Fußballer sind die große Überraschung  Auch dank Ostfriesen – Meppen Dritter in der U19-Bundesliga

| | 09.11.2022 16:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der SV Meppen ist mit den A-Junioren im Sommer in die Bundesliga aufgestiegen. Foto: Imago
Der SV Meppen ist mit den A-Junioren im Sommer in die Bundesliga aufgestiegen. Foto: Imago
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RB Leipzig, Union Berlin oder Werder Bremen: Viele klangvolle Namen stehen in der Tabelle hinter dem SV Meppen. Das liegt auch an mehreren Ostfriesen. Einer trainierte schon bei den Profis mit.

Meppen - Der SV Meppen mischt die U19-Bundesliga auf und ist nach der Hälfte der Saisonspiele Tabellendritter der Nord/Nordost-Staffel. „Das hätte ich in keinster Weise erwartet. Ich wusste, dass wir einen starken Jahrgang zusammen haben. Aber 15 Punkte nach acht Spielen sind herausragend“, sagt Trainer Carsten Stammermann. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt sechs Punkte, vor den Fußballern aus dem Emsland liegen derzeit nur Dynamo Dresden (18) und Hertha BSC Berlin (22).

Die überragende Zwischenbilanz in einer Liga mit Vereinen wie Union Berlin, RB Leipzig oder Werder Bremen ist auch ein Verdienst einiger Ostfriesen. „Sie haben einen großen Anteil daran“, lobt Stammermann. Luca Prasse aus Hinte ist mit vier Treffern bester Torschütze des Teams, Mattis Antoni (Leer), Ole Marx (Leer) und Wilco Docter (Emden) auch Stammspieler. Paul Marx (Leer) kam als Spieler des jüngeren Jahrgangs auch schon zu zwei Einsätzen und Simon Hoffmann kommt langsam richtig in Schwung. Samuel Schönfelder (Emden) war bisher noch ohne Einsatz.

Auricher ist der Held in Berlin

Stürmer Hoffmann aus Aurich, der auch schon für RB Leipzig und Fortuna Düsseldorf aktiv war, war am Sonntag beim 2:0-Sieg bei Viktoria Berlin der Matchwinner. Er wurde in der Halbzeit eingewechselt und erzielte zwei sehr sehenswerte Tore. „Simon fiel zwischendurch auch mal aus, hat sich in den vergangenen Wochen im Training zurückgekämpft und nun mit diesen beiden Toren belohnt. Ich hoffe, er macht so weiter. Denn er hat das Potenzial dazu, ich kenne ihn seit der U15.“

Dies sei eine große Stärke der „Nordwest“-Auswahl im Trikot des SV Meppen. Viele Spieler kennen sich seit vielen Jahren. „Was die Mentalität betrifft, gehören wir zu den besten Teams der Liga.“ So konnten alle vier Heimspiele, die im Stadion von Union Meppen ausgetragen werden, gegen den Berliner AK (3:1), 1. FC Magdeburg (1:0), Dynamo Dresden (2:0) und Hamburger SV (2:1) gewonnen werden.

„Größte Underdog der Liga“

Der Erfolg des Neulings ist umso bemerkenswerter, wenn man die Rahmenbedingungen betrachtet. Fast alle Gegner sind Teil eines Nachwuchsleistungszentrums, haben oft Internatsplätze, kurze Wege und tägliches Training. Viele gegnerischen Spieler besitzen oft auch schon Verträge. „Das alles können wir nicht bieten. Bei uns reist fast jeder Spieler von außerhalb an. Wir trainieren deshalb sicherlich auch am wenigsten von allen Mannschaften. Wir sind der größte Underdog der Liga“, sagt Carsten Stammermann.

Deshalb ist der Coach auch weit davon entfernt, vor dem Samstag-Heimspiel gegen den Zehnten Werder Bremen die Favoritenrolle anzunehmen. Auch wenn Meppen momentan sieben Plätze und fünf Punkte vor dem SVW steht. „Werder wird noch unter den Top fünf landen.“ Für sein eigenes Team hält Stammermann den Klassenerhalt inzwischen für realistisch. Da nur eine einfache Runde (ohne Rückspiele) in der 17er-Staffel absolviert wird, hat Meppen mit acht schon die Hälfte der Spiele absolviert. 15 Punkte gab es bisher. „20 könnten vielleicht schon zum Klassenerhalt reichen“, rechnet er vor. Das wären zwei Siege aus acht Spielen.

Die Spieler des Jahrgangs 2004 werden die A-Jugend im Sommer verlassen und in den Herrenbereich aufrücken. Stammermann traut dem einen oder anderen zu, es ins Drittliga-Team der Meppener zu schaffen und sich dort dann zu empfehlen. Einen Vertrag hat bisher nur der Torwart. Er trainierte als einziger U19-Spieler einmal pro Woche fest bei den Profis mit. Vergangene Woche hatte auch der Ostfriese Luca Prasse dreimal das Vergnügen. Überzeugt der 18-Jährige aus Hinte weiter so in der U19-Bundesliga, dürften es nicht die letzten Einheiten bei den Profis gewesen sein.

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