Norderstedt siegt mit 3:0 Ein Stefan-Raab-Besieger bezwang nun Kickers Emden
Ernüchterung herrschte bei Kickers nach dem 0:3. Norderstedts Trainer Olufemi Smith freute sich dagegen über einen souveränen Sieg. Vor 14 Jahren gewann er viel Geld gegen Stefan Raab.
Emden - Kickers Emden zahlt in der Fußball-Regionalliga Nord weiter viel Lehrgeld. Alles ist schneller, dynamischer, technischer, härter. Das musste der Aufsteiger auch am Sonntagnachmittag gegen Eintracht Norderstedt feststellen. Vor offiziell 618 Zuschauern verloren die Ostfriesen auch das fünfte Spiel. Beim 0:3 gegen Eintracht Norderstedt zahlte der Tabellenletzte nun gegen einen Millionen-Gewinner Lehrgeld.
Norderstedt-Trainer Olufemi Smith hatte 2008 im Fernsehen die Pro-Sieben-Show „Schlag den Raab“ und den Jackpott von 2,5 Millionen Euro gewonnen. „Ich bin noch kein Rentner, arbeite auch noch und habe das Geld damals gut angelegt“, sagte der frühere hochklassige Hamburger Amateurkicker nach dem Spiel im Ostfriesland-Stadion mit einem Lächeln.
„Haben Kickers ernst genommen“
Viel lieber als über seinen vor 14 Jahren schwer erkämpften TV-Sieg gegen Stefan Raab in einem epischen Fünf-Stunden-Duell wollte der 44-Jährige über die viel leichter ergatterten drei Punkte in 90 Regionalliga-Minuten reden. „Wir mussten schon investieren, um uns die Punkte zu verdienen. Wir haben den Gegner eben auch ernst genommen. Das sieht man auch daran, dass wir einen Tag früher angereist sind und im Hotel geschlafen haben.“
Kickers-Trainer Stefan Emmerling veränderte seine Mannschaft gegenüber der 0:4-Niederlage in Jeddeloh am Mittwoch zwar nur auf einer Position (Matthias Goosmann statt Vafing Jabateh), dafür aber vom System. Statt der gewohnten Dreierkette trat Kickers in der Defensive mit einer Viererkette an, in der Nick Köster (zuletzt Sechser) den Rechtsverteidiger bildete. Linksverteidiger Milad Faqiryar spielte nur zwölf Minuten, dann schied er verletzt aus. Für ihn kam Marvin Eilerts. Zur Pause – als Emden 0:2 zurücklag – stellte der Coach wieder auf Dreierkette um, brachte mit Gabriel Bamezon einen zweiten Stürmer.
Taktik war nicht entscheidend
An der taktisch veränderten Formation lag es nicht, dass Kickers zur Pause verdient mit 0:2 zurücklag. „Wir müssen wieder die Grundtugenden auf den Platz bekommen, mehr Zweikämpfe gewinnen. Da ist es egal, ob wir mit einer Dreier-, Vierer- oder Fünferkette spielen“, sagte Torwart Jannik Wetzel, der nach und trotz Rückenproblemen ins Tor zurückkehrte. „Wir haben mit dem 0:4 in Jeddeloh und 0:3 gegen Norderstedt nun zweimal auf den Arsch gekriegt. Wir werden uns aber bestimmt nicht aufgeben.“
Nach zwei Halbchancen der Eintracht und einer vergebenen Großchance von Gäste-Sturmtank und Kapitän Jan Lüneburg war es der quirlige Elias Saad, der von Linksaußen nach innen dribbelte und aus 18 Metern mit einem schönen Schuss ins kurze Eck zum 0:1 traf (20.). Nach einer Ecke köpfte Verteidiger Yannik Nuxoll aus sechs Metern zum 0:2 ein (29.). Torwart Wetzel sah dabei nicht souverän aus. Kurz vor der Pause hätte Kangmin Choi fast das 0:3 erzielt. Er schoss aus zehn Metern aber zu unplatziert.
Emmerling kündigt intensive Woche an
„Ich hätte gedacht, dass Kickers nach dem 0:2 nach vorne mehr probiert, uns auch mal zustellt. Aber ich konnte in Ruhe die Bälle spielen“, meinte Gäste-Torwart Lars Huxsohl, der aus Jemgum stammt und auf der Tribüne von mehr als einem Dutzend Familienmitgliedern und Freunden unterstützt wurde. Der Keeper musste nur einmal in der ersten Halbzeit klären, als Andre N’Diaye nach einer starken Einzelleistung aus spitzem Winkel fast das Emder 1:0 besorgt hätte (14.). Ansonsten gab Norderstedt klar den Ton an.
Nachdem Huxsohl Sekunden nach Wiederanpfiff einen ordentlichen Fernschuss von Ayo Adeniran zu halten hatte, kam nochmal ein paar Minuten Stimmung auf der Tribüne auf. „Ein 0:2 ist aufzuholen, das hat man Samstag erst in Dortmund gesehen“, sagte Stefan Emmerling, der nur wenige Minuten auf eine Aufholjagd hoffen durfte. Emdens Elan verpuffte und Norderstedt traf nach einer weiteren Ecke durch Saad schnell zum 0:3 (56.). Danach war Norderstedt dem 0:4 näher als Emden dem 1:3.
„Das war ein bitterer Nachmittag“, sagte Emdens Trainer Stefan Emmerling. „Mir gefällt es nicht, wie wir uns momentan in den Zweikämpfen präsentieren. Wir müssen ekliger werden. Zweikämpfe werden wir diese Woche intensiv trainieren.“ Er kündigte auch an, beim Auswärtsspiel in Hamburg die zweikampfstärksten Spieler der Woche aufstellen zu wollen und setzte schon im Spiel ein Zeichen, als er den letztjährigen Leistungsträger Ibrahim Sillah auswechselte. Nach 35 Minuten.
0:3 gegen Norderstedt – nächste Niederlage für den BSV Kickers
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„Wir brauchen endlich einen Brustlöser“