Ohne sportliche Führung  Riesenchaos bei Germania Leer – Trainer Frank Bajen geht

| | 03.01.2023 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Frank Bajen erklärte bei Germania Leer seinen Rücktritt. Archivfoto: Doden/Emden
Frank Bajen erklärte bei Germania Leer seinen Rücktritt. Archivfoto: Doden/Emden
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Es sind mal wieder sehr unruhige Zeiten beim Fußball-Bezirksligisten Germania Leer. Der Traditionsverein steht plötzlich ohne Trainer da. Frank Bajen erklärte nun offiziell seinen Rücktritt.

Leer - Schon in den letzten Wochen deutete sich eine Trennung an: Coach Frank Bajen brach sein Schweigen und teilte mit, dass er aus persönlichen Gründen in der Rückrunde nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Zu den genauen Gründen wollte sich Bajen nicht äußern. Auch Co-Trainer Frank Scholl zieht einen Schlussstrich und wird ebenfalls nicht länger für Germania Leer tätig sein.

Wie geht es beim Bezirksligisten nun weiter? Völlig offen, der Verein steht praktisch sportlich ohne Verantwortliche da. Ferhat Özdemir, der zweite Vorsitzende von Germania Leer und der starke Mann, war telefonisch für die Redaktion bisher nicht zu erreichen.

Unruhe schon in der letzten Saison

Schon in der vergangenen Woche hatten mehrere Quellen der Redaktion berichtet, dass die Zusammenarbeit zwischen Bajen und Leer zu Ende gehe. Die Redaktion konfrontierte Özdemir mit dieser Nachricht, dieser reagierte am Freitag allerdings ausweichend und schwammig: „Frank Bajen befindet sich aktuell in seinem wohlverdienten Urlaub, er ist nach wie vor für uns tätig und gehört zum sportlichen Funktionsteam.“ Ob er als Trainer zurückkehren werde, wusste Özdemir nicht. Die Antwort hat er nun bekommen.

Das Riesenchaos bei Germania Leer zieht sich somit aus der vergangenen Saison nahtlos weiter. Damals befand sich der Verein in der Landesliga im Frühjahr in akuter Abstiegsnot. Nach internen Streitigkeiten wurde der langjährige Trainer Michael Zuidema im Mai entlassen. In der Folgewoche streikte dann die Mannschaft, nach vielen Gesprächen wurde die Saison aber doch noch zu Ende geführt.

Internationaler Kader

Frank Bajen wurde dann zunächst als Interimstrainer präsentiert, zusammen mit Co-Trainer Frank Scholl, Arndt Watzema und Obmann Frank Ammermann machte Bajen dann auch in der Bezirksliga weiter und gehörte zum „sportlichen Funktionsteam“, das sich um sämtliche Angelegenheiten der ersten Mannschaft kümmerte. Da ein Großteil der Spieler den Verein nach dem Abstieg aus der Landesliga verließ, wurde eine internationale Mannschaft zusammengestellt.

Dabei setzten die Verantwortlichen auf die Kontakte von George Goguadze, der mit seinem Bruder David und einigen weiteren niederländischen Spielern nach Leer pendelte. Dazu kamen noch Spieler aus der Akademie Schüttdorf und drei US-Amerikaner, die über die Verbindungen des Vaters von Ex-Kickers-Spieler Ayo Adeniran nach Leer vermittelt wurden.

Platz im hinteren Mittelfeld

Nach der Hinrunde liegt Germania Leer mit 24 Punkten und sieben Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz im hinteren Mittelfeld der Bezirksliga. Spielerisch präsentierte sich die Mannschaft in vielen Partien vielversprechend, teilweise fehlte es auch aufgrund der Abstimmung vor allem in der Defensive an der nötigen Ordnung.

Mitte Dezember wurde dann bekannt, dass zwei wichtige Leistungsträger Germania Leer verlassen. Mit David Goguadze und Jayden Plassaer schlossen sich zwei Spieler dem Landesligisten SV Wilhelmshaven an. Möglicherweise war Trainer Frank Bajen auch über diese wichtigen Personalien verstimmt, denn sportlich reißen die Abgänge eine sehr große Lücke in den Kader.

Bei den Leeraner Hallenkreismeisterschaften betreute Arndt Watzema vorübergehend das Team. Der erklärte, dass er mit Özdemir gut befreundet sei und ausgeholfen habe. Aktuell befindet sich Watzema im Urlaub. Bei Germania Leer sind viele Fragen offen.

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