und Spielerberater Rüdiger Schult als Co-Trainer bis zum Sommer. Die Nachfolge-Suche konnte nun schneller beendet werden als gedacht.

Arndt Watzema (links) und Rüdiger Schult (rechts) trainieren den VfL nur bis zum Sommer. Germania und der 2. Vorsitzende Ferhat Özdemir präsentierten am Dienstag den Nachfolger. Foto: Doden/Emden
Arndt Watzema (links) und Rüdiger Schult (rechts) trainieren den VfL nur bis zum Sommer. Germania und der 2. Vorsitzende Ferhat Özdemir präsentierten am Dienstag den Nachfolger. Foto: Doden/Emden

Künftig soll bei Germania auch wieder mehr Germania „drinstecken“. „Dazu werden wir auch einige Alt-Germanen mit ins Boot holen“, sagt Harry Janssen, der auch einige Jahre als Jugendtrainer beim JFV Leer gearbeitet hat. Man wolle auch neben dem Fußballfeld bessere Strukturen schaffen. „Das ist auch ein Punkt über den wir in den Gesprächen gesprochen haben“, sagt Erhan Colak.

Erste Zusagen von Neuzugängen

Das Fußball-Team selbst soll wieder regionaler werden, auch mit einigen Spielern, die eine Vergangenheit bei Germania oder dem JFV Leer besitzen. Erste Zusagen von Spielern gäbe es bereits, so Janssen. Namen wollte Janssen noch nicht nennen. Damit dürfte im Sommer ein Umbruch anstehen, wenngleich der sporadische Einsatz von Akademie-Spielern auch künftig nicht ausgeschlossen wird.

Nur fürs Foto setzte sich Harry Janssen (links) mit auf die Trainerbank. Bei den Spielen will sich der Sportliche Leiter einen anderen Platz suchen. Foto: Siemens
Nur fürs Foto setzte sich Harry Janssen (links) mit auf die Trainerbank. Bei den Spielen will sich der Sportliche Leiter einen anderen Platz suchen. Foto: Siemens

„Wir leisten ein bisschen Wiederaufbau, fangen im Grunde fast bei null an“, sagt Erhan Colak. Intern habe man einen Fahrplan für die kommenden Jahre, der auch wieder andere Ziele beinhaltet. „Germania ist ein Verein, der mittelfristig auch wieder für mehr berufen ist.“

TuRa-Spieler sind kein Tabu

Für Harry Janssen und Erhan Colak stehen in den kommenden Wochen nun zahlreiche Gespräche mit Spielern aus dem aktuellen Kader und potenziellen Neuzugängen an. Zudem mit Personen, die zum „Team um das Team“ gehören sollen. Darüber hinaus wird Erhan Colak bis zum Sommer ja auch noch TuRa trainieren. „Mein Wechsel ist auch bei TuRa von mir in den vergangenen Tagen offen kommuniziert worden“, sagt Colak.

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Bei der Suche nach Neuzugängen oder Spielern mit Germania-Vergangenheit könnte Leer auch beim derzeitigen Colak-Klub Westrhauderfehn fündig werden. Fünf Spieler wechselten im wilden Sommer 2022 von Germania zu TuRa. Ausschließen wollte Colak das nicht: „Germania spricht grundsätzlich mit allen Spielern, die wir interessant und gut finden. Am Ende entscheidet das der Spieler“, sagte Colak. Konfliktpotenzial sieht er in dieser Thematik nicht.

Der 41-jährige Colak und der 52-jährige Janssen sollten und wollten bei ihrer Vorstellung am Dienstag auch Aufbruchstimmung verbreiten. „Es ist eine große Herausforderung und sehr reizvolle Aufgabe“, sagt Colak. Und Harry Janssen ergänzte: „Wir wollen mit weiteren guten Entscheidungen in den nächsten Wochen auch für eine gewisse Sog-Wirkung sorgen.“