Gesundheit

Rehasport: Nach der Rücken-OP schnell wieder auf die Matte

| | 01.03.2022 21:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Inge Adler (links) erhält von Übungsleiterin Astrid Broß kleine Korrekturhinweise. Auch dank des Rehasports fühlt sich die 74-Jährige nach ihren Operationen viel beweglicher. Fotos: Ortgies
Inge Adler (links) erhält von Übungsleiterin Astrid Broß kleine Korrekturhinweise. Auch dank des Rehasports fühlt sich die 74-Jährige nach ihren Operationen viel beweglicher. Fotos: Ortgies
Artikel teilen:

Probleme mit der Wirbelsäule oder Rücken belastet auch viele Menschen in Ostfriesland. Rehasport kann dabei für eine große Verbesserung sorgen. Wie es klappt, zeigt eine Gruppe bei Frisia Loga.

Loga - Die drei Operationen und die Leidenszeit der letzten Jahre sieht man ihr nicht an. Inge Adler aus Loga blickt optimistisch in die Zukunft. Die 74-Jährige ist an diesem Nachmittag mit sieben weiteren Teilnehmern zum Rehasport „Orthopädie“ bei Frisia Loga. Das Angebot richtet sich an Patienten, die Probleme mit der Wirbelsäule oder auch andere Gelenkerkrankungen haben. Bei Inge Adler folgte nach der ersten Hüft-OP (2018) kurze Zeit später die zweite (2020), im August 2021 – dann noch eine Rücken-OP.

„Schon nach dem ersten Eingriff 2018 habe ich schnell wieder mit dem Rehasport begonnen, die Übungen haben mir sehr gut getan“, berichtet Adler. Schließlich wollte sie nach den Eingriffen so schnell wie möglich wieder fit und auch weiterhin beweglich bleiben. Zum Rehasport kommt sie immer mit dem Fahrrad geradelt.

Teilnehmer bestimmen eigenes Tempo

„Du entscheidest, wie weit Du zurückgehst. Wenn Ihr eine Pause braucht, nehmt sie Euch. Niemals in den Schmerz reinarbeiten. In Deinem Tempo auf- und abrollen“, ruft Übungsleiterin Astrid Broß den Teilnehmern zu. Auf der Matte oder im Stehen mit musikalischer Untermalung werden verschiedene Übungen zur Stabilisation ausgeführt. Broß zeigt detailliert, worauf es ankommt, geht herum, erklärt den Teilnehmern die richtige Ausführung und korrigiert bei Bedarf. Die Gruppe ist bunt gemischt, auch jüngere Teilnehmer sind willkommen.

Die Gruppe bei Frisia Loga ist bunt gemischt. Die meisten Teilnehmer haben Probleme mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben.
Die Gruppe bei Frisia Loga ist bunt gemischt. Die meisten Teilnehmer haben Probleme mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben.

Rund 90 Prozent der Teilnehmer in der Logaer Gruppe haben Probleme mit der Wirbelsäule oder Bandscheibe. Aktuell sind maximal 15 Teilnehmer erlaubt. „Ganz wichtig ist, dass alle Übungen in Maßen ausgeführt werden, darauf lege ich ganz besonderen Wert“, erzählt Broß. In Corona-Zeiten wurden die Kurse ausgesetzt, seit Januar ging es wieder los. „Die Kurse sind für die Teilnehmer schon sehr wertvoll. Viele fragen auch nach Übungen und freuen sich sogar über Hausaufgaben“, lacht Broß.

Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens

Inge Adler hat nach den Operationen jeweils selbst die Initiative ergriffen. „Ich habe meine Probleme mit meinem Hausarzt besprochen, der hat mir dann die Verordnungen verschrieben und die Kasse hat sie auch sofort genehmigt“, erzählt sie. Ob auf der Matte, mit einem Terraband, Hanteln oder Stäben, die Übungen seien jeweils immer sehr abwechslungsreich. Für Adler kam ein kommerzieller Anbieter nicht in Frage, da sie schon seit Jahrzehnten auch Mitglied bei Frisia Loga ist.

Dr. Jochen Grebe aus Remels erklärt, warum Rehasport sinnvoll ist. Foto: Herzog
Dr. Jochen Grebe aus Remels erklärt, warum Rehasport sinnvoll ist. Foto: Herzog

„Mit der Zeit lernt man ja auch die anderen Teilnehmer immer besser kennen und kann sich vor oder nach der Einheit auch noch nett unterhalten“, freut sich Adler neben dem besseren körperlichen Wohlbefinden auch über den zwischenmenschlichen Austausch. Die Vereine erhoffen sich natürlich, dass möglichst viele auch dem Klub die Treue halten. Eine Mitgliedschaft ist für einen Rehasport keine Voraussetzung. „Die Kurse sind teilweise auch Selbsthilfegruppen. Alle haben ähnliche Probleme, da ist es sinnvoll, sich mit anderen darüber auszutauschen“, weiß Frank Schüür (Frisia Loga Spartenleiter Gesundheitssport) zu berichten.

Der medizinische Blick

Rehasport „Orthopädie“ ist sinnvoll, weil „der Sport für eine Schmerzreduktion sorgt, zudem wird die Muskulatur gestärkt. Gleichzeitig sorgt die Bewegung für eine Lockerung. Die Gelenkbeweglichkeit wird erhalten und die eigene Körperwahrnehmung verbessert. Der Wiedereintritt in ein aktiveres Leben wird ermöglicht, wenn Passivität der Grund war, was bei chronischen Rückenschmerzen ja häufig der Fall ist“, erklärt Dr. Jochen Grebe, der in Uplengen-Remels zusammen eine Gemeinschaftspraxis mit Dr. Jens Arends führt.

Ähnliche Artikel