Auftakt zum 5. Ostfriesland-Cup Keine Corona-Hürde beim 30.000-Euro-Turnier
Bezirksliga-Aufsteiger Jheringsfehn trifft am Sonnabend im Auftaktspiel des Ostfriesland-Cups auf Wallinghausen. Bei einem Sieg könnte ein großer Wunsch des Fehntjer Trainers in Erfüllung gehen.
Ostfriesland - Vielleicht wird der ein oder andere Fußballer wegen einer Corona-Infektion passen müssen. Vielleicht muss aus diesem Grund auch mal eine Handvoll Zuschauer zu Hause bleiben. Aber rund ums Spielfeld herrschen beim Fußball-Ostfriesland-Cup erstmals seit drei Jahren wieder coronafreie Verhältnisse. „Alles läuft so normal wie vor Corona“, sagt Organisator Manfred Bloem vor dem Auftakt des größten Fußballturniers der Region. „Die Leute werden wieder bei Bier- und Bratwurstbuden zusammenstehen.“
Der Anstoß zum mit knapp 30.000 Euro dotierten Wettbewerb erfolgt am Samstag um 16 Uhr in Jheringsfehn. Ab dann kämpfen alle Teilnehmer darum, auch beim Schlusspunkt dabei zu sein. Das wäre der Turniersieg, der mit einer üppigen Gage (5700 Euro) sowie einem Supercup-Heimspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli honoriert wird.
TuRa erwartet Montag BSV Kickers
Das Auftaktspiel bestreitet der SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel gegen den SV Wallinghausen. Für die Fehntjer ist diese Achtelfinalpartie das erste Spiel der Vereinsgeschichte als Bezirksligist.
Im zweiten Spiel erwartet am Sonntag um 17 Uhr der TuS Pewsum den SV Holtland. Und am Montag um 19.30 Uhr folgt die mit Spannung erwartete Partie zwischen TuRa Westrhauderfehn und Regionalliga-Aufsteiger Kickers Emden.
Bloem hofft auf Rekord
Organisator Manfred Bloem ist froh, dass er für all diese Partien kein Hygienekonzept mehr entwickeln muss. Vor zwei Jahren waren die Vorschriften am strengsten. Da durften maximal 400 Leute auf die Sportanlagen. Für alle Zuschauer mussten Sitzplätze geschaffen werden. Und die Besucher mussten Masken tragen, bis sie ihren Platz eingenommen hatten.
Vor einem Jahr waren bereits 1000 Fans zugelassen. Auch die Sitzplatzpflicht galt nicht mehr. Nun ist Corona offenbar normal geworden und spielt keine Rolle mehr. Obwohl die Inzidenzen um ein Vielfaches höher liegen als in den Vorjahren, sind die Vorschriften auf Null gesunken. Das lässt Bloem bei der 5. Turnier-Auflage auf einen Rekord hoffen. „Im Vorjahr hatten wir rund 6000 Zuschauer. Ich hoffe, dass wir das übertreffen können.“
Welzel wünscht sich Spiel gegen Kickers
Bislang hat Bloem nur positive Reaktionen von den Teilnehmern vernommen. „Bei uns freuen sich alle auf den Ostfrieslandcup“, sagt Jheringsfehn-Trainer Uwe Welzel. Der Coach des Aufsteigers sieht die Partie keinesfalls als belangloses Testspiel an, das zu Experimenten einlädt. „Für uns besitzt die Partie Punktspielcharakter“, sagt Welzel. „Das Turnier ist ja sehr lukrativ.“
200 Euro und drei Spielbälle à 150 Euro erhalten alle 16 Teams. Für einen Siege im Achtelfinale gibt es weitere 500 Euro, im Viertelfinale 1000, im Halbfinale 2000 und für den Turniersieger noch einmal 2000 Euro. „Plus St. Pauli als attraktiver Gast im Supercupspiel“, betont der Organisator. Uwe Welzel träumt nicht unbedingt von St. Pauli. Bei ihm ginge ein Traum schon mit dem Sieg im Achtelfinale in Erfüllung. Denn als Gewinner würde der Bezirksliga-Neuling auf den Sieger der Kickers-Partie (in Westrhauderfehn) treffen.
Mitorganisator Adden fällt aus
Welzel führte vor drei Jahren mit Uwe Langheim die Emder von der Landes- in die Oberliga. „Ein Heimspiel gegen meinen alten Verein wäre für mich natürlich wunderschön.“
Uwe Welzel hofft deshalb, dass eine große Kulisse seine Mannschaft gegen den SV Wallinghausen unterstützen wird. Ein Mann wird allerdings in Jheringsfehn fehlen. Und das schmerzt vor allem Manfred Bloem. Sein Mitorganisator Ewald Adden ist erkrankt – nicht an Corona – und wird die ersten drei Spiele im Ausrichterteam und auch als Moderator des Vorprogramms passen müssen. So beginnt die Jagd nach den 30.000 Euro und dem St.Pauli-Spiel ohne die sonore Adden-Stimme– dafür aber mit ehrgeizigen Teams und sicher auch wieder mit ein bisschen Volksfeststimmung.