Großes Abenteuer für Fußballtalente  Elf Ostfriesen spielen für Meppen in der Junioren-Bundesliga

| | 19.08.2022 12:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Luca Prasse aus Hinte erzielte im ersten Spiel direkt sein erstes Bundesliga-Tor. Foto: Archiv
Luca Prasse aus Hinte erzielte im ersten Spiel direkt sein erstes Bundesliga-Tor. Foto: Archiv
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Die U17- und U19-Junioren aus Meppen starteten vielversprechend in die Bundesliga-Saison. Auch elf Ostfriesen sind dabei. Einige hatten großen Anteil am ersten Sieg.

Meppen - Am vergangenen Wochenende startete für die B- und A-Junioren-Fußballer des SV Meppen das Abenteuer Jugend-Bundesliga. Das dürfen auch insgesamt elf Ostfriesen miterleben. Die hatten direkt maßgeblichen Anteil am Auftakterfolg der U19 (A-Jugend). Beim 3:1-Sieg der Emsländer gegen Mitaufsteiger Berliner AK kamen die Torschützen nämlich aus Leer, Hinte und Emden.

In der U19-Mannschaft von Trainer Carsten Stammermann (mittlere Reihe, Erster von links) spielen auch sieben Ostfriesen. Das sind (hintere Reihe) Luca Prasse (Erster von links), Wilko Docter (Fünfter von links), Paul Marx (Achter von links), Samuel Schönfelder (Neunter von links), (mittlere Reihe) Simon Hoffmannn (Sechster von links), (vordere Reihe) Ole Marx (Zweiter von links) und Mathis Antoni (Dritter von links). Foto: JLZ Emsland
In der U19-Mannschaft von Trainer Carsten Stammermann (mittlere Reihe, Erster von links) spielen auch sieben Ostfriesen. Das sind (hintere Reihe) Luca Prasse (Erster von links), Wilko Docter (Fünfter von links), Paul Marx (Achter von links), Samuel Schönfelder (Neunter von links), (mittlere Reihe) Simon Hoffmannn (Sechster von links), (vordere Reihe) Ole Marx (Zweiter von links) und Mathis Antoni (Dritter von links). Foto: JLZ Emsland

„Die Nervosität war schon da. Wir konnten sie aber nach und nach ablegen“, erzählt Luca Prasse. Der Mann aus Hinte erzielte in der 89. Minute den 2:1-Führungstreffer, der gerade eingewechselte Emder Wilko Docter besorgte in der Nachspielzeit noch das 3:1. „Der Jubel war riesig. Das war schon ein krasses Gefühl“, berichtet Luca Prasse. Den 1:1-Ausgleich hatte der Leeraner Ole Marx besorgt. Das passierte alles in Überzahl, nachdem ein Berliner in der 27. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Mit Mathis Antoni (Leer) und Simon Hoffmann (Aurich) standen zwei weitere Ostfriesen in der Startelf. Zusammen mit Paul Marx (Leer) und Samuel Schönfelder (Emden) bilden sie allesamt die Ostfriesen-Fraktion im U19-Nachwuchs des Jugendleistungszentrums (JLZ) Emsland. „Wir fahren meistens auch alle zusammen mit dem Zug zum Training nach Meppen.“ Viele von ihnen, so wie der 18-jährige Prasse, spielen schon seit einigen Jahren in Meppen, betreiben seither einen großen Aufwand.

Zwei-Tages-Tour für 90-Minuten-Spiel

Erstmals dürfen sie sich nun in der höchsten deutschen Spielklasse messen. Gegner sind unter anderem RB Leipzig, Werder Bremen oder Hertha BSC Berlin. Am Sonntag steht nun das erste Auswärtsspiel an: um 11 Uhr bei Hertha Zehlendorf in Berlin. Für Luca Prasse und Co. bedeutet das: Samstagmorgen Training in Meppen, dann Busfahrt nach Berlin und Hotelübernachtung – und am Sonntagnachmittag wieder die 500 Kilometer zurück ins Emsland. „Das ist schon aufregend. Man freut sich trotz des hohen Aufwandes darauf“, sagt Prasse.

Den ersten von vielen Zwei-Tages-Trips schon hinter sich haben die Meppener U17-Junioren in der B-Jugend-Bundesliga. Auch sie treten in der dreigeteilten höchsten deutschen Spielklasse in der Staffel Nord/Nordost an, die neun (!) Bundesländer umfasst. Für die 16- und 17-Jährigen ging es 600 Kilometer nach Chemnitz. „Es ist natürlich ein riesiger Aufwand. Aber es ist eben auch Bundesliga, und da wollten wir hin“, sagt U17-Trainer Lucas Beniermann. Er machte mit der Regionalliga-Meisterschaft seines Teams im Juni den Meppener Doppel-Triumph perfekt. Die 1:2-Niederlage im sächsischen Chemnitz zum Bundesliga-Start tat einerseits weh, machte anderseits aber auch Mut. „Wir haben mitgehalten und ein gutes Spiel gemacht.“

Auch vier Ostfriesen bei der U17

Mit Colin Decker (Wittmund), Jonas Goldenstein (Samtgemeinde Esens) und Leonardo Halili (Leer) standen drei Ostfriesen in der Startelf, vierter Ostfriese ist Tilo Meyer (Jemgum). Für das Quartett und viele weitere Spieler aus der Mannschaft ist die Bundesliga ein „riesen Sprung“. Decker (Meppen U16) und Goldenstein (VfB Oldenburg) spielten vergangene Spielzeit noch in der Landesliga, kletterten nun drei Spielklassen. Meyer und Halili waren bis zum Sommer für Kickers Emden in der Niedersachsenliga aktiv, für sie ging es nun zwei Ligen nach oben.

Lucas Beniermann (mittlere Reihe, Dritter von links) führte die U17 als Trainer in die Bundesliga. Dort sind diese Saison mit Jonas Goldenstein (hinten, Zweiter von links), Tilo Meyer (mittlere Reihe, Vierter von links), Leonardo Halili (vorne, Sechster von links) und Colin Decker (Siebter von links). Werner Decker (stehend, ganz rechts) aus Wittmund ist zudem Teammanager. Foto: JLZ Emsland
Lucas Beniermann (mittlere Reihe, Dritter von links) führte die U17 als Trainer in die Bundesliga. Dort sind diese Saison mit Jonas Goldenstein (hinten, Zweiter von links), Tilo Meyer (mittlere Reihe, Vierter von links), Leonardo Halili (vorne, Sechster von links) und Colin Decker (Siebter von links). Werner Decker (stehend, ganz rechts) aus Wittmund ist zudem Teammanager. Foto: JLZ Emsland

Im ersten Heimspiel trifft die U17 diesen Sonntag um 11 Uhr auf Hertha BSC Berlin. „Die Berliner werden diese Woche möglicherweise doppelt so viel trainiert haben wie wir“, sagt Lucas Beniermann. Meppen spielt zwar nun auch in der Bundesliga, gegenüber den vielen großen Klubs aber doch noch in einer anderen Liga. Meist dreimal die Woche wird in Meppen trainiert. Die vierte Einheit ist individuell vor Ort des Spielers, manchmal auch in Meppen. Während in Berlin, Bremen oder Leipzig die Spieler teilweise in Internaten leben und mit Schulkooperationen auch Vormittags-Einheiten möglich sind, reisen die Meppener Nachwuchskräfte aus dem ganzen Emsland, der Grafschaft Bentheim oder eben Ostfriesland lange nach Meppen. Mancher Ostfriese braucht 90 Minuten für eine einfache Tour. „Das darf man alles nicht vergessen. Wir sind mit unserem Trainingspensum bis hierhin weit gekommen“, sagt Lucas Beniermann.

Hohe Kosten für den Verein

Er ist auch Nachwuchskoordinator bei den Meppenern. Der finanzielle Mehraufwand für das Jugendleistungszentrum (JLZ), in dem auch der SV Meppen organisiert ist, ist enorm. Für die U17 und U19 stehen nun wesentlich höhere Anreise- und zusätzlich an fast jedem Wochenende Übernachtungskosten an. „Es gibt auch Zuschüsse vom DFB. Aber unsere Kosten sind gegenüber der Regionalliga natürlich dennoch gestiegen.“

Möglicherweise wird die Bundesliga-Saison für alle Beteiligten ein einjähriges Abenteuer sein. Von den jeweils 17 Mannschaften steigen sechs ab. Es wird auch nur eine einfache Runde ohne Rückspiel absolviert. „Wir gehen nicht blauäugig in die Saison, wollen aber mit den beiden Teams so viele Punkte wie möglich sammeln.“ Die U19 hat schon die ersten drei auf dem Konto – auch dank dreier Ostfriesen-Tore von Ole Marx, Luca Prasse und Wilko Docter.

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