WM-Fieber in Deutschland  Füllkrug-Tor lässt Werder-Ostfriesen jubeln

| | 28.11.2022 16:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
2013 stürmte der damals 20-jährige Niclas Füllkrug (am Ball) für Werder Bremen in Firrel (rechts Torwart Florian Hartmann) und erzielte beim Bremer 11:1-Sieg zwei Treffer. Foto: Ortgies
2013 stürmte der damals 20-jährige Niclas Füllkrug (am Ball) für Werder Bremen in Firrel (rechts Torwart Florian Hartmann) und erzielte beim Bremer 11:1-Sieg zwei Treffer. Foto: Ortgies
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Die Werder-Fans der Region sind begeistert vom Helden. Einige trafen ihn kürzlich und ließen sich von ihm ein Bier spendieren. Und in Firrel denkt man an einen speziellen Füllkrug-Auftritt zurück.

Ostfriesland - Nach ewigen Diskussionen über Boykott und Binde lag sich Fußball-Deutschland am Sonntag tatsächlich mal wieder glückselig in den Armen. Mehr als 17 Millionen Menschen feierten vor den Fernsehern den späten Ausgleich gegen Spanien. Und der Jubel im Nordwesten fiel noch ein wenig ekstatischer aus als im Rest der Republik. Denn der Bremer Niclas Füllkrug ließ mit seinem Treffer zum 1:1 die Deutschen wieder vom Einzug ins Achtelfinale träumen. Klar, dass auch die Werder-Fans in Ostfriesland am Tag danach noch völlig aus dem Häuschen waren.

Niclas Füllkrug spendiert hier Petra Kramer-Schönepauck ein Bierchen.
Niclas Füllkrug spendiert hier Petra Kramer-Schönepauck ein Bierchen.

„Wir Bremer mussten lange leiden. Jetzt haben wir wieder einen Helden“, schwärmt der Leeraner Manfred Kramer von Füllkrug. „Lücke ist auch menschlich ein toller Typ.“

Treffen mit Füllkrug in Bremen

Sein Werder-Fanclub „Ossis“ hatte erst unlängst eine wunderschöne Begegnung mit dem neuen WM-Star. „Wir haben noch vor ein paar Wochen mit ihm an einem Tisch gesessen“, erzählt der Vorsitzende der „Ossis“. „Da hat er meiner Frau ein Bier spendiert.“

Auch Hansi Flick gratulierte Niclas Füllkrug. Foto: DPA
Auch Hansi Flick gratulierte Niclas Füllkrug. Foto: DPA

Die „Ossis“ gehörten nämlich zu den Auserwählten, die Ende September eine Einladung zum Abschiedsspiel von Claudio Pizarro erhalten hatten. Und beim Aufgalopp zur Partie auf den Wiesen im Stadionbad hatte Füllkrug einen Job beim Bierausschank übernommen. Zwischendurch gesellte er sich zu den Ostfriesen und plauderte mit ihnen. „Auch da war er ganz, ganz locker drauf“, erzählt Kramer. So spendierte er Petra Kramer-Schönepauck ebenso ein Bierchen wie ein paar anderen Werder-Ossis. Damals stand noch nicht einmal Füllkrugs WM-Nominierung fest. „Er war sehr nett. Nur vom WM-Thema wollte er nichts wissen“, erinnert sich Manfred Kramer.

Zwei Füllkrug-Tore in Firrel

Ostfriesischen Werder-Jubel gab es am Sonntag auch in Wien. Vorsitzender Johannes Poppen von Grün-Weiß Firrel besuchte mit seiner Frau den dort lebenden Sohnemann. Am Abend war in Wien Fußballgucken angesagt. Auch für Bremen-Fan Poppen war das Füllkrug-Tor Balsam auf die zuletzt so geschundene Werder-Seele. „Er hat Musiala einfach den Ball weggenommen und ihn in den Winkel geknallt – einfach großartig. Wir im Norden können uns richtig freuen.“

Bei Poppen kehrten auch sogleich die Erinnerungen an einen Füllkrug-Auftritt in Firrel zurück. Anfang Juli 2013 trat der damals 20-Jährige nach einem Bremer Trainingslager auf Norderney zu einem Testspiel bei GW Firrel an. 3500 Fans sahen einen Bremer 11:1-Sieg und zwei Tore des damaligen Nachwuchstalents. Poppen ist nun ebenso wie Manfred Kramer der Ansicht, dass Füllkrug am Donnerstag gegen Costa Rica in die deutsche Startformation gehört. „So einer fehlt uns einfach vorne im Sturm. Hansi Flick sollte ihn von Anfang an bringen.“ Diese Meinung teilt aber nicht jeder Werder-Fan. Michael Zuidema, Ex-Trainer von Germania Leer sieht „Lücke“ lieber als Joker. „Erst läuft Müller die gegnerische Abwehr müde und dann kommt Füllkrug ins Spiel“, lautet seine Taktik-Hoffnung.

Werder-Fans sind wieder stolz

Zuidema sitzt fast bei jedem Heimspiel im Werder-Stadion und zeigt sich begeistert von Füllkrugs Entwicklung. „Vor einem Jahr hat er selbst in der 2. Liga nichts getroffen und wurde dann unter Trainer Ole Werner immer besser.“

Sein Tor gegen Spanien wurde im Hause Zuidema sogar prophezeit. „Der macht gleich eine Bude“, sagte Zuidemas Frau Insa nach Füllkrugs Einwechslung. Die Art und Weise des Treffers faszinierte Michael Zuidema. „Er wollte das Tor unbedingt und hat Musiala ja quasi zur Seite geschoben.“

Mit der späten Krönung seiner Laufbahn lässt Füllkrug die Werder-Herzen wieder in die Höhe schlagen, wie Zuidema bestätigt. „Nach Jahren voller Nackenschläge macht es mal wieder richtig Spaß, Werder-Fan zu sein.“

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