BSV vor zweitem Saisonspiel  So will Kickers Emden den Topfavoriten Lübeck ärgern

| | 04.08.2022 15:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf die eine oder andere gefährliche Aktion von Ayo Adeniran (links) hoffen die Emder auch beim Topfavoriten VfB Lübeck. Archivfoto: Ortgies
Auf die eine oder andere gefährliche Aktion von Ayo Adeniran (links) hoffen die Emder auch beim Topfavoriten VfB Lübeck. Archivfoto: Ortgies
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Das Auftaktprogramm für Kickers Emden hat es in der Fußball-Regionalliga schon in sich. Nach Vizemeister Flensburg reisen die Ostfriesen am Freitagabend zum Topfavoriten Lübeck.

Emden - Schon nach dem letzten Spiel gegen Flensburg bekam Torjäger Tido Steffens glänzende Augen. „Das ist das Spiel der Spiele“, meinte der Stürmer von Kickers Emden über die Partie in der Fußball-Regionalliga-Nord am Freitagabend (19.30 Uhr, Liveticker und Livestream auf oz-online.de) beim VfB Lübeck. Der Traditionsverein ist der Topfavorit auf den Aufstieg in die 3. Liga.

Bräutigam Holger Wulff ist ein Kandidat für die Startelf.
Bräutigam Holger Wulff ist ein Kandidat für die Startelf.

Von den 19 Regionalliga-Trainern nannten in einer Umfrage alle den VfB Lübeck als Mitfavoriten. Am letzten Wochenende setzte der VfB eine Duftmarke im DFB-Pokal, konnte sich vor 10.500 Zuschauern in der ersten Runde gegen den Zweitligisten Hansa Rostock durchsetzen.

Lübeck hofft auf 3500+x Zuschauer

Nach dem überraschenden Sieg rechnet auch Kickers-Trainer Stefan Emmerling mit einem euphorischen Gegner. „Das wird schon ein früher Höhepunkt der Saison. Alle freuen sich auf diese Partie.“ Während der Coach in seiner langen Karriere mehrfach vor großen Kulissen spielen durfte, werden die meisten Emder Kicker sicher noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt haben. „3500 plus x ist meine Hoffnung“, meinte VfB-Pressesprecher Christian Jessen.

Insgesamt 1270 Dauerkarten konnten die Lübecker im Vorfeld der Saison absetzen. Nach dem Pokalerfolg rechnen die Gastgeber auch gegen Kickers mit einer stattlichen Zahl. Die Emder gehen davon aus, dass rund 100 Fans die Mannschaft an die Ostsee begleiten werden, ein Fanbus wird auch eingesetzt.

Es geht um Wiedergutmachung

„Für uns geht es auch ein bisschen um Wiedergutmachung. Natürlich kann man gegen Flensburg verlieren, aber wir haben die erste Halbzeit gegen Flensburg noch einmal genau analysiert, das war gar nicht gut“, hat Emmerling mit seinem Team die Schwachpunkte genau angesprochen.

Defensiv müsse man das in Lübeck deutlich besser machen. „Die beiden Tore fielen viel zu einfach.“ Seine Mannschaft habe dem Gegner viel zu große Räume gelassen. Ihm habe es aber gefallen, wie sein Team in der zweiten Halbzeit aufgetreten sei. „Durch die Einwechslungen von Wulff, Jabateh und auch Köster standen wir besser“, so Emmerling. So könne es durchaus sein, dass es in der Startelf einige Anpassungen geben wird.

Fragezeichen hinter Visser

Ein Fragzeichen steht noch hinter Heiko Visser, der sich gegen Flensburg am Sprunggelenk verletzte und früh ausgewechselt werden musste. Ramon Issa (ebenfalls Sprunggelenksprobleme) wird definitiv ausfallen, ansonsten sind alle Spieler fit. Lübecks Trainer Lukas Pfeiffer redet gar nicht um den heißen Brei herum. „Es ist ja schon viel geschrieben worden und wir haben unsere Ziele formuliert: Ja, wir wollen in dieser Saison aufsteigen.“

War seine Mannschaft im Pokal gegen Rostock krasser Außenseiter, ist die Rollenverteilung am Freitagabend genau umgekehrt. „So krass sehe ich den Unterschied aber gar nicht. Zwischen uns und Rostock liegen schon noch zwei Ligen. Ich gehe davon aus, dass Kickers bis in die Haarspitzen motiviert sein und sehr hart kämpfen wird“, meint Pfeiffer.

VfB trainiert unter Profibedingungen

Er prophezeit, dass seine Mannschaft schon mehr Ballbesitz haben werde. „Momentan haben wir null Punkte. Wir wollen gegen Emden jetzt auch einen starken Start in die Saison hinlegen. Ich bin zuversichtlich, denn nach der Pokalfeier war die Bereitschaft und die Intensität auch in dieser Trainingswoche sehr intensiv“, erklärt Pfeiffer, der mit seiner Mannschaft unter Profibedingungen trainieren kann.

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„Wir haben gegenüber der letzten Spielzeit noch einmal einiges angepasst, die Voraussetzungen sind optimal.“ Nach 16 Jahren schaffte der Klub 2020 mit dem Aufstieg in die 3. Liga die Rückkehr in den Profifußball, stieg in der Corona-Saison aber direkt wieder ab. In dieser Spielzeit soll es erneut mit dem Sprung in die Profiliga klappen. Die Anstrengungen wurden noch einmal verstärkt, da in dieser Saison der Meister aus der Regionalliga-Nord auch direkt aufsteigen wird.

Der Wunsch, die Partie am Freitag auszutragen, kam übrigens vom VfB Lübeck. Die Anfrage kam den Emdern aber gar nicht so ungelegen, da Holger Wulff am Sonnabend seine Hochzeit feiert und auch ein Großteil der Mannschaft anwesend sein wird. Mit einem Pünktchen im Gepäck ließe es sich noch ein wenig ausgelassener feiern.