Ossiloop

Ossiloop-Königin: Kein Fehltag bei 240 Etappen seit 1982

| | 22.04.2022 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
2015 absolvierte Hilde Steinke ihre 200. Etappe beim Ossiloop und wurde im Ziel gebührend gefeiert. Archivfotos: Ortgies
2015 absolvierte Hilde Steinke ihre 200. Etappe beim Ossiloop und wurde im Ziel gebührend gefeiert. Archivfotos: Ortgies
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Die Steinkes könnte man auch Familie „Ossiloop“ nennen. Sie haben sich nun auch für Ossiloop Nummer 41 angemeldet. Die Familie hat viele Rekorde bei diesem Kultrennen aufgestellt.

Leer - Ob 1982 oder 2022, ob Corona oder Dauerregen, ob Kälte oder Hitze – eine Konstante besitzt der Ossiloop seit der Premiere vor 40 Jahren. Das ist der Start von Hilde Steinke. Die 77-Jährige absolvierte sämtliche 240 Etappen der Ossiloop-Geschichte und ist zweifelsohne die Königin des Ossiloops. Der König trägt natürlich denselben Namen. Ihr Mann Dietrich verpasste wegen eines kleinen Unfalls in der Anfangszeit des Kultrennens einen einzigen Strecken-Abschnitt und rangiert mit 239 Etappen in der Rekordliste auf Rang zwei. Die beiden Dauerrenner aus Warsingsfehn werden mit 77 und 80 Jahren ihre einzigartigen Rekordmarken weiter ausbauen. Sie haben sich vor wenigen Tagen für den 41. Ossiloop (3. bis 20. Mai) angemeldet.

Hilde und Dietrich „Ossiloop“ ließen sich auch von der zweijährigen Corona-Pause des Originalformats nicht aus dem Tritt bringen. Sie laufen, laufen und laufen. Und ihre Söhne Peter und Rolf ebenso. Die beiden tauchen zwar aktuell noch nicht in der Teilnehmerliste für den Sechs-Etappen-Lauf durch Ostfriesland auf. „Aber wir melden uns auch noch an“, versichert Peter Steinke.

Familie kommt auf 810 Etappen

Schließlich wollen sie mithelfen, den Familien-Rekord für alle Ewigkeit auszubauen. Addiert man zu den 479 Eltern-Etappen noch die 331 der Kinder hinzu, dann kommt das Quartett auf 810 Etappen.

Die Steinkes (von links: Hilde, Peter, Rolf und Dietrich) schnüren die Laufschuhe seit Jahrzehnten für den Ossiloop. Das Foto zeigt sie 2014.
Die Steinkes (von links: Hilde, Peter, Rolf und Dietrich) schnüren die Laufschuhe seit Jahrzehnten für den Ossiloop. Das Foto zeigt sie 2014.

„Nur mein Vater hat diesmal ein bisschen gezögert sich anzumelden. Ihm fällt das Laufen nicht mehr ganz so leicht“, erzählt Peter Steinke. Der Sohnemann hat insgesamt neunmal die Gesamtwertung gewonnen und in dieser Rubrik sogar seine Mutter (fünf Gesamtsiege) überflügelt.

Ossiloop ist Familienpflicht

Mittlerweile hat es der 52-Jährige aber nicht mehr ganz so eilig. „Durch die beiden Corona-Jahre ist irgendwie die Luft bei mir raus“, räumt er ein. Ob Crosslauf, Straßenlauf oder Duathlon – Peter Steinke, der viele Jahre auch international unterwegs war, bestreitet derzeit überhaupt keine Wettbewerbe mehr. Der schnelle Schornsteinfeger ist auch durch die Zwangspause dem Laufsport abhanden gekommen. „Ob die Lust noch einmal wiederkommt, das weiß ich wirklich nicht.“ Er setzt sich mittlerweile lieber auf sein Rennrad.

Für den Ossiloop macht Peter Steinke nun aber eine Ausnahme und zieht wieder die Laufschuhe an. „Das ist keine Frage. Da sind wir alle dabei.“ Der Start ist quasi eine Familienpflicht.

1982 gab es nur 24 Ossilooper

Auch die viel diskutierte Erhöhung des Startgeldes ließ die „Königsfamilie“ nicht zaudern. „Man kann immer viel über Preise und andere Sachen meckern“, sagt Peter Steinke. „Kritisieren ist einfach – dann sollen es diese Leute doch selber besser machen.“

Die Steinkes freuen sich trotz Corona-Nachwehen und Teilnehmerrückgang auf jeden Fall auf Ossiloop Nummer 41. „Vielleicht werden es ja noch 1000 Starter“, sagt Peter Steinke. Das wäre immer noch ein imposantes Teilnehmerfeld.

Als seine Eltern erstmals von Leer in sechs Etappen bis nach Bensersiel joggten, da gab ein weitaus überschaubareres Feld. 1982 umfasste die Gruppe gerade einmal 24 Ossiloop-Pioniere.

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