Emden plant Saison  Kickers startet auswärts – Leistungsträger will bleiben

| | 03.06.2022 15:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Alagie Jabbie (Zweiter von rechts) möchte weiterhin für Kickers Emden spielen. Auch bei anderen Leistungsträgern sieht es gut aus. Foto: Doden
Alagie Jabbie (Zweiter von rechts) möchte weiterhin für Kickers Emden spielen. Auch bei anderen Leistungsträgern sieht es gut aus. Foto: Doden
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Lange Zeit zum Feiern hat Kickers Emden nicht. Unmittelbar nach dem Aufstieg begannen die Saison-Planungen. Die Ostfriesen werden auswärts starten müssen, ein Leistungsträger möchte bleiben.

Emden - Kickers-Präsident Dr. Jörg Winter wurde nach dem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga sentimental. Er könne sich noch sehr gut an Spiele vor 150 Zuschauern im Winter in der Fußball-Landesliga erinnern. Am letzten Wochenende kamen gegen den Bremer SV über 2000 Fans ins Ostfriesland-Stadion, in der neuen Spielzeit könnte auch diese Marke bei Gegnern wie dem VfB Lübeck oder Atlas Delmenhorst mehrfach gebrochen werden. Es herrscht Aufbruchstimmung.

„Einen Abend lang haben wir gefeiert, jetzt wartet ein Berg an Arbeit auf uns“, meinte Winter. Zunächst müsse der Verein bis Ende des Monats 12.000 Euro für die Lizenzierung an den Norddeutschen Fußball-Verband überweisen. Auch danach wird es für ihn und seine Mitstreiter nicht langweilig. Denn es gibt viel zu organisieren. Am 4. Juli ist es dann auch endlich so weit: Es kommen definitiv die Bagger ins Ostfriesland-Stadion.

Platz wird saniert

Dann wird der Platz aufwendig saniert werden, zudem wird auch die Flutlichtanlage erneuert. Die Bauarbeiten sollen nach derzeitigen Planungen sechs Wochen lang andauern. Das hat zur Konsequenz, dass Kickers die ersten Spiele in der neuen Regionalliga-Saison auswärts bestreiten muss. Am letzten Juli-Wochenende (29.-31. Juli) ist der erste Spieltag angesetzt. „Wir müssen uns dann mit den Gegnern auf einen Heimrechttausch einigen“, kündigte Winter an.

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Der Kickers-Boss erklärte auch, dass nach dem Aufstieg das Budget nicht explodieren werde. „Wir haben mit unseren Sponsoren gesprochen, viele können sich vorstellen, die Summen zu erhöhen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass der Gesamtetat in etwa um 30 Prozent erhöht werden kann.“

Hoffnung auf 500 Dauerkarten

Gesteigert werden sollen natürlich auch die Zuschauerzahlen. Winter spekuliert auf vielleicht 500 Dauerkarten (bisher rund 300), zudem geht er davon aus, dass der Gesamtschnitt nach oben gehen wird. Auch nach dem Aufstieg wird bei Kickers Emden weiterhin semiprofessionell gearbeitet werden. Trainer Stefan Emmerling ist und bleibt die einzige Vollzeitkraft. „Die Regionalliga Nord ist zum Glück eine Mischliga, die wenigsten setzen wie zum Beispiel im Westen auf Vollprofis. Daher hoffen wir, dass wir uns in der Liga festsetzen können“, so Winter.

Auf Dr. Jörg Winter und seine Vorstandskollegen wartet jede Menge Arbeit. Foto: Doden
Auf Dr. Jörg Winter und seine Vorstandskollegen wartet jede Menge Arbeit. Foto: Doden

Dabei soll natürlich Aufstiegstrainer Stefan Emmerling eine wichtige Rolle spielen. Sein Vertrag läuft noch für die kommende Spielzeit. „Wir sind mit ihm hochgradig zufrieden. Ich würde mir wünschen, dass wir noch sehr lange mit ihm zusammenarbeiten. Natürlich wollen wir den Vertrag verlängern.“ Abschließende Gespräche stehen in den nächsten Wochen vor allem mit Spielern aus dem Kader an. Winter kann sich vorstellen, dass rund 80 Prozent des alten Kaders auch noch in der Regionalliga für Kickers auflaufen werden. Viele Spieler müssten sich in den nächsten Tagen noch Gedanken machen, ob der Mehraufwand leistbar ist.

Jabbie möchte gerne verlängern

Bei den ausländischen Leistungsträgern ist Winter zuversichtlich. „Ich bin guter Dinge, dass Ayo Adeniran, Alagie Jabbie und Ibrahim Sillah bleiben werden.“ Jabbie erklärte auch gegenüber unserer Zeitung, dass er die Absicht habe, mit Kickers in die neue Saison zu gehen.

Davor steht am Sonntag aber noch das letzte Spiel beim SV Todesfelde (15 Uhr) auf dem Programm. Die Partie ist für Kickers bedeutungslos, Todesfelde kämpft noch um den Aufstieg. Wie schon bekannt, wird Ibrahim Sillah aufgrund seines Einsatzes für die Nationalmannschaft von Sierra Leone fehlen, ansonsten sind alle Spieler mit von der Partie. „Unser Ziel ist es, die Runde als Erster abzuschließen. Daher gehen wir die Partie sehr professionell an“, sagt Emmerling.

Party in Hamburg und auf Mallorca

Schon am Samstag macht sich das Team auf den Weg nach Schleswig-Holstein. Nach der Partie feiert das Team noch in Hamburg, bevor es am Montag dann zur Mannschaftsfahrt nach Mallorca geht. Da kann das Team auch die Aufstiegsprämie genießen. Denn dank einiger Sponsoren gab es für die Spieler einen Zuschuss. Insgesamt fällt die Urlaubszeit für die Aufsteiger ja nur sehr kurz aus. Schon am 22. Juni startet die Vorbereitung auf die neue Saison, zwei Tage später steigt dann die Partie gegen Rot-Weiss Essen. „Dieses Spiel wird eine große Generalprobe für uns. Ich hoffe auf mehr als 3000 Besucher“, meinte Dr. Winter. Bisher wurden in Essen 200 Karten abgesetzt, Stehplatzkarten sind noch ausreichend verfügbar.

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