Werder-Gemälde landet in Rhaudermoor  Fehntjer Werder-Fan ergattert exklusives Füllkrug-Bild

| | 06.12.2022 15:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jürgen Düring ist im Besitz des Werder-Gemäldes 2022, das Niclas Füllkrug und seinen Sturmpartner Marvin Ducksch zeigt. Foto: Lilienthal
Jürgen Düring ist im Besitz des Werder-Gemäldes 2022, das Niclas Füllkrug und seinen Sturmpartner Marvin Ducksch zeigt. Foto: Lilienthal
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Jub Mönster fertigt alljährlich ein Werder-Bild in limitierter Auflage an. Jürgen Düring, der seit 1963 rund 800 Werder-Heimspiele besuchte, gelangte auf spezielle Weise zu einem der 500 Exemplare.

Rhaudermoor - Wenn Jürgen Düring in seinem Haus in Rhaudermoor die Treppe emporsteigt, fällt sein Blick auf die aktuell berühmteste Zahnlücke Deutschlands. „Dann habe ich immer Niclas Füllkrug im Auge“, erzählt der 77-Jährige lächelnd. Der Anblick ist neu, denn der Fußballfan aus der Gemeinde Rhauderfehn ergatterte kürzlich ein exklusives Gemälde mit zwei Werder- Stürmern, das eigentlich verdienten Bremern vorbehalten ist.

Irgendwie ist Gemälde Nummer 309 von 500 Exemplaren auch bei Jürgen Düring an der richtigen Adresse. Denn seit dem Start der Bundesliga 1963 saß der Mann, der einst für TuRa Westrhauderfehn spielte, bei rund 800 Heimspielen im Weserstadion und legte dabei mehr als 200.000 Kilometer mit seinem Auto zurück – mehr Werder-Treue geht nicht.

Sitzplatznachbarin kennt den Maler

Und sein langjähriger Sitzplatz im Oberrang Block 11 direkt an der Mittellinie bescherte dem Ostfriesen auch den Zugang zu jenem begehrten Gemälde, auf dem die Stürmer Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch abgebildet sind. Denn Dürings Sitznachbarin Gabi Eger pflegt beste Kontakte zum Künstler. Jub Mönster produziert alljährlich eine limitierte Auflage eines speziellen Werder-Motivs. Diesmal hatte der Bundesliga-Aufsteiger 500 Bilder in Auftrag gegeben. „Die werden nicht vervielfältigt“, betont Düring. „Jedes Bild ist ein handgemaltes Unikat.“

Düring sprach kürzlich bei einem Heimspiel seine Platznachbarin vorsichtig darauf an, ob eine Chance bestünde, dass auch er als ewig treuer Bremen-Reisender an eine Gemälde gelangen könnte. Frau Eger machte es möglich. So landete ein Exemplar des strahlenden Stürmer-Duos Füllkrug/Ducksch für gerade einmal 80 Euro in den Besitz des Sitzplatz-Dauerbrenners aus Ostfriesland.

Kritik an Flick

Als Düring nach dem Bild fragte, ahnte er noch nicht, dass Deutschlands Zahnlücke Nummer eins bei der Fußball-Weltmeisterschaft noch einen enormen Popularitätszuwachs erlangen würde. Doch auch die Füllkrug-Tore als Joker beim 1:1 gegen Spanien und beim 4:2 über Costa Rica vermochten das Scheitern Deutschlands in Katar nicht zu verhindern.

Düring hätte seinem aktuellen Lieblingsstürmer noch ein paar mehr Einsatzminuten gegönnt. „Gegen Costa Rica hätte Füllkrug von Beginn an spielen müssen“, übt er Kritik an Bundestrainer Hansi Flick. „Wir brauchten viele Tore. Und wenn wir schon zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 vorne gewesen wären, hätte sich Spanien keine Niederlage gegen Japan leisten dürfen.“ So ist die WM für Füllkrug beendet und das Interesse bei Düring abgeebbt. Im Fußball-Gedächtnis des Seniors aus der Gemeinde Rhauderfehn wird die Katar-Weltmeisterschaft auf keinen Fall einen vorderen Platz einnehmen. Dazu hat Jürgen Düring in sechs Jahrzehnten schon zu viele herausragende Fußball-Spektakel erlebt. „Bei Werders Europapokalspielen habe ich die Stadien von Kiew bis Mailand und von London bis Rom kennen gelernt“, erzählt er.

Beim WM-Finale 1974 im Stadion

Er sah auch fast 100 Länderspiele und erlebte den deutschen 2:1-Sieg der Nationalmannschaft beim WM-Finale 1974 gegen Holland live im Münchner Olympiastadion mit. Auf einem Foto des 2:1-Siegtores von Gerd Müller, das später sogar das Cover eines Fußballbuches zierte, ist hoch über dem niederländischen Tor Jürgen Düring zu erkennen. „Ich lief einige Monate später durch die Mühlenstraße in Leer und entdeckte mich im Schaufenster auf dem Buch.“

Natürlich kaufte sich der Fehntjer ein Exemplar davon. Denn Düring ist nicht nur Fan, sondern auch Sammler. Neben Tausenden Autogrammen von Sportstars aus aller Welt besitzt er auch ein Poster der 54er-Weltmeisterelf mit fast allen Unterschriften der Helden von Bern. Sein neuester Coup ist das Füllkrug-Bild. Es muss mit einem Platz im oberen Stockwerk vorliebnehmen – auch wegen der 54er-Helden im Wohnzimmer. „Meine Frau wollte nicht, dass auch noch unten im Flur ein Fußballbild hängt.“

So bekam es den Platz in der oberen Etage. Gar keine schlechte Wahl. Denn jeder Gang die Treppe hinauf wird nun mit dem Blick auf „Lücke“ Füllkrug belohnt.

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