Fußball

Ostfriesische Fans vom Durcheinander genervt

| | 25.01.2022 19:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Werder Bremen hat einen Antrag gestellt, in Kürze auch wieder 10.000 Fans ins Stadion lassen zu dürfen. Foto: Nordphoto/Imago
Werder Bremen hat einen Antrag gestellt, in Kürze auch wieder 10.000 Fans ins Stadion lassen zu dürfen. Foto: Nordphoto/Imago
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Deutschland ist ein Flickenteppich. Während in Magdeburg 13.000 Zuschauer in Stadion waren, dürfen in Niedersachsen momentan nur 500 Fans zu den Spielen. Für die Werder-Fans gibt es Hoffnung.

Ostfriesland - Was für ein Durcheinander: Während in Bayern demnächst wieder 10.000 Anhänger die Spiele des FC Bayern verfolgen dürfen, können Hannoveraner oder Bremer Fans davon weiterhin nur träumen. Bund und Länder hatten sich beim Corona-Gipfel darauf verständigt, künftig einheitliche Regelungen bei Höchstgrenzen festzulegen. Die nächste Runde ist aber erst für den 9. Februar terminiert. Wähend in Magdeburg am letzten Wochenende gut 13.000 Zuschauer die Drittliga-Partie verfolgen konnten, hat jetzt auch Bayern nachgezogen.

Wie beurteilen ostfriesische Anhänger die Situation? Fußball-Weltenbummler Kai Schoolmann aus Emden, Dauerkarteninhaber beim FC Bayern und FC Groningen, hat zuletzt die Zweitliga-Partie zwischen dem FC St. Pauli und Schalke Anfang Dezember im Stadion verfolgt. „Ich bin von der ganzen Situation nur noch zermürbt, mache erst mal eine Pause und habe jetzt kurzfristig keine Pläne“, erklärte er. Er wolle in Deutschland erst wieder in die Bundesliga-Stadien gehen, wenn alle Dauerkarteninhaber mit dabei sein können. „Die Allianz-Arena in München ist für mich ja auch nicht um die Ecke, ein Besuch muss ja auch organisiert werden. So macht das alles keinen Spaß mehr“, will er sich auch nicht um Tickets bewerben, sollte der FC Bayern diese Möglichkeit anbieten. Sein nächstes Spiel ist somit wahrscheinlich das Basken-Derby in Spanien, nämlich Athletic Bilbao gegen San Sebastian am 20. Februar. Gibt schlechtere Aussichten.

In Bremen steht noch die Null

Sportlich läuft es für Daniel Kleen (Werder-Fanclub Moormerland) und die Bremer wieder nach Plan. Mit Neu-Trainer Ole Werner haben die Hanseaten in die Erfolgsspur zurückgefunden. Aber momentan steht in Bremen zuschauermäßig wie beim vorletzten Spiel gegen Düsseldorf die Null. Noch. Denn Werder hat laut dem Internetportal „Deichstube“ beim Senat einen Antrag gestellt, beim nächsten Spiel gegen Karlsruhe wieder 10.000 Fans zuzulassen. Die Entscheidung soll am kommenden Dienstag fallen. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir wieder Geisterspiele erleben müssen. Dass die Zuschauerzahl reduziert werden würde, kann ich ja verstehen. Es ist doch ein Unding, dass in der Elbphilharmonie 2000 Besucher sein dürfen, und im Stadion gar keine“, ärgert sich Kleen.

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Harald Janssen, 1. Vorsitzender des Schalke-Fan-Club Fehntjer Knappen, wünscht sich eine Rückkehr der Fans in die Stadien und hält eine Auslastung von 50 Prozent für okay. „Wenn man einen Vergleich zu anderen Veranstaltungen zieht, wäre das durchaus machbar. Etwas Vorsicht ist ja in Ordnung, aber mittlerweile kann man die unterschiedlichen Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen“, sagt Janssen. Die Fehntjer Knappen waren in dieser Saison einige Male bei den Spielen ihres FC Schalke 04 dabei. Auf eine gemeinsame Busfahrt musste man bisher aber verzichten. „Wir lechzen danach wieder eine große Bustour zu unternehmen, bei der aktuellen Auslastung ist das aber nicht möglich, es gibt halt nicht genug Karten. Das ist sehr schade, Fußball lebt von den Fans und der Atmosphäre. Und bei leeren Rängen macht das Schauen der Spiele im TV auch keinen Spaß“, so Janssen.