Vorsorge
Warum auch Haustiere regelmäßig zum Arzt müssen
Diabetes, Tumore, Demenz: Im Alter ist die Liste der Krankheiten von Zwei- und Vierbeinern lang. Eine Expertin erklärt, warum auch Letztere zur Vorsorge sollten.
Ostfriesland - Wer sich frühzeitig über die Gesundheit seines Tieres Gedanken macht, ist gut beraten. Davon ist Astrid Behr überzeugt. Die Tierärztin engagiert sich im Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Sie kennt die Vielzahl der Alterskrankheiten, die ein Haustier im Laufe eines Lebens bekommen kann: Diabetes, Entzündungen in der Mundhöhle, Tumore, Demenz, dazu Probleme mit dem Herzen, der Schilddrüse oder den Nieren. Das sind nur einige. Die Liste ist lang.
Nicht jedes Tier wird im Alter krank, relativiert Behr im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber die Gefahr nimmt statistisch gesehen zu. Und das kann teuer werden: „Fakt ist, dass die Kosten für ein Tier mit zunehmendem Alter steigen.“ Das sollte man wissen, bevor man sich eines zulegt. Doch nicht nur ans Alter sollten Tierbesitzer denken: Auch junge Tiere könnten einen Unfall haben oder plötzlich erkranken. Ein potenzieller Halter müsse wissen: So teuer kann es im Ernstfall werden.
Tipps von der Expertin
Notgroschen zurücklegen: Leider wird gerade bei der Tiergesundheit gespart, bedauert Behr. Dabei gilt in der Regel: Vieles ist behandelbar – je früher, desto besser und kostengünstiger. Wer dafür konsequent einen Notgroschen zurücklegt oder beispielsweise eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung abschließt, steht im Ernstfall besser da. Eine Lösung müsse jeder Halter mit Blick auf die eigene finanzielle Situation finden.
Vorsorgen: Behr rät, jedes Tier regelmäßig zum Tierarzt zu bringen. „Man sollte jedes Jahr zur Impfung gehen. Und dabei gleich den Check machen.“ Spätestens ab der Lebensmitte wird aus Behrs Sicht jedes Jahr Pflicht für die Besitzer. Das Alter sei hierbei relativ: Bei großen Hunden sollten Halter bereits ab fünf bis sieben Jahren beginnen. Bei Katzen oder kleinen Hunden mit zehn Jahren.
Hilfe suchen: Sollten die Tierarztkosten die eigenen Möglichkeiten übersteigen, darf darunter nicht das Tier leiden: Im Gespräch mit dem Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutz fänden sich oft Lösungen, weiß Behr.
Symptome verstehen: Behr nimmt die Halter auch im Alltag in die Pflicht: Sie sollten sich mit den gängigen Krankheiten und deren Symptomen auseinandersetzen. Trinkt ein Hund plötzlich viel oder wenig? Frisst die Katze schlecht? Verliert sie Gewicht? Schon diese kleinen Anzeichen könnten auf beginnende (Alters-)Krankheiten deuten.