Fußball
Dank Traumfreistoß von Jabbie kommt Kickers noch zum 2:2
Aus dem vierten Erfolg wurde es zwar nichts, am Ende zeigte sich Kickers Emden mit dem 2:2 (0:1) bei Lupo Martini Wolfsburg aber dennoch zufrieden. In der Schlussphase wurde es turbulent.
Wolfsburg - Nach drei Auftaktsiegen in Folge musste sich Kickers Emden in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Regionalliga erstmals mit einem Remis begnügen. Bei Lupo Martini Wolfsburg reichte es nach einer wilden zweiten Halbzeit zu einem 2:2 (0:1). Mit einem sehenswert gezirkelten Freistoß aus 22 Metern rettete Alagie Jabbie (88.) seiner Mannschaft noch den wichtigen Punktgewinn. „Wir haben zwei ganz verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten waren wir klar besser, in der zweiten Lupo. Daher müssen und können wir mit der Punkteteilung auch zufrieden sein“, meinte Emdens Trainer Stefan Emmerling.
Für Marvin Eilerts rückte Milad Faqiryar nach seiner Muskelverletzung wieder in die Dreierkette, ansonsten schickte Emmerling seine Stammformation aufs Feld. Dabei lief in der ersten Halbzeit für die Ostfriesen eigentlich alles nach Plan. Kickers kontrollierte von Beginn an die Partie und zeigte sich gnadenlos effektiv. Hinten stand die Abwehr sattelfest und vorne wurde mit der ersten Möglichkeit gleich der Führungstreffer erzielt. Nach einem langen Einwurf von Alagie Jabbie verlängerte Ayo Adeniran den Ball auf seinen Sturmpartner Tido Steffens. Der Torjäger hatte sich geschickt freigelaufen und keine Mühe, aus kurzer Distanz einzunetzen. In der Folgezeit tat sich nicht mehr viel, Wolfsburg konnte sich im ersten Durchgang keine Chance erarbeiten. Ein Steffens-Schuss (39.) verfehlte links sein Ziel.
Verändertes Bild nach dem Wechsel
Nach dem Wechsel zeigte sich den rund 100 Zuschauern - darunter auch einige aus Emden - ein völlig anderes Bild. Dabei mussten die Emder eine Veränderung vornehmen. Ayo Adeniran musste aufgrund von muskulären Problemen draußen bleiben, seine Position nahm Darlin van der Werff ein.
Wolfsburg kam immer gefährlicher auf, die Emder gaben mehr und mehr die Kontrolle ab. So deutete sich der Ausgleich an: Nach 427 Minuten ohne Gegentor musste Jannik Wetzel erstmals hinter sich greifen. Eine Wolfsburger Hereingabe von der rechten Seite ging an Freund und Feind vorbei, am langen Pfosten lauerte Andrea Rizzo (49.), der zum 1:1 einschieben konnte.
Wolfsburg klar besser
Auch in den folgenden Minuten waren die Gastgeber nun auffälliger. Michele-Claudio Rizzi (55.) scheiterte mit seinem Versuch aber am Außenpfosten. Und wie schon beim ersten Treffer zeigte sich die Emder Abwehr auch beim zweiten Treffer im Tiefschlaf. Dabei war das Wolfsburger Führungstor fast eine Kopie des Ausgleichs. Wieder ging es über rechts, und wieder stand Andrea Rizzo (70.) völlig blank und sorgte für Entsetzen auf der Emder Bank.
Kickers ist wieder da! So lief das Spiel des Jahres
Emder Kampfansage nach bitterem 2:2 in 94. Minute
Den Gästen fiel nach dem Rückstand nicht mehr allzu viel ein, die erste Niederlage drohte. Doch in der 88. Minute sorgte Alagie Jabbie noch für den viel umjubelten Ausgleich. Aus rund 22 Metern schlenzte er einen Freistoß zum Ausgleich ins Netz. Und in der 92. Minute hätte es dann um ein Haar sogar noch zum Erfolg gereicht. Tido Steffens kam auf rechts frei durch, scheiterte aber auch kurzer Distanz.
Spieldaten
Kickers Emden: Wetzel, Jabbie, Dassel, Faqiryar, Sillah, Gossmann (80. Eilerts), Visser (87. Frerichs), Konda (80. Braun), Wulff, Steffens, Adeniran (46. van der Werff). Tore: 0:1 Steffens (21.), 1:1 Rizzo (49.), 2:1 Rizzo (70.), 2:2 Jabbie (88.).
„Ich wollte den Ball erst direkt nehmen, dann habe ich ihn leider nicht mehr richtig getroffen. Insgesamt war es aber ein gewonnener Punkt“, meinte Steffens. Bitter für die Emder, dass sich Ibrahim Sillah kurz nach der Steffens-Möglichkeit noch die Gelb-Rote Karte einhandelte. Schiedsrichter Kevin Behrens ahndete das Vergehen von Sillah als taktisches Foul und schickte den Nationalspieler von Sierra Leone vom Feld. Durch das Remis musste Kickers die Tabellenführung an die Lohne abgeben, die sich mit 5:0 in Hannover durchsetzten.