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Sportgericht verschickt Urteil im Fall Kickers Emden

| | 11.02.2022 14:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nikky Goguadze
Nikky Goguadze
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Schon vor einem halben Jahr legte der Heeslinger SC Einspruch gegen die 1:2-Niederlage gegen Emden ein. Nun erst verschickte das Sportgericht die Urteilsbegründung. Der Fall könnte noch weiter gehen.

Emden - Vor knapp einem halben Jahr wandte sich der Heeslinger SC ans Fußball-Verbandssportgericht und beanspruchte die Punkte aus der 1:2-Niederlage im Spiel der Fußball-Oberliga gegen BSV Kickers Emden. Kickers-Spieler Nikky Goguadze hätte nach HSC-Ansicht wegen einer Roten Karte ein paar Tage zuvor im Ostfriesland-Cup nicht eingesetzt werden dürfen.

Diesen Einspruch hatten die Sportrichter schon lange abgewiesen. Wegen der Erkrankung des Sportgerichtsvorsitzenden Jörg Firus verschickten die Sportjuristen aber jetzt erst eine ausführliche Urteilsbegründung, die auch unser Zeitung vorliegt.

Heeslingen denkt über Berufung nach

Nachdem das Schriftstück am Donnerstagabend an die Vereine und Funktionäre verschickt worden war, hat der Heeslinger SC nun die Möglichkeit, in die Berufung zu gehen. „Darüber werden wir im Vorstand am Montag- oder Dienstagabend beraten“, sagte HSC-Teammanager Carsten Schult. „Ich werde dazu eine Empfehlung abgeben.“ In welche Richtung diese Empfehlung tendieren wird, sagte Schult nicht. „Ich habe mich mit der Urteilsbegründung noch nicht befasst.“

Nach vielen Giftpfeilen, die in den vergangenen Monaten zwischen Heeslingen und Emden geflogen waren, hält Kickers-Trainer Stefan Emmerling die Sache trotz der eindeutigen Begründung nicht für erledigt. „Bei Herrn Schult rechne ich mit allem“, sagt er.

Kickers sieht die Sache gelassen

Sein Verein sieht den Fall jedenfalls nach dem Studium der Urteilsbegründung äußerst gelassen. „Das Gericht hat noch einmal festgestellt, dass Nikky Goguadze im offiziellen dfb.net nicht gesperrt war. Danach haben wir uns zu richten“, sagt Emmerling. „Und genau das haben wir getan.“ Nikky Goguadze hatte im Halbfinale des Ostfriesland-Cups eine Rote Karte gesehen, weil er seinem Gegenspieler ins Gesicht geschlagen haben soll.

Er wurde vom Kreisspielausschuss Ostfriesland zunächst gesperrt, ein paar Tage später wurde die Sperre im dfb.net wieder aufgehoben. Die Sportrichter hielten es in ihrem Urteil für korrekt, dass das Kreissportgericht das Strafmaß festgelegt habe, weil es sich um ein sogenanntes Kreisturnier gehandelt habe.

Sportgericht: Kein Fehler der Emder

Die Zuständigkeit des Fußballkreises Ostfriesland in dieser Sache zweifelt allerdings der Verbandsspielausschuss an. Darauf gingen auch die Sportrichter ein. Eine Umwertung zugunsten von Heeslingen käme selbst dann nicht in Betracht, wenn der Kreisspielausschuss die Sperre außerhalb seiner Zuständigkeit aufgehoben hätte. Der Fußballkreis Ostfriesland habe seit Jahrzehnten so gehandelt. Er sei ein Organ des Niedersächsischen Fußballverbandes. Deshalb habe Kickers Emden dieser Vorgehensweise vertrauen müssen.

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn wir haben nichts falsch gemacht“, sagt Stefan Emmerling. „Egal, ob Heeslingen in die nächste Instanz geht – wir sind da völlig gelassen.“

Adeniran fliegt ab

Jetzt ist es amtlich: Der US-Amerikaner Ayo Adeniran wird den Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden in der Aufstiegsrunde verstärken. Der Texaner, der schon von 2019 bis 2020 für Kickers spielte, kehrt am Dienstag nach Ostfriesland zurück. „Er fliegt am Montag ab“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling.

Weil Kickers einen preisgünstigen Flug auswählte, wird Adeniran einige Male umsteigen müssen und landet dann Dienstag in Frankfurt. „Ab Mitte nächster Woche trainiert er dann bei uns.“ Mittlerweile liegt Kickers auch ein Beleg der Freigabe durch den spanischen Viertligisten aus Mostoles vor, wo Adeniran 2021 einige Spiele bestritt. Diese Freigabe wird nun vom spanischen Verband an die deutschen Verbände weitergeleitet.

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