Verpflegung der Kinder  Lösung für Mittagessen auch im Notfall

| | 06.01.2023 07:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Normalerweise essen Borkums Grundschüler im Seniorenhuus In‘t Skuul zu Mittag. Doch als dort Corona ausbrach, musste das Angebot ruhen. Symbolbild: dpa
Normalerweise essen Borkums Grundschüler im Seniorenhuus In‘t Skuul zu Mittag. Doch als dort Corona ausbrach, musste das Angebot ruhen. Symbolbild: dpa
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Ist im Seniorenhuus keine Versorgung möglich, soll für Borkums Grundschüler künftig die Küche nicht kalt bleiben. Eine mobile Essensstation in der Grundschule soll dann übergangsweise aushelfen.

Borkum - Für die Verpflegung der Borkumer Grundschüler, die werktags am außerschulischen Mittagstisch im Speisesaal des Seniorenhuus In‘t Skuul teilnehmen, zeichnet sich nun auch in Notfällen eine Lösung ab – wenn, wie zum Beispiel im vergangenen Herbst, das Angebot aufgrund eines Corona-Ausbruchs in der Einrichtung vor Ort nicht umsetzbar ist. In Ausnahmesituationen wie diesen soll es künftig möglich sein, eine mobile Essenausgabe mit den nötigen Gerätschaften vorübergehend in der Grundschule einzurichten. „Es waren Leute vom Landkreis Leer dort, die haben das begutachtet und gesagt, mit den vorgegebenen Ausgabemitteln wäre das für eine Übergangszeit in Ordnung“, bestätigt Frank Pahl, Leiter der Haupt- und Personalabteilung bei der Stadt Borkum, nach zahlreichen Behörden-Gesprächen über Auflagen und Richtlinien.

Man habe „eine Bestellung ausgelöst“, ergänzt Ralf Gottschlich aus der Bauabteilung der Inselverwaltung. Dazu gehörten zwei Transportboxen (Thermoports), um das Essen, das weiterhin im Seniorenhuus zubereitet wird, warm zur Schule zu befördern. „Wenn man so will, ist das der Mercedes, weil die pro Stunde nur ein Grad verlieren“, erklärt Gottschlich. Dazu kämen Edelstahleinsätze sowie eine so genannte Bain-Marie (französisch für Marienbad, Wasserbad), ein in der Gastronomie verwendetes, transportables Küchengerät zum Warmhalten von Speisen, eine Art beheizbares Wasserbecken. Vorhanden sein soll so am Ende eine mobile Essensausgabe mit Wagen, „Aufsatzbord, wo man ein Tablett lang schieben kann, Spuckschutz und was alles so dazugehört“, beschreibt Ralf Gottschlich.

Kosten liegen bei etwa 10.000 Euro

Momentan, hatte Frank Pahl im jüngsten Schulausschuss berichtet, nähmen rund 40 Jungen und Mädchen am außerschulischen Mittagstisch teil. Mit dem nun bestellten Equipment ließen sich aber noch mehr Kinder versorgen, so Bauingenieur Gottschlich. Die Anschaffungskosten belaufen sich seinen Angaben zufolge auf knapp 10.000 Euro. Im Ausschuss zuvor war von 7000 bis 9000 Euro die Rede gewesen. Aber, betont Gottschlich, sollte die Grundschule saniert oder neu gebaut werden, sei das System in jede Küche integrierbar und könne so weiter genutzt werden. „Es ist also kein herausgeschmissenes Geld.“ Wann die Essensausgabe geliefert werde, könne er indes noch nicht sagen.

Borkums freie Liste (BfL) hatte das Thema mit einem entsprechenden Antrag, den Fraktionsmitglied Markus Wilken im Schulausschuss vorgetragen hatte, auf die politische Agenda gebracht. In dem Antrag heißt es zur Begründung: Der Mittagstisch für die Grundschülerinnen und Grundschüler im Seniorenhaus habe aufgrund der pandemischen Lage seit 2020 durch Schließung der Einrichtung für nicht dazugehörige Personen immer wieder für mehrere Wochen ersatzlos ausfallen müssen. Dies sei „sowohl für betreffende Kinder sowie deren

Erziehungsberechtigten nicht tragbar, da man auf Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit, aufgrund von beispielsweise Arbeitszeiten, angewiesen ist“.

Keine „Triage“ beim Mittagstisch

„Daher ist es unumgänglich, eine Alternative für den Mittagstisch in der Grundschule im Notfall herzurichten“, so die Forderung der BfL. Nach einer Begehung mit dem Gesundheitsamt Leer, Frank Pahl von der Stadt und Schulleiter Jörg Deisinger sei man zu dem Ergebnis gekommen, „dass man den Multifunktionsraum mit der geforderten Ausstattung herrichtet, um den Mittagstisch im Notfall dort stattfinden zu lassen“. Der Beschlussvorschlag, die

Stadt Borkum zu beauftragen, die Grundschule Borkum mit den notwendigen Gerätschaften auszustatten, war von den Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen worden.

Merle Wilken wies als Vertreterin der Elternschaft in dem Kontext darauf hin, dass man bei und 45 Kindern beim Mittagstisch an die Kapazitätsgrenzen stoße. Man müsse darauf vorbereitet sein, dass es noch mehr Kinder werden, und sich daher Gedanken machen, wie man das Angebot ausweiten könne. „Weil“, so Wilken, „man möchte, glaube ich, nicht in die Lage kommen, eine Art ,Triage‘ ausführen zu müssen, wer mehr Anspruch hat als jemand anderes.“

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