Handball

OHV: Mehr als 1000 Fans und ein Rechtsaußen im Blickpunkt

| | 11.11.2021 18:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Evgeny Vorontsov (links) fühlt sich in Aurich (rechts Peter Puljic) sehr wohl. Der Rechtsaußen trifft Sonnabend auf seine alte Liebe, den Wilhelmshavener HV. Foto: Doden
Evgeny Vorontsov (links) fühlt sich in Aurich (rechts Peter Puljic) sehr wohl. Der Rechtsaußen trifft Sonnabend auf seine alte Liebe, den Wilhelmshavener HV. Foto: Doden
Artikel teilen:

Der OHV erwartet in der 3. Liga am Sonnabend Wilhelmshaven und mehr als 1000 Fans zum Derby. Evgeny Vorontsov war erst im Sommer vom WHV nach Aurich gewechselt. Er stammt aus einer spannenden Familie.

Aurich- Was da auch noch immer kommen mag bis Silvester: Diese Partie ist das Spiel des Jahres für den OHV Aurich. Am Sonnabend um 19 Uhr empfängt der OHV Aurich in der 3. Handball-Liga (Staffel B) den Titelkandidaten Wilhelmshavener HV zum Derby, das für alle Beteiligten besonders ist. So rechnen die Ostfriesen auch erstmals in dieser Saison mit mehr als 1000 Zuschauern in der Sparkassen-Arena.

Der OHV Aurich rechnet erstmals in dieser Saison mit mehr als 1000 Fans. Damit das möglich ist, gilt die 2G-Regel. Foto: Doden
Der OHV Aurich rechnet erstmals in dieser Saison mit mehr als 1000 Fans. Damit das möglich ist, gilt die 2G-Regel. Foto: Doden

Deshalb gilt die 2G-Regel, damit dies möglich ist. Einlass erhalten nur geimpfte und nachweislich genesene Zuschauer – Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind von dieser Regel ausgenommen. In der Halle gilt dann laut Meyer durch die 2G-Regel auch keine Maskenpflicht mehr. „Der Vorverkauf lief gut an. Es sind auch 200 Karten nach Wilhelmshaven gegangen“, sagt Teammanager Ewald Meyer. Karten im Vorfeld sind noch Freitag bis 17 Uhr bei der Druckerei Meyer in Aurich (Kornkamp 25) erhältlich. Es wird auch eine Tageskasse geben, die ebenso wie die Hallentüren am Sonnabend schon um 17.30 Uhr öffnet, um Warteschlangen zu vermeiden. Dauerkarteninhaber sollen die Einlasstüren rechts und links nutzen, alle anderen die mittlere Tür.

Besonderes Spiel für Vorontsov

Durch den hinteren Spielereingang gehen wird ein paar Minuten früher ein Wilhelmshavener, für den die Partie am speziellsten ist. Evgeny Vorontsov spielte von 2009 bis zum Sommer zwölf Jahre lang für den WHV, lebt noch in unmittelbarer Nähe zur Nordfrost-Arena und arbeitet in Wilhelmshaven als Zivilist bei der Marine. Doch seine Handball-Heimat ist nun Aurich. „Ich habe mich super eingelebt, finde die Mannschaft und die Fans richtig klasse“, sagt der Rechtsaußen, der als ehemaliger Zweitliga-Spieler eine echte Verstärkung ist und das in den wenigen Monaten beim OHV mehrfach bewiesen hat.

Evgeny Vorontsov möchte Sonnabend gerne wieder Derbysieger sein. Foto: Ortgies
Evgeny Vorontsov möchte Sonnabend gerne wieder Derbysieger sein. Foto: Ortgies

Mit WHV-Spielern wie Rene Drechsler, Tobias Schwolow oder Sebastian Maas spielte der 35-Jährige viele Jahre zusammen, Selbst mit Trainer Christian Köhrmann stand er noch auf dem Feld. „Ich habe da noch einige Handballfreunde.“ Er trifft aber auch auf ein paar junge, neue Gesichter. Denn nach den finanziellen Schwierigkeiten in der vergangenen Saison, einigen Abgängen und einem Vier-Punkte-Abzug stieg der WHV wieder aus der 2. Bundesliga ab und stellte sich teils neu auf. „Dennoch gehört Wilhelmshaven wieder zu den Titelfavoriten und hat ein Team, das um den Aufstieg mitspielt“, sagt OHV-Teammanager Ewald Meyer. „Der WHV ist Favorit gegen uns – aber wir wollen ihn endlich auch mal ärgern.“

Auf dem Internat in Magdeburg

Denn in den vergangenen Jahren hieß der Sieger in den direkten Drittliga-Duellen immer Wilhelmshaven. Auch dank 1A-Rechtsaußen Evgeny Vorontsov, der als Kind schon viel herumkam. Geboren im Sommer 1986 im russischen Tscheljabinsk ging es 1992 aus der Millionen-Stadt mit der Familie ins slowakische Trnava, weil sein Vater Alexander dort einen Vertrag als Handballtorwart unterschrieb. Über die Zwischenstation Prag landete die Familie Vorontsov 1998 schließlich in Varel.

Der Papa hütete das Zweitliga-Tor, der Sohnemann zeigte in der Jugend sein großes Talent, wechselte aufs Internat des SC Magdeburg und kehrte 2004 als junger Herrenspieler zurück.

Mutter und Bruder sind Pianisten

Sein Papa Alexander ist inzwischen hauptamtlicher Torwarttrainer beim Bundesligisten Göppingen. „Wir beide sind die Handballer in der Familie – meine Mutter und mein Bruder die Musiker“, sagt Evgeny Vorontsov. Mama Nelli spielt leidenschaftlich Klavier und arbeitet in Varel als Musiklehrerin, sein jüngerer Bruder Alexander als Pianist.

Handballerisch möchte der Neu-Auricher im Derby gerne den Ton angeben. Die Favoritenrolle des Spitzenreiters (16:2 Punkte) ist ihm bewusst. Doch trotz der Auswärtsdelle mit drei Pleiten am Stück lässt sich die Zwischenbilanz von 12:6 Punkten sehen. „Auch wir haben eine starke Mannschaft. Ich sehe auch im Training, was die Jungs drauf haben. Wenn wir das gemeinsam zeigen und jeder noch ein paar Extra-Prozentpunkte gibt, können wir auch überraschen.“ Vielleicht hat der viertbeste Torschütze der Staffel bei seinem Sommer-Wechsel ja tatsächlich das Derbysieger-Gen mitgebracht.

Ähnliche Artikel