Bezirksligist startete Aufholjagd Nach Horror-Start hat Groothuis mit Aurich die Wende geschafft
Acht Niederlagen zum Start, nun 13 Punkte in sechs Partien: die SpVg Aurich ist im Kommen. Der Trainer freut sich und mahnt zugleich. Das nächste Spiel ist für ihn ein ganz besonderes.
Ostfriesland - Vor einem Monat war die SpVg Aurich noch das größte Sorgenkind der Fußball-Bezirksliga. Der Traditionsverein vom Ellernfeld startete mit acht Niederlagen in Serie in die Saison. Der 2:1-Sieg gegen den SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel am 21. September hat sich als Brustlöser erwiesen. Seither ergatterte die SpVg 13 Punkte aus sechs Spielen und hat nur noch einen Punkt Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. „Wir sind inzwischen auf dem Weg und sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagt Trainer Uwe Groothuis, der mit trockenem Humor hinzufügt. „Hoffen wir nicht, dass es das Licht des entgegenkommenden LKW‘s ist.“
Der mit 68 Jahren älteste und erfahrenste Bezirksliga-Trainer freut sich natürlich, dass die Trendwende geschafft wurde. „Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns und müssen uns weiter in allen Bereichen verbessern. Für uns ist jedes Spiel sauschwer.“
Klare Entwicklung erkennbar
Im Sommer hatte die SpVg mehr als ein Dutzend Abgänge auch vieler Stammspieler zu verkraften. Der neue Coach aus Emden musste ein neues Team formen aus wenig Verbliebenen und Neuzugängen aus der A-Jugend, Reserve (B-Klasse), von unterklassigen Vereinen und der Fußball-Akademie in Schüttorf. Besonders diese ausländischen Akteure deuteten ihr großes fußballerisches Potenzial auch schon zu Saisonbeginn an, hatten gerade bei Rückständen aber auch Probleme mit einer gewissen taktischen Disziplin. „Das ist schon viel besser geworden. Wir als Mannschaft sind auch fitter, das ist auch wichtig. Aber darauf ausruhen können wir uns nicht.“
Die Ergebnisse – zuletzt drei Siege und ein Remis – sprechen dafür, dass Vaterfigur und Trainer Uwe Groothuis mit seinem Team große Schritte gemacht hat. „Die Stimmung bei den Jungs war ohnehin immer gut, auch als es nicht so gut lief.“
Fünf Jahre in Wiesmoor gewesen
Das nächste Spiel führt die Auricher nun nach Wiesmoor, an die alte Wirkungsstätte des Trainers. Von 2017 bis 2021 trainierte der 68-Jährige die erste Mannschaft, führte sie mit zwei Aufstiegen von der A-Klasse in die Bezirksliga. Vergangene Saison trainierte er dann die Reserve. Nach Jahrzehnten bei Kickers Emden, seinem Heimatverein, ist Germania Wiesmoor die Station, bei der er außerhalb Emdens am längsten wirkte. „Das ist für mich natürlich ein absolut besonderes Spiel. Ich freue mich schon sehr darauf, viele Leute wiederzusehen.“
Dazu zählt auch Jürgen Zimmermann, der in Wiesmoor im Sommer ebenfalls einen Umbruch einzuleiten hatte und dies bisher prima meistert. Beide kennen sich auch noch aus gemeinsamen Spielertagen beim BSV Kickers Emden. Nun werden sie sich am Samstag ab 18 Uhr als Bezirksliga-Trainer gegenüberstehen.
Spannung im Tabellenkeller
Im Tabellenkeller sind die beiden Aufsteiger Suurhusen (zwei Punkte) und Moordorf (drei) schon abgeschlagen. Davor herrscht aber große Spannung, da am vergangenen Wochenende fast alle Kellerkinder punkten konnten. Mit Norden und Jheringsfehn stehen sich Samstag ab 16 Uhr zwei direkte Konkurrenten gegenüber. Bereits eine Stunde früher empfängt der SV Hage den Tabellenführer aus Esens. Fünf Partien stehen am Sonntag an.
Eingeläutet wird der Spieltag am langen Wochenende mit dem Kreis-Derby zwischen Germania Leer und TV Bunde am Freitagabend. Für die Leeraner „Flutlicht-Könige“ ist es das neunte Flutlichtspiel in dieser Saison (sieben Heim-, zwei Auswärtsspiele) – und auch das letzte im Kalenderjahr 2022. Anstoß ist um 20 Uhr.