Fünfte Etappe nach Dunum  Ohne Wirtjes und ein neuer Rekordjäger beim Ossiloop

Matthias Herzog Hannah Weiden
|
Von Matthias Herzog und Hannah Weiden
| 17.05.2022 22:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Artikel teilen:

Organisator Edzard Wirtjes musste kurz vor der fünfen Etappe des Ossiloops passen. Keine Überraschungen gab es an der Spitze des Feldes. Ein Teilnehmer steht kurz vor einem neuen Rekord.

Dunum - An den ersten beiden Etappen musste Moderator Heino Krüger passen, jetzt hat es leider auch Edzard Wirtjes erwischt. Erstmals gab es in der 40-jährigen Geschichte einen Ossiloop ohne den Organisator: Vor der fünften Etappe zwang das Corona-Virus auch Edzard Wirtjes in die Quarantäne. Somit wird er auch bei der Schlussetappe am Freitag nach Bensersiel fehlen. Das bekannte Velomobil von Wirtjes blieb in der Garage, Ausdauersportler Enno Heidergott fuhr mit seinem Fahrrad voraus.

Dieser Läufer startete in einem originellen Outfit.
Dieser Läufer startete in einem originellen Outfit.

Die Läuferinnen und Läufer hatten auf der fünften Etappe von Plaggenburg nach Dunum allerbeste Bedingungen. An der Spitze gab es keine Veränderungen. Auch auf der fünften Etappe konnten die bisherigen Sieger ihre starken Leistungen bestätigen. Katharina Saathoff und Andreas Kuhlen waren erneut die Schnellsten.

Bodo von Preyss auf Rekordjagd

Auf Rekordjagd befindet sich der 83jährige Bodo von Preyss aus Leer. Er ist er der älteste der knapp 900 Läuferinnen und Läufer, die in diesem Jahr am Ossiloop teilnehmen. Und er könnte in diesem Jahr sogar Historisches schaffen. Sollte er alle Etappen absolvieren, wäre er der älteste Dörloper der bisherigen Ossiloop-Geschichte. Sein Alter ist dem pensionierten Mediziner aber egal. „Ich werde da immer von einigen drauf angesprochen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die meisten hätten dabei aber ein Lächeln auf den Lippen, denn „ich bin ein Beispiel dafür, dass man auch im Alter noch laufen kann. Das zeigt, dass nicht immer mit 60 oder 70 Schluss sein muss – das ist wirklich ein großes Glück.“

Bodo von Preyss ist mit 83 Jahren der älteste Ossilooper des Jahres. Foto: Ortgies
Bodo von Preyss ist mit 83 Jahren der älteste Ossilooper des Jahres. Foto: Ortgies

Bodo von Preyss fing 2004 auf Anregung seiner Tochter mit dem Laufen an. „Da war ich 64 Jahre alt“, erinnert er sich. Damals habe er nur noch in Altersteilzeit gearbeitet und „da probiert man eben Sachen aus, um seine Freizeit sinnvoll zu gestalten.“ Bereits als Jugendlicher sei er ein „ganz ordentlicher Tennisspieler“ gewesen und auch später blieb er sportlich. Hinzu komme das Glück, weiterhin körperlich fit zu sein und bisher „relativ wenig Krankheiten“ gehabt zu haben. Das Laufen hat dem heute 83-Jährigen so gut gefallen, dass er sich erst der Laufgruppe des Prosenis Altersheims und später Fortuna Logabirum angeschlossen hat. Seitdem steht für den ehemaligen Internisten regelmäßiges Training und auch die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben auf dem Plan. „Laufen ist einfach gut für die Seele und für den Körper“, sagt er.

Fredey Hedemann freute sich über seine 100. Etappe.
Fredey Hedemann freute sich über seine 100. Etappe.

Besondere Erfahrung in Boston

Eine in vielerlei Hinsicht besondere Erfahrung hat Bodo von Preyss 2013 beim Boston Marathon gemacht. „Durch Zufall“ habe er entdeckt, dass er sich wegen seines Alters für die legendäre Laufveranstaltung in den USA qualifizieren konnte. Mit der Teilnahme erfüllte er sich einen Traum. Leider nahm der Lauf eine tragische Wendung: Bei einem terroristischen Anschlag im Zielbereich wurden drei Menschen getötet und 264 verletzt. Bodo von Preyss und seine Frau, die als Zuschauerin auf ihren Mann wartete, blieben zum Glück unverletzt und kamen mit einem großen Schrecken davon.

Künstlerin Catharina Bockhacker ist von der Laufleistung von Bodo von Preyss derart beeindruckt, dass sie ihn in einer Zeichnung aufgegriffen hat. Zeichnung: Bockhacker
Künstlerin Catharina Bockhacker ist von der Laufleistung von Bodo von Preyss derart beeindruckt, dass sie ihn in einer Zeichnung aufgegriffen hat. Zeichnung: Bockhacker

Der Internist möchte sich dem Laufsport widmen, bis er 85 ist. „Ich stelle mir vor, dass ich in etwa zwei Jahren mit dem Laufen aufhören werde“, sagt er. Dann will er sich dem Radfahren, seinem Garten und seiner Frau widmen. Außerdem „will ich ja mit meinem Tempo auch kein Hindernis für andere Läuferinnen und Läufer sein.“ Die fünfte Etappe meisterte er mit Bravour. Er schloss sich der Laufgruppe aus Stapelmoor an und kam glücklich ins Ziel.

Bodo von Preyss und die anderen Ossilooper haben nun nur noch eine Teilstrecke vor sich. Am Freitag steht die letzte Einzeletappe (11,1 Kilometer) von Dunum bis nach Bensersiel an.

Ähnliche Artikel