Leistungsträger kehrt zurück Milad Faqiryar ist bei Kickers ein Lichtblick in dunklen Zeiten
Seit Mitte August fehlte der 29-Jährige verletzt. Während der Leistungsträger gegen Werders U23 zurückkehrt, müssen vier Akteure auf die Tribüne. Drei sind gesperrt, einer eigentlich spielfähig.
Emden - Zehn Niederlagen in elf Spielen, viele deutliche Pleiten und nun drei gesperrte Spieler: Es sind schwierige und dunkle Zeiten für den Fußball-Regionalligisten BSV Kickers Emden (19.). Vor dem Heimspiel am Samstag gegen die U23 von Werder Bremen (13./ Anstoß 14 Uhr) sorgt die Rückkehr von Milad Faqiryar aber für einen Lichtblick beim Tabellenletzten.
„Ich bin wieder schmerzfrei und konnte nun auch zwei Wochen mit der Mannschaft trainieren“, sagt der Leistungsträger, der einer von nur drei Spielern im BSV-Kader mit Regionalliga-Erfahrung ist. In den Spielzeiten 2013/2014 und 2015/2016 lief der Ostfriese mit afghanischen Wurzeln für den BV Cloppenburg auf. 2018 kehrte der Auricher zum BSV Kickers zurück und war einer der Garanten für die beiden Aufstiege von der Landes- bis in die Regionalliga, in der er am 21. August gegen Eintracht Norderstedt (0:3) bereits nach zehn Minuten wegen einer Muskelverletzung und Achillessehnenproblemen ausgewechselt werden musste.
Unser Tipp
Emden – Werder II 1:3. Wieder muss Kickers Umstellungen vornehmen und auf drei gesperrte Stammspieler verzichten. Gepaart mit dem fehlenden Selbstvertrauen dürfte es schwer werden, den spielstarken Bremern das Leben so schwer zu machen, dass sie ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden.
Wen setzt Emmerling auf die Tribüne?
„Milad ist ein enorm wichtiger Spieler für uns, der für mehr Stabilität in der Abwehr sorgen soll“, erklärt Trainer Stefan Emmerling. Bei der Ostfriesland-Cup-Finalniederlage gegen Firrel (2:3) kam der 29-Jährige am 5. Oktober zu seinem Comeback. Bereits zur Pause, weil Verteidiger Ibrahim Sillah wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte. Der Nationalspieler aus Sierra Leone ist ebenso rotgesperrt wie Kapitän Bastian Dassel, der im letzten Heimspiel gegen Phönix Lübeck wegen einer Notbremse schon in der 2. Minute vom Platz musste. Bei der 0:3-Pleite sah Matthias Goosmann zudem seine fünfte Gelbe Karte.
So wird es im Emder Kader am Samstag wieder überschaubar zugehen, zumal Stefan Emmerling aus dem Quartett Ayo Adeniran, Adeyemi Ayodele, André N’Diaye und Vafing Jabateh wieder einen auf die Tribüne setzen muss. In der Regionalliga dürfen nur drei Nicht-EU-Ausländer im Kader stehen.
Faqiryar und seine Fehleinschätzung
Da drei Defensivspieler gesperrt sind, ist die Rückkehr von Milad Faqiryar, der auch Offensivqualitäten besitzt, umso wichtiger. Seinen Drang nach vorne muss der Vater des vierjährigen Elias Samstag aber bändigen. „Ziel muss es für uns sein, wieder kompakter zu stehen und sehr eng an den Leuten zu sein“, sagt Emmerling.
Bei Faqiryar ist die Botschaft angekommen, zumal es gegen die Angstgegner Profi-Reserve geht. „Vor der Saison habe ich gedacht, dass das die Gegner sind, gegen die wir mit viel Leidenschaft unsere Punkte holen. Nach elf Spielen muss man sagen, dass es die Gegner sind, gegen die wir am meisten auf die Fresse bekommen haben“, so der Verteidiger.
Emmerling war auf Spionagetour
1:6 (Hamburger SV II), 1:5 (Hannover 96 II) und 0:7 (Holstein Kiel II) lauteten die Resultate. „Allerdings waren die Spiele allesamt auswärts. Ich hoffe, dass eine Partie gegen eine spielstarke junge Mannschaft auf unserem Platz anders verläuft“, sagt Faqiryar, der mit seinen Teamkollegen auch auf einen Ostfriesen trifft. Der 20-jährige Lasse Rosenboom aus dem Landkreis Wittmund will die Tabelle ausblenden: „Wir wissen, was auf uns zukommt. Das wird keine einfache Aufgabe. Wenn Teams gegen Werder spielen, sind sie und auch die Zuschauer noch motivierter.“
Zumal die Bremer auch mit einer 1:5-Bürde anreisen. Bei der Derbyniederlage gegen den HSV II war auch Stefan Emmerling unter den Zuschauern. Während der Trainer auch am Sonntag bei St. Pauli II auf Spionagetour war, durften die Spieler am spielfreien Wochenende nach den vielen Negativerlebnissen der vergangenen Wochen mal die Köpfe etwas freibekommen. In dieser Woche wurde dann viermal trainiert. „Wir müssen nun anfangen zu punkten. Nach elf Spieltagen ist noch keiner abgestiegen. Andersherum sagt die Tabelle aber auch das aus, was bisher war.“
Zu den drei winzigen Punkten (3:0 gegen den Bremer SV) sollen trotz der drei gesperrten Stammspieler schon Samstag welche dazukommen. Dabei kommt Lichtblick Milad Faqiryar eine wichtige Rolle zu, die er auch annehmen will. „Ich schleppe nicht den Rucksack der vergangenen Spiele mit mir herum und möchte das gegen Werder auch auf dem Platz zeigen. So gehe ich in das Spiel.“
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