Meisterschaft in der Bezirksliga  Aufstieg, nein danke – Bunde verzichtet auf die Landesliga

| | 24.05.2022 21:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Meisterschaft feierte der TV Bunde am Samstag ausgiebig. Nun erklärte das Team von Matthias Schmidt (mit Käppi) mit kühlem Kopf den Landesliga-Verzicht. Foto: Doden
Die Meisterschaft feierte der TV Bunde am Samstag ausgiebig. Nun erklärte das Team von Matthias Schmidt (mit Käppi) mit kühlem Kopf den Landesliga-Verzicht. Foto: Doden
Artikel teilen:

Meister TV Bunde verzichtet auf den Sprung in die Landesliga. Auch Vizemeister Strudden will nicht aufsteigen. Der Trainer des Dritten hätte hingegen Lust aufzusteigen.

Bunde - Die ausgelassene Meisterparty des TV Bunde war kein Aufstiegsfest. Drei Tage nach dem Titelgewinn in der Fußball-Bezirksliga erklärten die Rheiderländer ihren Verzicht auf den Landesliga-Aufstieg. „Wir wollen in der Bezirksliga bleiben“, nannte Trainer Matthias Schmidt das Ergebnis einer Mannschaftssitzung am Dienstagabend. Weil auch Vizemeister TuS Strudden verlauten ließ, nicht aufsteigen zu wollen, ist nun der SV Holtland als Drittplatzierter der letzte Aufstiegskandidat aus Ostfriesland.

Der SVH wird sich nun umgehend mit dem Thema befassen. Die Landesliga-Begeisterung ist bei den Spielern nicht uneingeschränkt. Holtlands Trainer Jörn Janssen allerdings würde das Abenteuer reizen. „Ich, weiß ich bin da etwas krass darauf. Aber ich hätte richtig Bock auf die Landesliga.“ Der Vorsitzende Johann Janßen hatte sich gegenüber unserer Zeitung pessimistischer geäußert. Eine Zusammenkunft von Mannschaft und Vorstand soll nun für Klarheit sorgen.

Eventuell ein Absteiger weniger

Sollte auch der SVH verzichten, gäbe es keinen ostfriesischen Aufsteiger in die Landesliga. In diesem Fall würden nur noch vier statt fünf Mannschaften die Landesliga verlassen müssen. Das wiederum würde die Chancen des aktuell Viertletzten, TuRa Westrhauderfehn, erhöhen, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.

Beim TV Bunde herrschte bei der Teamsitzung schnell Klarheit. „In zehn Minuten war das Thema erledigt“, sagte Matthias Schmidt. „Wir haben derzeit viele Studenten und Akteure, die berufliche Lehrgänge absolvieren müssen. Da wäre der Aufwand in der Landesliga einfach zu groß.“

Bunde will mittelfristig aufsteigen

Zwar habe es den ein oder anderen Akteur gegeben, der gerne mal eine Liga höher gespielt hätte. „Letztlich war es aber einhelliger Tenor, auf den Aufstieg zu verzichten.“ Das wollte Schmidt aber nicht als Landesliga-Unlust für alle Zeiten gewertet wissen. „Wir wollen uns weiter entwickeln und mittelfristig gerne aufsteigen.“

Zweimal waren die Rheiderländer vor etlichen Jahren eine Liga höher vertreten und machten in sportlicher Hinsicht manch schmerzhafte Erfahrung. So gab es in den zwei Abenteuer-Jahren in dieser Spielklasse insgesamt 196 Gegentreffer. In der Saison 2013/14 belegten die Rheiderländer mit 99 Gegentoren den 17. und vorletzten Rang. Der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz betrug satte 14 Zähler. Der zweite Versuch 2015 verlief sportlich ähnlich glücklos. Da blieb den Bundern mit 97 Gegentoren nur der letzte Platz – der Rückstand auf die rettende Zone betrug gar 20 Zähler. Allerdings sorgten Partien gegen Klubs wie Kickers Emden, BW Lohne oder TuS Bersenbrück für Zuschauer-Massen und manch unvergessenes Erlebnis. Trotzdem verzichtete der TV nun auf den Sprung nach oben.

Geteilte Meinung in Holtland

Der TuS Strudden kam bereits am Montag in einer Mannschaftssitzung zum selben Resultat. „Wir werden die Aufstiegschance nicht wahrnehmen“, sagte Trainer Frank Winkler. „Das war die einhellige Meinung der Spieler.“ Winkler selber teilt die Ansicht. „Wir haben zu große Schwankungen in unseren Leistungen. Falls wir nächstes Jahr wieder oben stehen sollten, beurteilen wir die Lage neu.“ Die verpasste Meisterschaft spielte beim Meinungsbild auch eine Rolle. „Wir sind nicht Erster geworden. Auch das ist ein Argument, dass wir es nicht wagen wollen.“

SVH-Trainer Jörn Janssen
SVH-Trainer Jörn Janssen

Nach dem Nein aus Bunde und Strudden ist nun der SV Holtland am Zuge. Der Trainer weiß um seinen sportlichen Ehrgeiz. „Ich bin neugierig und würde es gerne ausprobieren“, betont SVH-Coach Jörn Janssen. „Aber natürlich muss man auch Vernunft walten lassen.“

Das betont auch Torwart-Routinier Jann Hellmers. „Bisher war der Aufstieg für uns Spieler nie ein Thema“, erklärt der 34-Jährige. Hellmers will nicht kategorisch Nein zur Landesliga sagen, äußert aber durchaus Bedenken. „Wenn wir 5:0 in Bad Rothenfelde verlieren und dann drei Stunden nach Hause fahren, kann es öde werden.“ Er sieht auch die Gefahr von Niederlagen-Serien. „Dann könnten wir im nächsten Jahr vor einem Scherbenhaufen stehen.“ Das Für und Wider eines Aufstiegs will der Klub nun in Kürze abwägen.

Ähnliche Artikel