Handball

Vor Wendlandt-OP: OHV Aurich feiert knappen „Pflichtsieg“

| | 23.01.2022 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sich lang gemacht haben die OHV-Handballer um Nikita Pliuto auch in Bissendorf. Archivbild: Ortgies
Sich lang gemacht haben die OHV-Handballer um Nikita Pliuto auch in Bissendorf. Archivbild: Ortgies
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Ein hartes Stück Arbeit war der 29:27-Auswärtssieg des OHV Aurich beim Letzten Bissendorf. Am Montag geht der Blick ins Krankenhaus: Dort wird Leistungsträger Kevin Wendlandt kurzfristig operiert.

Bissendorf - Auf dem Papier war es ein „Pflichtsieg“, in der Halle und im Nachgang fühlte es sich für Arek Blacha nach viel mehr an. „Dieser Sieg schmeckt mir besser als der Heimsieg vor einer Woche gegen den direkten Konkurrenten Minden II“, sagte der Trainer des Handball-Drittligisten OHV Aurich. Beim 29:27-Erfolg beim TV Bissendorf-Holte am Samstagabend musste sich der Tabellendritte nicht nur gegen ein frei aufspielendes Schlusslicht aus dem Landkreis Osnabrück, sondern auch gegen einige Widerstände durchsetzen.

Auf die vielen Rückraumtore von Kevin Wendlandt muss der OHV Aurich nun eine Weile verzichten. Archivfoto: Ortgies
Auf die vielen Rückraumtore von Kevin Wendlandt muss der OHV Aurich nun eine Weile verzichten. Archivfoto: Ortgies

Schwer wiegt bei den Ostfriesen natürlich der Ausfall von Torjäger und Leistungsträger – vorne wie hinten – Kevin Wendlandt. Nach einer im Minden-Spiel zugezogenen Knie-Verletzung müssen die Auricher nun noch länger auf ihn verzichten, wie nach einer MRT-Untersuchung und Ärzte-Bewertung nun feststeht. Der Rückraumspieler wird am Montag am Meniskus operiert. „Die Hauptrunde wird er uns auf alle Fälle fehlen“, sagt Blacha. Ob Wendlandt dann im April in der Folgerunde nochmal zurückkommen wird, ist völlig offen.

Klassenerhalt so gut wie sicher

Mit dem Sieg beim Letzten ist die Abstiegsrunde (ab Platz siebe) aber fast schon vermieden, der direkte Klassenerhalt zum Greifen nahe. „Wir wussten, dass es in diesem Spiel sehr eng werden wird“, sagte Blacha. So reiste der OHV mit nur einem Torwart nach Bissendorf, weil Edgars Kuksa und Marten Jungvogel nicht zur Verfügung standen und interne Vereinspotionen als Ersatz sich zerschlugen. „Im Notfall wären Wilke de Buhr oder Jannes Hertlein ins Tor gegangen – aber soweit kam es nicht.“

Frederick Lüpke war am Samstagabend der einzige Torwart im OHV-Kader. Archivfoto: Ortgies
Frederick Lüpke war am Samstagabend der einzige Torwart im OHV-Kader. Archivfoto: Ortgies

So stand hinter einer bissigen Abwehr um Hertlein und Nikita Pliuto in Bissendorf 60 Minuten lang Frederick Lüpke im OHV-Tor. Die Partie wog in der ersten Halbzeit hin und her. Der Gastgeber hat bisher zwar erst ein Spiel gewonnen, aber verlor oft sehr knapp. Zur Pause führte Aurich nach einem Last-Minute-Tor von Jonas Wark 14:12. Trainer Arek Blacha hatte bis dahin schon bewusst und gezielt gewechselt, da auch Kapitän Jonas Schweigart angeschlagen in die Partie gegangen war und Blache die Kräfte seines Teams einteilen wollte. „Ich wollte, dass wir auch in der Schlussphase noch Energie haben.“ Zudem reagierte er zeitweise mit der Manndeckung für Aurichs Petar Puljic (7 Tore) mit der Maßnahme, Rechtsaußen Evgeny Vorontsov mitunter in den Rückraum zu beordern.

Packende Schlussphase mit Happy End

All das ging auf, als die Partie auf Messers Schneide stehend in den Schlussminuten entschieden wurde. Aus einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung zu Beginn der zweiten Halbzeit war nun ein Zwei-Tore-Rückstand geworden (26:24/ 53.). „Aber wir haben die Nerven behalten und alles gegeben“, freute sich Arek Blacha.

Nach Treffern von Wilke de Buhr, Nikita Pliuto, Jannes Hertlein und Jonas Schweigart führten die Ostfriesen 74 Sekunden vor Schluss 28:26. Auch weil Levin Zare Isfahani per Siebenmeter das 27:27 verpasste und die Latte traf. Derselbe Spieler markierte 26 Sekunden vor Ende zwar noch das 27:28. Aber Aurich hatte den Ball und beseitigte mit dem letzten Treffer von Puljic zum 29:27 acht Sekunden vor Schluss die letzten Zweifel am „Pflichtsieg“, der sich für Arek Blacha als viel mehr anfühlte und auch ihn mental sehr forderte. „Um unsere Kräfte zu steuern, musste sich viel und gezielt wechseln. Das war auch für mich herausfordernd.“

Spieldaten

Aurich: Lüpke; de Buhr (4), N. Pliuto (2), Günsel, Fuhrmann (2), Vorontsov (7/ davon 1 Siebenmeter), M. Pliuto, Wark (4), Schweigart (1), Hertlein (2), Puljic (7).

Siebenmeter: TV 3/2 verwandelt; OHV 2/1 verwandelt.

Zeitstrafen: TV: 2; OHV: 2.

Torfolge: 1:3 (5.), 5:5 (12.), 8:6 (16.), 9:9 (20.), 10:12 (25.), 12:14 (30.), 14:18 (34.), 18:18 (39.), 19:21 (43.), 24:22 (50.), 26:24 (53.), 26:28 (59.).

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