Fußball

Kickers Emden beantragt die Regionalliga-Lizenz

| | 21.02.2022 13:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Ostfrieslandstadion in Emden hat schon Drittliga-Fußball erlebt. Foto: Doden
Das Ostfrieslandstadion in Emden hat schon Drittliga-Fußball erlebt. Foto: Doden
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Aufstiegsanwärter Kickers Emden bearbeitet derzeit die Lizenzunterlagen für die 4. Liga. Unsere Zeitung sprach mit dem Verband über die Anforderungen und mögliche Hürden für Anwärter aus der Oberliga.

Emden - Nach elf Jahren muss oder besser gesagt darf sich der BSV Kickers Emden mal wieder mit dem Thema Regionalliga-Lizenz beschäftigen. Weil die Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling ab Mitte März als Tabellendritter in die zweimonatige Aufstiegsrunde mit zehn weiteren Spielen geht, muss der Fußball-Oberligist nun außerhalb des Platzes seine Hausaufgaben machen. Ganz unabhängig davon, ob es am Ende zur Überraschung und dem Aufstieg reichen sollte. Der Meister steigt direkt auf, der Vizemeister geht noch in eine Aufstiegsrunde.

Matthias Nittmann bearbeitet die Lizenzunterlagen für den BSV Kickers. Foto: Doden
Matthias Nittmann bearbeitet die Lizenzunterlagen für den BSV Kickers. Foto: Doden

Diese Tage bekamen alle potenziellen Regionalligisten der kommenden Saison Post vom Norddeutschen Fußball-Verband (NFV), unter dessen Dach die Regionalliga Nord mit den Mannschaften aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein spielt. „Wir werden natürlich eine Lizenz beantragen. Ich bin gerade dabei, die Unterlagen zu bearbeiten“, sagt Matthias Nittmann, der seit etlichen Jahren im Kickers-Vorstand für die Finanzen zuständig ist. Wenn ein Klub einen Lizenzantrag stellen will, muss er ihn bis zum 31. März um 14 Uhr abgegeben haben. Wer dieses Datum „verpennt“, erhält keine Lizenz.

Ein Regionalligist musste umziehen

Bei dem Lizenzierungsverfahren spielen Sicherheits-, Struktur- und Finanzaspekte eine Rolle. „Die Sicherheitsfragen sind dabei schon der wesentliche Faktor“, sagt August-Wilhelm Winsmann. Der Funktionär aus dem niedersächsischen Holzminden ist Vorsitzender der Kommission „Prävention & Sicherheit/Zulassung“ beim NFV. Diese prüft zum Beispiel Stadion- und Sicherheitsfragen der Regionalligisten, die für manche kleinere Vereine beim Viertliga-Aufstieg Investitionen im mittleren fünfstelligen Bereich zur Folge haben können. „Es kann auch vorkommen, dass ein Verein sich einen Ausweichplatz suchen muss, weil das Stadion nicht den Regionalliga-Standards genügt“, sagt Winsmann.

Ein klar getrennter Gästeblock ist in der Regionalliga Nord Pflicht. Kickers Emden hat ihn bereits. Foto: Doden
Ein klar getrennter Gästeblock ist in der Regionalliga Nord Pflicht. Kickers Emden hat ihn bereits. Foto: Doden

Das komme selten vor, könne aber passieren. So wie diese Spielzeit FC Teutonia Ottensen, der seine Heimspiele auf der Anlage von Victoria Hamburg austrägt. Eine Lizenzverweigerung gab es in der jüngeren Vergangenheit nicht. Das könnte auch daran liegen, dass eine detaillierte wirtschaftliche Prüfung vor einigen Jahren von der Agenda genommen wurde. So können sich die Vereine die hohen Kosten für externe Wirtschaftsprüfer sparen.

Viertligisten müssen 17.000 Euro zahlen

Wer eine Lizenz für die Regionalliga beantragt, muss eine Meldegebühr von 3000 Euro an den NFV in Bremen entrichten – die Hälfte erhalten die Klubs zurück, wenn sie nicht aufsteigen oder aus der Regionalliga absteigen. Die Regionalligisten müssen dann vor der Saison rund 17.000 Euro an den Verband überweisen oder eine Bankbürgschaft hinterlegen, wenn sie später bezahlen wollen. In dem Betrag sind die Saisonkosten für die Schiedsrichter und die Verbandsabgaben der Klubs (300 Euro pro Heimspiel) enthalten. In der Oberliga beträgt die Summe 6000 Euro.

Das Emder Stadion erfüllt die Regionalliga-Standards problemlos. Foto: Doden
Das Emder Stadion erfüllt die Regionalliga-Standards problemlos. Foto: Doden

Kickers Emden kann dem Lizenzierungsverfahren gelassen entgegenblicken. „Unser Stadion erfüllt problemlos die Regionalliga-Vorgaben. Wir haben hier schließlich auch schon 3. Liga gespielt“, sagt Matthias Nittmann, der auch zu den großen Kickers-Zeiten schon die Lizenz-Bearbeitung für die 3. Liga begleitet hatte.

Auch August-Wilhelm Winsmann von der Sicherheits-Kommission des NFV stellt der Kickers-Spielstätte ein gutes Zeugnis aus. „Ich habe das Ostfrieslandstadion zuletzt 2018 für das U20-Länderspiel gegen die Schweiz geprüft und für den DFB abgenommen. Da sehe ich bezüglich der Lizenz gar keine Probleme.“

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