Sportvereine in der Energiekrise Keine Flutlichtspiele mehr bei TuRa 07 Westrhauderfehn
TuRa 07 Westrhauderfehn wird auf die explodierenden Energiepreise reagieren. Eine Entscheidung bezüglich der Flutlichtspiele hat der Vorstand bereits getroffen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht.
Westrhauderfehn - Jeder Haushalt und jedes Unternehmen spürt die immensen Auswirkungen der Energiekrise. Aber auch die Sportvereine müssen sehen, wie sie mit den steigenden Kosten umgehen. So zum Beispiel auch der Mehrspartenverein TuRa 07 Westrhauderfehn. Die Anlage an der Werftstraße ist in Vereinsbesitz. Die Fußball-Abteilung hat vor Kurzem eine erste Maßnahme beschlossen: „Wir werden keine weiteren Spiele mehr unter Flutlicht austragen. Die jetzt noch angesetzten werden wir durchführen. Anfragen auf Spielverlegungen auf den Abend werden wir ablehnen, natürlich auch keine Freundschaftsspiele um diese Uhrzeit mehr austragen“, erklärte Fußball-Obmann Christian Schulte.
Der Verein sei gerade dabei, die genauen Kostensteigerungen zu erheben und ist im Austausch mit dem Energieversorger. In erster Linie werden die Mehrkosten durch das Flutlicht, die Heizkosten und die Warmwasserversorgung entstehen. „Den Trainingsbetrieb können wir ja nicht einstellen. In der Winterzeit brennt bei den Trainingseinheiten unter der Woche in den Abendstunden das Flutlicht“, so Schulte. Bei TuRa können die Sportler momentan auch noch warm duschen. Und das wird auch so bleiben, wie Schatzmeister Peter Schaa betonte. „Das machen wir auch aus moralischen Erwägungen. Wenn bei uns nicht geduscht werden kann, verlagert sich der Vorgang ja nur nach Hause.“
Mitgliedsbeiträge kein Tabuthema
Wie können die Steigerungen aufgefangen werden? „Es gibt ja letztlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder rigoros sparen oder es müssten weitere Einnahmen generiert werden“, meint Schulte. Diese könnten über Sponsoren und Gönner kommen, über erhöhte Mitgliedsbeiträge oder durch Zuschüsse von den Verbänden. Für Schatzmeister Schaa sind die Mitgliedsbeiträge jedenfalls kein Tabuthema: „Wenn wir im neuen Jahr die genauen Zahlen kennen, müssen wir uns auch damit beschäftigen und auf der Jahreshauptversammlung darüber beraten. Mit den Mitgliedsbeiträgen und den Zuschüssen müssen wir den Grundbedarf unseres Haushalts decken“, so Schaa. Denn neben den bereits aufgezählten Steigerungen sind in letzter Zeit noch die erhöhten Spritkosten sowie im trockenen Sommer die Bewässerung der Rasenplätze hinzugekommen.
KSB-Vorsitzender Jörg Kromminga erklärte, dass der Landessportbund einen Härtefond– ähnlich wie in der Corona-Krise – aufsetzen wolle. Demnach müssten aber zunächst sämtliche Eigenmittel beim Verein aufgebraucht sein. „Das hilft den Vereinen bei der Bewältigung der aktuellen Probleme nicht weiter“, so Kromminga. Er habe als beratendes Mitglied im Ausschuss Ehrenamt, Sport und Kultur beim Landkreis Leer für die nächste Sitzung am 21. November den Tagesordnungspunkt „Energiezuschuss für die Vereine“ durchsetzen können. „Ich hoffe sehr, dass im November etwas passiert und die Politik die Probleme der Vereine erkennt. Bisher gab es nur Absichtserklärungen“, so Kromminga.
Vor allem jene Vereine sind besonders hart betroffen, die über eigene Sportanlagen verfügen. Dabei ist es in Ostfriesland von Landkreis und Stadt komplett unterschiedlich, wie die Klubs für den laufenden Betrieb unterstützt werden. In diesen Zeiten haben vor allem jene Vereine keine Sorgen, die die Sportplätze oder Turnhallen kostenlos als Pächter zur Verfügung gestellt bekommen. „Ganz klar, die Vereine mit Selbstbesitz sind derzeit klar im Nachteil“, weiß auch Kromminga. Ob es Hilfen geben wird, ist hingegen noch völlig offen.