Ostfriesischer Diskuswerfer  Silber und WM-Ticket für Norder „Riesenfriesen“

| | 27.06.2022 18:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Als sich das Stadion in Berlin schon geleert hatte, traten Henrik Janssen (von links), Martin Wierig und Torben Brandt zur Siegerehrung aufs Podest. Foto: Privat
Als sich das Stadion in Berlin schon geleert hatte, traten Henrik Janssen (von links), Martin Wierig und Torben Brandt zur Siegerehrung aufs Podest. Foto: Privat
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Henrik Janssen wurde in Berlin Deutscher Vizemeister. San Francisco, Eugene und München sind die nächsten Ziele des Modellathleten.

Berlin/Norden - Erstmals nach mehr als zehn Jahren baumelte bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen mal wieder eine Medaille am Hals eines ostfriesischen Athleten. Der Norder Henrik Janssen gewann im Berliner Olympiastadion die Silbermedaille und trat aus Sicht der Menschen von der Küste in die Fußstapfen von Hammerwerferin Andrea Bunjes. Sie hatte bis zum Karriereende 2011 Ostfriesland würdig vertreten.

„So eine Medaille ist schon echt cool“, sagt Henrik Janssen. Er hat in seiner Wohnung bloß noch nicht den richtigen Platz für das silberne Prachtstück gefunden. „Noch liegt die Medaille auf dem Küchentisch“, erzählt der 24-Jährige und lacht.

Startplatz für EM in München ist fix

Der 2,04 Meter große Modellathlet gewann nicht nur Edelmetall, sondern auch zwei wertvolle Tickets. „Ich fliege nun definitiv zur Weltmeisterschaft nach Eugene in die USA“, betont Henrik Janssen. „Das wird der wichtigste Wettkampf meiner Laufbahn.“ Und ebenso bedeutsam könnten für den muskulösen Norder „Riesenfriesen“ Mitte August die Heim-Europameisterschaften in München werden. Als Deutscher Vizemeister ist er auch automatisch für diese Titelkämpfe qualifiziert.

Kein Wunder also, dass Henrik Janssen am Sonntagabend strahlend das Stadion verließ. Dabei war seine Weite von 62,88 Metern gar nicht so überragend. Er hatte schließlich neun Tage zuvor die deutsche Jahresbestleistung von 66,25 Metern geworfen. „Bei Meisterschaften zählt alleine die Platzierung“, sagt er. „In Berlin waren die Bedingungen äußerst schwierig. Es war megaheiß.“

Bester Wurf war endgültig

Bei 33 Grad im Schatten fanden viele starke Männer nicht zu ihrem Rhythmus, weil der Wettkampf immer wieder durch Siegerehrungen unterbrochen wurde. „Es zog sich alles ungeheuer in die Länge. Das kostet Energie, die dann bei den Würfen fehlt“, erklärt der Sportler. „Außerdem fehlte der Wind, der den Diskus trägt.“

So waren glänzende Weiten in der Arena Fehlanzeige. Besser als Henrik Janssen machte es nur sein Magdeburger Vereinskollege Martin Wierig, der die Scheibe 64,25 Meter weit segeln ließ. In dieser Region landete auch der beste Janssen-Versuch. Aber der war ungültig, weil der Ostfriese auf die Ringumrandung trat. „Da bin ich leider vorne draufgelatscht.“ Doch der Norder gönnte seinem erfahrenen Kumpel den Titel. „,Wieri‘ hat es richtig gut gemacht.“

Erstmals live im Fernsehen

Allerdings verfehlte Wierig erneut die WM-Norm von 66 Metern. Janssen hatte die geforderte Leistung schon zweimal erbracht. Er freut sich nun auf die Reise in die USA. Am 6. Juli startet der Flieger in Frankfurt Richtung San Francisco. Dort holen sich die deutschen Athleten den Feinschliff für die WM in Eugene (15. bis 24. Juli).

Am Sonntag war Henrik Janssen bei seinem Wettkampf erstmals live im deutschen Fernsehen (ZDF) zu sehen. In Eugene werden die Kameras wieder auf ihn gerichtet sein. Er darf sich sicher sein, dass ihm dann seine Landesleute vom Deich ganz kräftig die Daumen drücken.

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