Erstmals in Deutschland  NFL-Party in München begeistert Ostfriesen

| | 14.11.2022 17:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Fußball-Torjäger Pascal Menken (links) schaute das Spiel mit seiner Freundin Lena Dahlems. Auch wenn seine Seahawks das Spiel verloren, genoss er den Nachmittag.
Fußball-Torjäger Pascal Menken (links) schaute das Spiel mit seiner Freundin Lena Dahlems. Auch wenn seine Seahawks das Spiel verloren, genoss er den Nachmittag.
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Mehrere Football-Fans aus der Region waren beim NFL-Spiel live im Stadion dabei. Drei haben unserer Zeitung ihre Erlebnisse erzählt.

München - In der Allianz-Arena sind Thomas Müller, Serge Gnabry oder Jamal Musiala normalerweise die Hauptdarsteller. Am Sonntag kamen die Stars des FC Bayern München aber auch mal als Fans in ihr „Wohnzimmer“, bestaunten das erste NFL-Spiel überhaupt auf deutschem Boden und genossen das mehrstündige American-Football-Spektakel, für das es laut NFL drei Millionen Ticket-Anfragen gegeben haben soll.

Auch einige Ostfriesen ergatterten manche der rund 70.000 Eintrittskarten. Unsere Zeitung hat mit drei von ihnen gesprochen. Sie alle waren von der NFL-Party in München hellauf begeistert, bei der die Tampa Bay Buccaneers mit Superstar Tom Brady die Seattle Seahawks mit 21:16 besiegten. Selbst der amerikanische Megastar, der den Super Bowl siebenmal gewonnen hat, war von der Atmosphäre begeistert: „Ich habe zweimal im Wembley-Stadion in London gespielt, ich habe im Aztekenstadion in Mexiko gespielt, aber das hier war das Beste, was es gibt“, schwärmte der vermutlich beste Footballer der Geschichte.

Waldemar Schott und Freundin Frauke Gahl aus Wiesmoor waren ebenfalls dabei.
Waldemar Schott und Freundin Frauke Gahl aus Wiesmoor waren ebenfalls dabei.

Waldemar Schott war eine Woche in München

„Es war ein super Erlebnis und noch besser, als ich es mir vorgestellt hatte“, erzählt Waldemar Schott. Der Bezirksliga-Fußballer des VfB Germania Wiesmoor ist seit einigen Jahren Fan des amerikanischen Nationalsports, der auch in Deutschland immer beliebter wird. Inzwischen überträgt auch ProSieben wöchentliche Spiele aus der NFL. „Da schalte ich auch regelmäßig ein.“

Um die Sportart und besonders das Produkt NFL auch außerhalb der USA populärer zu machen, finden schon seit einigen Jahren einige reguläre NFL-Spiele im Ausland statt. London war schon mehrfach ein Austragungsort, nun sollen bis 2025 mindestens vier Begegnungen in Deutschland stattfinden. Zwei in München, zwei in Frankfurt am Main. „Nächstes Jahr in Frankfurt versuchen wir auch wieder Karten zu bekommen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, das Ganze mal hautnah mitzuerleben.“ Der 32-Jährige verbrachte mit seiner Freundin Frauke Gahl (33) eine ganze Woche in München. „Das bot sich mit dem Werder-Spiel vorher an.“ Am Dienstag reisten beide mit dem Zug an, sahen abends den 6:1-Heimsieg der Bayern gegen Bremen. Nach dem Abpfiff begannen schon die Umbauarbeiten im Stadion. Aus dem Fußballfeld musste ein Football-Feld gemacht werden – so als wäre das Spiel in Seattle oder in Tampa. Als die beiden Sonntag nach einer Stunde Wartezeit beim Einlass – es gab strenge Sicherheitskontrollen – wieder in die Arena kamen, staunten sie über das Ergebnis und anschließend über die Atmosphäre: „Es war eine tolle und große Show.“

Pascal Menken dankt einem Studienfreund

Das sah der frühere Landesliga-Stürmer (TuRa 07 Westrhauderfehn) und nach Leerhafe (A-Klasse) zurückgekehrte Fußballer genauso. „Ich bin zwar Seahawks-Fan und hätte mich über einen Sieg gefreut. Aber über allem steht das Erlebnis, das war unglaublich“, so der Football-Fan, der wie Schott erstmals ein Profispiel live im Stadion erlebte. Ihn faszinierte auch das friedliche Miteinander, die gemeinsame Party. „Beim Fußball ist viel Rivalität dabei, so etwas sah man dort überhaupt nicht.“

Ein Studienfreund hatte vier Karten ergattert und zwei Pascal Menken und seiner Freundin Lena Dahlems überlassen. „Da hat er auf ewig einen gut bei mir“, sagt Menken und lacht. Der Ardorfer verfolgt die NFL-Spiele im Fernsehen schon lange, inzwischen sogar mit englischem Kommentar. Er kennt sich aus. Die 95 Euro pro Karte in seiner Platzkategorie waren gut investiertes Geld. Als zum Ende des Spiels das ganze Stadion die Stimmungslieder „Sweet Caroline“ oder „Country Roads“ sang, staunten selbst die Millionäre aus der NFL, wie sie später mehrfach betonten. Das sei episch gewesen, so Brady. „Das war für alle unglaublich. Ich habe mir auch die Kommentare einiger Amerikaner angeschaut, die das gefeiert haben.“ Auch einige Amerikaner hatten sich auf den Weg nach München gemacht.

Norman Rudolph (von links), Janek Grafenburg, Tim Müller und Nils Imhof erlebten schon in der Stadt einiges. Fotos: Privat
Norman Rudolph (von links), Janek Grafenburg, Tim Müller und Nils Imhof erlebten schon in der Stadt einiges. Fotos: Privat

Janek Grafenburg schon vom Freitag begeistert

Als 14-Jähriger erlebte der Neermoorer während eines dreiwöchigen Schüleraustausches in den USA ein High-School-Spiel live, nun folgte für den NFL-Fan die Partie und Party in München. „Es war ein wunderbares Wochenende mit einem tollen Spiel als Höhepunkt“, so der 24-Jährige, der mit zwei Arbeitskollegen und deren Bekannten nach München reiste. Wie Schott zahlten sie jeweils 115 Euro für ihr Ticket. Sie genossen nicht nur das Spiel im Stadion, sondern auch das ganze Drumherum. Vor dem Stadion wurden zahlreiche Mitmach-Aktionen durchgeführt, die NFL hatte einiges aufgefahren. „Man musste lange anstehen, aber es lohnte sich“, so Grafenburg.

Schon der „Prolog“ am Freitagabend und Samstag habe alle begeistert, die ganze Stadt mit vielen deutschen, aber auch zahlreichen ausländischen Football-Fans war im NFL-Fieber. „Wir waren Samstag noch auf einer großen Party von Pro-Sieben im Löwenbräukeller.“

Die ausgelassene Stimmung erlebte dann in der Allianz-Arena am Sonntag ihren Höhepunkt. Auch nach dem Spiel fand der Gute-Laune-Nachmittag noch kein Ende. „Da waren noch tausende Zuschauer, die lange im Stadion blieben und weiter zusammen sangen“, sagte der Fußballer aus Neermoor, der wie alle anderen Ostfriesen denkt: „Das alles will ich gerne nochmal erleben.“

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