Fußball

Aufstiegsrunde: Kickers Emden blickt heute zur Auslosung

| | 02.05.2022 16:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Vier Tore erzielte Ayo Adeniran für Kickers Emden in sechs Einsätzen der Aufstiegsrunde und trug somit dazu bei, dass Emder Aufstiegsträume reiften. Foto: Doden
Vier Tore erzielte Ayo Adeniran für Kickers Emden in sechs Einsätzen der Aufstiegsrunde und trug somit dazu bei, dass Emder Aufstiegsträume reiften. Foto: Doden
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Die Emder Chancen auf die Regionalliga sind so konkret wie nie zuvor. Als Aspirant für die Relegation sollte Kickers schon einmal Elfmeterschießen üben.

Emden - Der Fußball-Oberligist BSV Kickers Emden sollte allmählich das Elfmeterschießen ins Trainingsprogramm mit aufnehmen. Der Tabellenzweite verfügt zwar mit Holger Wulff über einen erstklassigen Schützen. Aber sollte der BSV die Saison tatsächlich als Vizemeister beenden und damit die Aufstiegsrunde zur Regionalliga erreichen, dann gehört nach jedem Spiel das Duell vom Strafstoßpunkt hinzu. Das ist nur eines von mehreren Details der Aufstiegsrunde, die mittlerweile bekannt geworden sind.

„Bevor wir am Ende bei punkt- und torgleichen Mannschaften losen müssten, machen wir vorsorglich nach allen Spielen ein Elfmeterschießen“, erklärt Jürgen Stebani, der Vorsitzende des Spielausschusses vom Niedersächsischen Fußballverband.

Aufstiegsrunde startet am 29. Mai

Dieses Ergebnis würde hinzugezogen, wenn beispielsweise alle sechs Partien der vier Mannschaften 1:1 enden würden oder wenn jedes Team einmal 1:0 gewinnt, einmal 0:1 verliert und einmal 0:0 spielt.

Stebani lost am heutigen Abend mit seinen Funktionärskollegen auch schon die Paarungen der drei Spieltage aus. Jede Mannschaft hat ab dem 29. Mai ein Heim- und ein Auswärtsspiel. Die beiden Partien des zweiten Spieltages (Mittwoch, 1. Juni) werden auf neutralen Plätzen ausgetragen, ehe die finale Runde am 8. Juni gespielt wird.

Bremer SV und Concordia sind dabei

Das Teilnehmerfeld erhält mittlerweile erste Konturen. Neben Concordia Hamburg – der Klub hat als einziger Verein der Stadtliga die Regionalliga-Lizenz beantragt – hat auch der Bremer SV seit Sonntag als Meister seiner Liga die Aufstiegsrunde erreicht. In Schleswig-Holstein streiten der SV Eichede und der SV Todesfelde um den begehrten Platz in der Viererrunde. Und in Niedersachsen besitzen BW Lohne und Kickers Emden allerbeste Chancen auf die Plätze eins und zwei. Der Meister steigt direkt auf, der Zweite erreicht die Aufstiegsrunde.

Ob der BSV Kickers am Ende Meister, Vizemeister oder gar nur Dritter wird, ist drei Spieltage vor Saisonschluss völlig offen. Die Aufstiegshoffnungen sind aber seit dem 3:0-Sieg am Sonnabend in Ramlingen und der 0:1-Pleite von Lohne in Wolfsburg so konkret wie nie zuvor.

Restprogramm

1. Lohne (30 Punkte)

Egestorf/Langreder (Heim)

Arminia Hannover (H)

Ramlingen-Ehlershausen (A)

2. Kickers Emden (30)

Arminia Hannover (H)

Lupo Martini Wolfsburg (H)

FT Braunschweig (A)

3. Spelle-Venhaus (25)

FT Braunschweig (H)

Egestorf-Langreder (H)

Lupo Martini Wolfsburg (A)

R-Wort hört Emmerling ungerne

BSV-Trainer Stefan Emmerling hört das R-Wort dennoch ungerne. „Es ist nicht völlig tabu, über die Regionalliga zu sprechen“, sagt er, lässt dann aber Trainerdiplomatie walten. „Wir fokussieren uns ganz aufs nächste Spiel. Und das ist am Sonntag gegen Arminia Hannover.“

Drei Spiele vor Schluss beträgt der Emder Vorsprung auf Rang drei (Spelle-Venhaus) bereits fünf Zähler. Der Blick auf das Restprogramm zeigt, dass Kickers noch gegen den Letzten (Arminia Hannover), Vorletzten (FT Braunschweig) und Viertletzten (Lupo Wolfsburg) antritt, während die aktuell punktgleichen Lohner noch auf das starke Team aus Egestorf (Vierter) treffen.

Bremer beobachteten Kickers bereits

Selbst der Titelgewinn für die Ostfriesen erscheint nicht utopisch – mindestens Platz zwei ist unmittelbar in Reichweite. Kein Wunder, dass die Konkurrenz der Regionalliga-Aufstiegsrunde die Ostfriesen schon auf dem Zettel hat. So reiste Trainer Benjamin Eta vom Bremer SV am Samstag nach Ramlingen, um als „Spion“ Emder Stärken und Schwachpunkte auszuloten.

Dabei wird Benjamin Eta bemerkt haben, dass Kickers mit Ayo Adeniran neben Tido Steffens einen zweiten Torjäger im Team haben. Adeniran erzielte auch das 1:0. Bis vor eineinhalb Jahren zog der US-Amerikaner im BSV-Mittelfeld die Fäden. Nachdem er den Verein zunächst verlassen hatte, im Winter aber aus den USA zurückgekehrt war, bat er den Trainer regelrecht um einen offensiveren Job. „Das passte gut zu meiner Idee, weil uns im Angriff Nikky Goguadze nicht mehr zur Verfügung stand“, sagt Emmerling.

Adeniran ist zum Stürmer mutiert

Der Kickers-Coach wusste aus zig Trainingsspielchen um die Ballfertigkeit und den Torinstinkt von Adeniran. „Also haben wir ihn als Stürmer ausprobiert. Und das macht Ayo sehr gut.“

Vier Treffer in sechs Spielen sind ein Beleg für die geglückte Verwandlung zum Vollblut-Angreifer. Wenn Adeniran auch in den nächsten drei Spielen trifft, hat Kickers sogar Chancen auf Platz eins. Ansonsten muss sich wohl auch der US-Amerikaner bald einmal mit dem Elfmeterschießen befassen.

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