Pedro Alvarez und die Handball-WM  OHV-Trainer sieht bei der WM manch ehemaligen Spieler

| | 19.01.2023 17:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Portugiese Pedro Alvarez trainiert seit dem Sommer den OHV Aurich. Davor war er im Sauerland, in Östereich und viele Jahre in seinem Heimatland tätig. Foto: Doden/Emden
Der Portugiese Pedro Alvarez trainiert seit dem Sommer den OHV Aurich. Davor war er im Sauerland, in Östereich und viele Jahre in seinem Heimatland tätig. Foto: Doden/Emden
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Mit Aurich erwartet der Coach am Sonntag den HSV Hannover und die „Star-Gäste“ Udo und Wilke. Dazwischen schaut er auch die WM. Zu den Kap Verden hat er eine besondere Beziehung.

Aurich - Pedro Alvarez sitzt derzeit noch mehr als sonst vor dem Fernseher oder Laptop, um Handballspiele zu schauen. So sah er diese Woche nicht nur die letzten drei Partien des nächsten OHV-Gegners HSV Hannover – er verfolgt natürlich auch die Spiele der Handball-Weltmeisterschaft in Polen und Schweden. Bevor er den OHV Aurich am Freitagabend im vorletzten Training auf die Heimpartie am Sonntag (17 Uhr) vorbereitet, freut er sich auf ein für ihn besonderes WM-Spiel.

Um 15.30 Uhr treffen in der Hauptrunde Portugal und die Kap Verden aufeinander. „Das ist schon fast ein Derby“, sagt der Portugiese Pedro Alvarez und lacht. Die Kapverdischen Inseln in Afrika waren bis zu ihrer Unabhängigkeit 1975 portugiesische Kolonie, eine enge Verbindung besteht noch immer. Nicht nur wegen der Sprache. Das hat auch der seit Sommer tätige OHV-Trainer selbst erlebt. Ein Dutzend Spieler aus der aktuellen Nationalmannschaft hat Alvarez vor einigen Jahren als junge Sportler zeitweise trainiert. „Deshalb fiebere ich bei der WM natürlich auch mit Kap Verde.“

Alvarez als Handball-Entwicklungshelfer

Alvarez hatte viele Jahre in Portugal als Trainer und Nachwuchscoach (unter anderem Benfica Lissabon) sowie für den portugiesischen Handball-Verband gearbeitet. Für diesen wirkte er fast drei Jahre als Handball-Entwicklungshelfer auf den Kapverdischen Inseln und betrieb vor Ort Aufbauarbeit. „Man hat damals schon gesehen, dass die Spieler viel Potenzial besitzen, weil sie alle auch sehr athletisch sind“, erinnert sich der OHV-Coach. Doch es dauerte einige Jahre, bis die 550.000 Einwohner umfassende Inselgruppe erstmals eine Nationalmannschaft stellte. Das Team ist erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei, wurde zuletzt Vize-Afrikameister. Mit fünf WM-Teilnehmern arbeitete er einst bei Stationen in Portugal zusammen.

Der sechste „Alvarez-Schützling“ Ivo Santos begann erst mit 16 Jahren mit dem Handballspielen, folgte Alvarez von Portugal sogar nach Österreich und spielt inzwischen für den Bergischen HC II – und nun bei der WM.

Sorgen um Kevin Wendlandt

Das Hauptaugenmerk des Auricher Trainers liegt in dieser Woche aber natürlich auf der eigenen Mannschaft und dem nächsten Spiel. An das Hinspiel gegen den HSV Hannover (7./ 17:13 Punkte) haben die Auricher (6./ 18:14) sehr gute Erinnerungen. Die Ostfriesen siegten beim tabellarisch weit vorne erwarteten HSV 38:23. „Da haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt“, erinnert sich Alvarez. Solch eine sei erneut nötig, um zu punkten – auch wenn der OHV wieder improvisieren muss.

Kapitän, Abwehrmann und Wurfmaschine Kevin Wendlandt konnte krankheitsbedingt diese Woche bisher nicht trainieren. Der Trainer hofft, dass sein Leader Sonntag mitwirken kann, zumindest teilweise. Vielleicht wird Wilke de Buhr nach langer Verletzungspause erstmals wieder Kader-Luft schnuppern. Das kann der verletzte Petar Puljic erst wieder im Februar.

So setzt Alvarez auch auf den Faktor Heimspiel. „Unser tolles Publikum ist der achte Mann, das ist enorm wichtig.“ Dazu zählen dieses Mal auch zwei Social-Media-Stars, die mit spaßigen Videos rund um SuS Steenfelde (Fußball, B-Klasse) ein großes Fanlager besitzen. Der OHV hat das Duo Wilke (Zierden) und Udo (Tesch) zum Spiel eingeladen. Das soll helfen, noch einige neue Fans anzulocken – und den „achten Mann“ noch etwas größer werden zu lassen.

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