Fußball
Üble Sprachnachricht: Gegner nennt Kickers „Drecksverein“
Eine interne Sprachnachricht des TuS Bersenbrück macht die Runde. Darin wird der kommende Oberliga-Gegner Kickers Emden als „Drecksverein“ beschimpft. Die drei Minuten sind auch ansonsten brisant.
Emden - Eine Sprachnachricht mit üblen Attacken gegen den BSV Kickers Emden macht kurz vor dem Hinrundenfinale in der Fußball-Oberliga die Runde. In dem 2:57 Minuten langen Beitrag, der an die Spieler des kommenden Kickers-Gegners TuS Bersenbrück gerichtet ist, werden die Ostfriesen unter anderem als „Drecksverein“ und „Spinner“ tituliert. Irgendein „Maulwurf“ im Bersenbrücker Team hat die Nachricht weitergeleitet. Nun macht sie überall die Runde.
Für die Bersenbrücker entscheidet sich beim Spiel in Emden, ob sie noch die Aufstiegsrunde erreichen. Für den BSV Kickers geht es darum, drei Punkte mehr in die Meisterrunde mitzunehmen.
Sportmanager soll zu hören sein
Die Nachricht sollte für reichlich Motivation beim BSV Kickers sorgen. Auch Trainer Stefan Emmerling hatte gestern die Attacke auf seinen Verein schon auf dem Handy. Nach Emder Informationen stammt sie vom Bersenbrücker Sportmanager Thorben Geerken.
Der hielt sich auf Anfrage unserer Zeitung bei diesem Thema zunächst sehr bedeckt. Er kenne die Nachricht nicht, teilte er mit. „Ich kann dazu nichts sagen. Ich bin der falsche Ansprechpartner“, fügte er hinzu.
„,Drecksverein‘ unglücklich gewählt“
Letztlich sagte er dann aber doch etwas zur eigentlich mannschaftsintern geäußerten Botschaft. „Das Wort ‚Drecksverein‘ ist etwas unglücklich gewählt. Das ist nicht in Ordnung.“
Und dann war Thorben Geerken doch um Schadensbegrenzung bemüht: „Ich kann mich im Namen des Vereins für die Aussagen nur entschuldigen.“ Ob sie von ihm selber stammen, sagte er nicht.
Brisante Bersenbrücker Vorwürfe
In dem Beitrag beschwert sich der Bersenbrücker Offizielle darüber, dass Kickers Emden nicht frühzeitig mitteilt, ob das Spiel am Sonnabend im Stadion oder auf Kunstrasen ausgetragen wird. Und das legen die Gäste als boshafte Absicht aus: „Die Kickers versuchen alles, um uns zu verunsichern und versuchen ihr Spielchen mit uns zu treiben“, heißt es wörtlich. „Es ist sehr, sehr fragwürdig, was da los ist. Männer, aber einfach um euch zu signalisieren, was dieser Drecksverein da vorhat und wie die uns da irgendwie verunsichern wollen – diese Info, dachte ich, muss ich an euch weitergeben, weil ich denke, dass das dazu beiträgt, dass wir dieses Spiel noch eher gewinnen wollen.“
Dann legt der Offizielle auch noch nahe, dass bei der Emder 1:4-Niederlage in Oldenburg nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Durch den klaren Oldenburger Erfolg benötigt nun der TuS Bersenbrück in Emden einen Erfolg mit zwei Toren Differenz. Die Niederlage aber kostet die Emder drei Punkte in der Aufstiegsrunde, sollte der VfL diese Erreichen. Der Bersenbrücker Vorwurf klingt somit wenig logisch. Die Passage dazu im Whatsapp-Beitrag: „Das Ding in Oldenburg ist sehr fragwürdig – wie das Ergebnis zustande gekommen ist. Ich denke, dass wir diesen Verein damit absolut bestrafen müssen, indem wir dort mit zwei Toren Unterschied gewinnen.“
Kickers hält sich öffentlich zurück
Und zum Abschluss des Beitrags folgt die Spinner-Krönung: „Trainiert vernünftig die nächsten Tage, schwört euch ein, und dann haut die Spinner da in Emden einfach weg.“
Letztlich entschuldigte sich Thorben Geerken im Gespräch mit unserer Zeitung noch für den Inhalt der Nachricht und räumte ein, dass die Bersenbrücker Whtsapp-Gruppe offenbar löchrig sei. Er habe aber auch aus Emder Kreisen Infos über unschöne Dinge bei Kickers erfahren. Worum es sich handelt, verriet er nicht. „Fragen Sie am besten in Emden nach.“
Kickers-Trainer Stefan Emmerling wollte den Sprachnachrichten-Eklat nicht allzu hoch hängen. „Aus der Emotion heraus, kann so etwas bei der Ansprache in der Kabine vielleicht passieren“, sagt er. „Aber solche Ausdrücke in einer Sprachnachricht zu verschicken, ist etwas amateurhaft.“ Eine Revanche schloss er aus: „Wir werden darauf nicht reagieren.“