Phönix Lübeck tritt in Emden an  Kickers-Gast hat Ex-Akteur von Inter Mailand im Team

| | 30.09.2022 14:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Morten Knudsen spielte schon in der 1. dänischen Liga und wechselte 2021 von Vendsyssel FF zu Phönix Lübeck. Fotos: Imago
Morten Knudsen spielte schon in der 1. dänischen Liga und wechselte 2021 von Vendsyssel FF zu Phönix Lübeck. Fotos: Imago
Artikel teilen:

Phönix Lübeck bietet internationale Erfahrung auf. Im Vorjahr war dort der Ostfriese Daniel Franziskus Co-Trainer. Seinen Zoff mit Kickers Emden hat sein Ex-Klub natürlich verfolgt.

Emden - Um die Kräfteverhältnisse zwischen Fußball-Regionalligist BSV Kickers Emden und dem heutigen Gast Phönix Lübeck (Anstoß 14 Uhr) einschätzen zu können, genügt der Vergleich der Kapitäne. BSV-Chef Bastian Dassel spielte vor seinem Wechsel nach Emden in Esens und Großefehn. Phönix-Spielführer Morten Knudsen kickte für Inter Mailand – allerdings ohne Serie-A-Einsatz –, in der dänischen Super League und bestritt 20 Partien für Dänemarks Jugendnationalteams.

Auch andere Phönix-Akteure wie Haris Hyseni (früher Jahn Regensburg) oder der Niederländer Stan van Dijck (früher Venlo und Roda Kerkrade) gehen neben dem Fußball keinem anderen Job nach. „Bei uns herrscht Halbprofitum“, sagt der Sportliche Leiter Frank Salomon. „Wenn wir wollen, können wir auch über Tag trainieren.“

Kein Phönix-Kontakt zu Franziskus

Trotzdem übt sich Salomon vor dem Gastspiel beim Tabellenletzten in Ostfriesland in Bescheidenheit. „Wir reisen mit dem nötigen Respekt an, lassen uns vom Emder Tabellenstand nicht blenden und stellen uns auf einen heißen Tanz ein.“

Frank Salomon ist SportlicherLeiter und einer der Macher bei Phönix.
Frank Salomon ist SportlicherLeiter und einer der Macher bei Phönix.

Extra-Ratschläge von einem guten Bekannten hat Salomon allerdings nicht eingeholt. Der Emder „Beinahe-Sportdirektor“ Daniel Franziskus, der sich mit öffentlichen Anfeindungen gegenüber Kickers-Trainer Stefan Emmerling nicht gerade beliebt gemacht hat, war nämlich bis zum Sommer für ein halbes Jahr Co-Trainer bei Phönix. „Aktuell gibt es keinen Kontakt“, sagt Salomon. „Aber wir sind im Guten auseinander gegangen. Daniel hatte ein bisschen Heimweh und wollte deshalb zurück nach Ostfriesland.“

Phönix hat große Tradition

Der Franziskus-Skandal und die im „Kicker“ geübte Kritik des einstigen Phönix-Mannes am Emder Trainer hat auch Salomon vernommen. „Wir waren natürlich erstaunt. Wenn man sich im Kicker Vorwürfe um die Ohren haut, gibt es keine Gewinner, sondern nur Verlierer.“

Doch der Phönix-Funktionär beschäftigt sich nur auf Nachfrage mit dieser Emder Baustelle. Er konzentriert sich auf seinen Verein. Frank Salomon gehört zu jenen Leuten, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sein Klub nach langem Dornröschenschlaf wie Phönix aus der Asche stieg und nun wieder an alte Zeiten anknüpft. „Wir sind ein bisschen der vergessene Klub in Lübeck“, sagt er. Der 58-Jährige und ein paar Mitstreiter haben sich nun zum Ziel gesetzt, alte Phönix-Traditionen neu zu beleben.

Aktueller Neuzugang aus Rumänien

Bis 1972 spielte der Klub in der damals zweitklassigen Regionalliga, bis Mitte der 80er gehörte er der drittklassigen Amateuroberliga an, ehe der langsame Abstieg einsetzte. Tiefpunkt war 1999 der Rückzug in die siebtklassige Bezirksliga. Seit drei Jahren ist Phönix Lübeck zurück in der Regionalliga. Das altehrwürdige Domizil am Flugplatz sieht noch fast so aus wie früher. „An unserer maroden Sportanlage hat sich so gut nichts getan.“ Neuerdings darf der Klub dort immerhin wieder auflaufen – sofern es sich nicht um Sicherheitsspiele handelt. Aber das Heimderby gegen den VfB Lübeck muss beispielsweise beim Gegner ausgetragen werden.

Frank Salomon will mithelfen, das alles zu ändern. So bastelt der Klub unentwegt daran, die Mannschaft zu verstärken und verpflichtete erst vor drei Wochen den Österreicher Marcel Holzmann. Der 32-Jährige spielte früher schon bei Bayern München II und war bis zum Sommer dieses Jahres in der 1. Liga Rumäniens am Ball.

Bei solchen Transfers mitten in der Saison kann Kickers Emden nur neidvoll zuschauen. Trotzdem werden die Kickers-Amateure alles daransetzen, das mit Profis besetzte Team aus Lübeck auf ostfriesischem Kleiboden niederzuringen.

Ähnliche Artikel