Fußball
Kickers Emden in 2G-Not: Mehrere Spieler könnten fehlen
Der Impfstatus hat Auswirkungen auf den Endspurt in der Oberliga. Kickers Emden wird deshalb Sonntag in Oldenburg mehrere Spieler nicht einsetzen dürfen. Wie viele es genau sind, ist noch in Klärung.
Oldenburg/Emden - Saisonabbrüche, Spielabsagen oder Trainingsverbote: Das Coronavirus nervt schon seit mehr als anderthalb Jahren auch den BSV Kickers Emden. Nun hat der unsichtbare Gegner neue sichtbare Folgen für den Fußball-Oberligisten. Weil seit Mittwoch in fast ganz Niedersachsen die Warnstufe 2 wirkt, gilt bei Amateurfußballspielen 2G auf dem Feld und 2G+ in der Kabine. Somit wird der Tabellenzweite im Auswärtsspiel am Sonntag beim Fünften VfL Oldenburg mehrere Akteure nicht einsetzen dürfen, die noch nicht geimpft sind oder noch nicht den vollständigen Impfschutz besitzen. Nach Informationen unserer Zeitung betrifft das im schlimmsten Fall bis zu sechs Kickers-Spieler.
Auf eine Spielabsage durch den Verband oder den Gegner brauchen die Emder nicht zu hoffen. Der Niedersächsische Fußball-Verband will die Oberliga-Qualifikationsrunde dieses Jahr zu Ende spielen lassen, auch wenn die Mannschaften vor jedem Training und Spiel noch einen negativen Corona-Schnellest benötigen (2G+). Und da der VfL Oldenburg seine Begegnungen auf einem Kunstrasenplatz austrägt, wird auch das Wetter sehr wahrscheinlich zu keinem Ausfall führen. „Wir bereiten uns organisatorisch ganz normal auf das Spiel vor und rechnen mit 250 bis 400 Zuschauern. Für die Fans gilt die 2G-Regel“, erklärt Michael Plätzer, Abteilungsleiter Fußball beim VfL.
Ein ungeimpfter VfL-Spieler
Sein Verein wird am Sonntag nicht nur den Impfstatus der Zuschauer, sondern auch jeden einzelnen der Spieler, Trainer und Betreuer kontrollieren. „Und wir müssen uns von allen, die die Kabine nutzen, ein negatives Testergebnis vorzeigen lassen.“ Bei den Oldenburgern kann laut Trainer Lasse Otremba wegen der 2G-Regel ein Akteur nicht mitspielen.
Bei Kickers Emden ist man angesichts der drohenden Ausfälle wenig erfreut, dass der Ball – anders als in den Ligen darunter – weiterrollt. „Das ist dann schon irgendwie Wettbewerbsverzerrung. Es geht schließlich auch um viel“, sagt Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Auch trainieren dürfen diese Spieler nicht. Emmerling hätte sich eine Fortführung des Spielbetriebs Anfang März gewünscht.
Impfstatus mancher Spieler undurchsichtig
Wie viele Kickers-Spieler genau ungeimpft sind bzw. als ungeimpft gelten, soll nun schnellstmöglich geklärt werden. Einige Akteure aus den Niederlanden haben offensichtlich inzwischen in ihrem Heimatland einen Piks bzw. zwei Spritzen erhalten. Möglicherweise hat auch der eine der oder andere dieser Kicker einen Impfstoff bekommen, der nur einmal verabreicht werden muss. Um das Thema kümmert sich der Vorsitzende Dr. Jörg Winter, der als Allgemeinmediziner auch täglich mit dem Coronavirus konfrontiert wird. Der Vereinsboss war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Fakt ist aber, dass Kickers aufgrund der 2G-Regel am Sonntag auf mehrere Spieler verzichten muss. Auf wie viele genau, muss nun ebenso geklärt werden wie die Frage, ob mancher von den Oldenburg-Ausfällen beim Nachholspiel gegen den TuS Bersenbrück eine Woche später am Sonnabend, 11. Dezember, dann als vollständig immunisiert gilt.
Die beiden Partien gegen Oldenburg und Bersenbrück haben sportlich noch eine hohe Relevanz. Für Kickers selbst, da noch Extrapunkte für die bereits gesicherte Aufstiegsrunde gesammelt werden können. Und besonders auch für beide Gegner, die sich ein Fernduell um den letzten freien Platz in der Aufstiegsrunde liefern. Die 2G-Regel bringt nun zusätzliche Brisanz in den Endspurt.