Durcheinander beim Regionalligisten Franziskus-Personalie wird bei Kickers Emden zur Posse
Kommt er nun oder nicht? Wenn ja, in welcher Rolle? Die Personalie Daniel Franziskus ist bei Kickers Emden noch immer nicht geklärt. Der 30-Jährige sagt, er hat einen Vertrag.
Emden - In wenigen Tagen sollen die Sanierungsarbeiten auf dem Rasen des Ostfrieslandstadions beginnen. Eine Baustelle hat der BSV Kickers Emden schon jetzt – abseits des Platzes. Die Personalie Daniel Franziskus entwickelt sich immer mehr zur Posse. Der neutrale Betrachter fragt sich, wie der Klub sich nach all den positiven Entwicklungen und der Krönung mit dem Regionalliga-Aufstieg grundlos in diese verzwickte Lage gebracht hat. Ex-Profispieler und Ex-Firrel-Trainer Daniel Franziskus sagt, er habe beim BSV einen Vertrag als Sportdirektor unterschrieben. Die Vereinsführung „eierte“ erst herum und ist nun auf Tauchstation gegangen: Trotz etlicher Versuche waren der Vorsitzende Dr. Jörg Winter und sein Stellvertreter Albert Ammermann am Dienstag nicht zu erreichen.
„Am Mittwoch wird es noch ein Treffen geben, bei dem nun alles geklärt werden soll“, sagte der 30-jährige Franziskus im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich habe einen Vertrag als Sportdirektor beziehungsweise Sportlicher Leiter unterschrieben, das ist Fakt.“ Diese Nachricht verkündete vor rund zwei Wochen zunächst das Kicker-Sportmagazin, ohne handelnde Personen zu zitieren. Der Vorsitzende Dr. Jörg Winter erklärte seinerseits, es sei noch nichts unterschrieben und es würden nach der Rückkehr von Trainer Stefan Emmerling aus dem Urlaub noch Gespräche stattfinden. „Als die Geschichte im Kicker aufgeploppt ist, habe ich Dr. Jörg Winter gefragt, ob das stimmt. Er sagte mir, dass Daniel Franziskus als Sportdirektor für den Nachwuchs vorgesehen ist“, erklärte Trainer Stefan Emmerling am Dienstag auf Nachfrage. Zu den Diskussionen um die Personalie Franziskus sagte er: „Mich persönlich beschäftigt das nicht. Das ist Aufgabe des Vorstandes.“
Emmerling sieht keinen Bedarf
Der hat offensichtlich – so berichtet es Franziskus – den Kontakt zum ehemaligen hauptamtlichen Co-Trainer von Nord-Regionalligist Phönix Lübeck gesucht, der zu seiner Familie nach Victorbur zurückgekehrt und nun auch einen Job bei Volkswagen angetreten ist. „Die Aufgabe bei Kickers wäre nebenberuflich“, so Franziskus. Hauptamtlich ist bei Kickers Emden seit der Rückkehr im Sommer 2019 nur Stefan Emmerling angestellt, der allerdings auch mehr als ein Trainer ist. Er übernimmt viele Aufgaben, die eben auch ein Sportdirektor in höheren Ligen abarbeitet, und hilft bei der Sponsoren-Suche. Im Management-Bereich wird der 56-Jährige zudem im Hintergrund vom Sportlichen Leiter Carsten Herzog und anderen Personen des Trainerteams unterstützt. „Wir sind für die Regionalliga im Team um die Mannschaft gut aufgestellt“, meinte Emmerling.
Die Vereinbarung mit Kickers – die es laut Franziskus gibt – habe er mit Dr. Jörg Winter und Albert Ammermann getroffen. Ob das Vorstands-Duo dem in den bezahlten Fußball strebenden Franziskus mehr Verantwortung versprochen hat als es letztlich halten konnte oder der wiederum seine Rolle „anders“ interpretiert hat, ist ebenso die Frage wie, ob es tatsächlich einen von allen Seiten bestehenden Vertrag gibt.
Zusammenarbeit kaum noch vorstellbar
Dass das Thema nach zwei Wochen nicht längst geklärt ist, wirft auch Fragen auf. Eine Zusammenarbeit – in welcher Form auch immer – scheint angesichts der Umstände kaum noch vorstellbar. „Als Nachwuchskoordinator hätte ich diesen Vertrag nie unterschrieben“, meint Franziskus.
Die Zeichen stehen also auf Trennung, ohne dass man je zusammengearbeitet hat. Die könnte noch mit weiteren Nebengeräuschen ablaufen. Sollte es einen Vertrag geben, könnte Franziskus auf eine Entschädigungszahlung pochen. „Dann müsste man sich einigen.“
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