Fußball
Nach Emder 0:2 war Trainer Emmerling auf Spionagetour
Spiel 0:2 verloren, Selbstvertrauen gewonnen: So lässt sich der gute Auftritt von Kickers im letzten Testspiel bei Atlas Delmenhorst bewerten. Am Tag danach war der Trainer auf Spionagetour.
Delmenhorst - Testspielpleite Nummer vier in Serie hat bei Kickers Emden für keinen weiteren Stimmungsdämpfer gesorgt. Ganz im Gegenteil. Die 0:2-Niederlage beim Fußball-Regionalligisten Atlas Delmenhorst eine Woche vor dem Start der Oberliga-Aufstiegsrunde brachte zuletzt verloren gegangenes Selbstvertrauen zurück. „Wir nähern uns der Form, die wir für die Aufstiegsrunde benötigen“, sagte ein sichtlich zufriedener Trainer Stefan Emmerling.
19 Gegentreffer in den letzten fünf Testpartien ließen bei Kickers die Alarmglocken klingeln. Nach einer kompletten Trainingswoche ohne Testspiel war Emden in Delmenhorst, das immerhin die Aufstiegsrunde der 4. Liga erreicht hat, kaum wiederzuerkennen gegenüber den jüngsten Pleiten gegen die beiden Landesligisten Papenburg (3:4) und Leer (2:5). „Es war eine herausragende erste Halbzeit – mit Ausnahme der beiden Gegentore“, sagte Stefan Emmerling. Bis zum 1:0 von Marco Stefandl mit der ersten Atlas-Chance (35.) hätte Emden schon in Führung liegen müssen. Die beste von mehreren Chancen besaß Holger Wulff per Foulelfmeter, nachdem Tido Steffens gefoult worden war. Doch der Strafstoß von Holger Wulff landete am Außenpfosten (14.). Kickers präsentierte sich griffig, geschlossen und handlungsschnell – Attribute, die zuletzt etwas vermisst worden waren.
Ostfriese trifft zum 2:0
Nach dem 1:0 zeigte Atlas, warum man Freitag mit einem Auswärtsspiel beim VfB Lübeck sogar in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga mitmischen darf. Auch wenn auf den Lizenzantrag letztlich doch verzichtet wurde. Dem Jemgumer Marek Janssen gelang kurz vor der Pause noch das 2:0, nach dem Wechsel hielt der Gastgeber den Druck vor 150 Zuschauern noch einige Minuten sehr hoch und verpasste sogar das 3:0 (55.). Danach gab Atlas weiter den Ton an, Kickers verteidigte nun aber wieder souveräner, hatte selbst aber auch nur noch eine Möglichkeit.
„Das war ein wichtiger Test für uns“, war Stefan Emmerling zufrieden, wenngleich er vor dem Aufstiegsrundenstart am kommenden Sonntag noch drei personelle Sorgen hat. Ayo Adeniran (Adduktorenprobleme) konnte ebenso wenig mitwirken wie Abwehrmann Milad Faqiryar, der nach dem Aufwärmen wegen einer Verletzung auf einen Einsatz verzichtete.
Wegen muskulärer Probleme ließ sich zudem Torjäger Tido Steffens nach rund einer halben Stunde auswechseln. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hoffe, dass mir alle drei Spieler am Sonntag zur Verfügung stehen. Wir müssen aber die Woche abwarten“, erklärte Stefan Emmerling, der nach dem Sonnabend-Spiel auch am Sonntag für Kickers Emden im Einsatz war. Er fuhr schon einmal vor die Tore Hannovers, um sich die Generalprobe des ersten Kickers-Gegners 1. FC Germania Egestorf-Langreder gegen BW Tündern anzuschauen. Das 0:2 des Aufstiegsrunden-Tabellenführers sorgte anders als das Emder 0:2 aber nicht für gute Laune.