Fußball

Kickers-Spiel live – Kultkicker Ansgar Brinkmann am Mikro

| | 05.11.2021 16:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für jeden Spaß zu haben: Hier kniet Ansgar Brinkmann in Vechta bei einem Benefizspiel vor Ehrenbürgerin Schwester Regina Kuhlmann. Sonntag ist er Co-Kommentator beim Oberliga-Spitzenspiel. Foto: Imago
Für jeden Spaß zu haben: Hier kniet Ansgar Brinkmann in Vechta bei einem Benefizspiel vor Ehrenbürgerin Schwester Regina Kuhlmann. Sonntag ist er Co-Kommentator beim Oberliga-Spitzenspiel. Foto: Imago
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Lohne erwartet als Oberliga-Spitzenreiter den Verfolger Kickers Emden. Der Lohner Trainer mäht kurz vor dem Spiel persönlich den Rasen – mit einem hochmodernen Gerät von Werder Bremen.

Lohne/Emden - Ansgar Brinkmann gehört zu den populärsten deutschen Fußballern, die nie in der Nationalmannschaft spielten. Fans titulierten ihn als „weißen Brasilianer“. Kritiker verpassten ihm den Namen Ansgar „Trinkmann“, weil er sich manch Eskapade außerhalb des Spielfelds leistete. Die Mixtur aus Spielkunst, lockeren Sprüchen und privaten Fehltritten verliehen dem Ex-Profi von Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt und etlichen Zweitligisten Kultcharakter. Am Sonntag kommentiert der 52-Jährige das im Livestream gezeigte Oberliga-Spitzenspiel von Kickers Emden bei BW Lohne (14 Uhr).

„Ansgar Brinkmann hat in der Jugend selbst in Lohne gespielt“, erklärt Blau-Weiß-Trainer Henning Rießelmann die Nähe zum Ex-Profi, der in Vechta geboren ist. Am Mikro ist der Ex-Profi als Co-Kommentator im Einsatz und assistiert einem Experten der Gastgeber.

600 Zuschauer erwartet

Die Blau-Weißen betrachten die Emden-Begegnung als Spiel des Jahres und bereiten es medial professionell auf. Mit zwei Kameras wird die Partie gefilmt und als Livestream auf dem Nachrichtenportal om-online (www.om-live.de) präsentiert. „Wir freuen uns riesig auf dieses Spiel“, sagt Trainer Henning Rießelmann. „Es werden bestimmt 600 Zuschauer kommen.“

Lohnes Trainer Henning Rießelmann stutzt den Rasen mit dem hochmodernen Ex-Mäher von Werder Bremen immer persönlich. Am Sonntag um 11 Uhr wird er sich noch einmal auf den Mäher setzen. Foto: Privat
Lohnes Trainer Henning Rießelmann stutzt den Rasen mit dem hochmodernen Ex-Mäher von Werder Bremen immer persönlich. Am Sonntag um 11 Uhr wird er sich noch einmal auf den Mäher setzen. Foto: Privat

Eine eventuelle Verlegung auf den Kunstrasen war für die Gastgeber trotz gelegentlicher Nässe und fehlender Sonne nie ein Thema. „Wir haben einen Top-Rasen“, sagt Rießelmann. Als Geschäftsführer organisiert er normalerweise mit seiner Firma „Onside“ Freundschaftsspiele und Trainingslager zahlreicher Bundesligisten oder internationaler Top-Klubs wie FC Liverpool. Bei BW Lohne arbeitet der Trainer auch als „Greenkeeper“.

Kürzester Rasen der Liga

Bereits gestern mähte er den Rasen persönlich. Am Sonntag um 11 Uhr wird er sich noch einmal auf den hochmodernen Spindelrasenmäher setzen. „Der kostet neu 100.000 Euro. Wir haben den alten Mäher von Werder Bremen bekommen“, erzählt Rießelmann. Mit diesem Gerät stutzt er das Gras auf eine Länge von 2,4 Zentimeter. „Das ist der kürzeste Rasen der Oberliga.“ Nur in Rotenburg habe das Spielfeld ähnliche Qualität. Die Rasenlänge bei Kickers Emden und anderen Liga-Konkurrenten schätzt er auf 3,2 Zentimeter.

Unser Tipp

Blau-Weiß Lohne – Kickers Emden 2:1. Die Gastgeber gingen als Titelfavorit in die Saison und untermauerten diese Rolle mit zuletzt starken Leistungen. Zu Hause verloren sie nur das erste Saisonspiel und reihten danach Sieg an Sieg. Allerdings zeigte der BSV Kickers beim 3:1-Erfolg im Hinspiel eindrucksvoll, dass er den Lohnern durchaus Paroli bieten kann. Zuletzt verloren die Emder auswärts allerdings beim SC Spelle-Venhaus. Vieles deutet auf ein spannendes Spitzenspiel hin, in dem die Gastgeber als leichter Favorit gelten sollten.

Rießelmann wird Sonntag noch einmal gut zwei Stunden mähen. „Eine Stunde quer über den Rasen und 70 Minuten längs“, sagt er. „Das brauche ich vor dem Spiel zum Runterkommen.“ Um die Bedeutung der Partie wissen alle Beteiligten. Es geht im Duell der beiden Spitzenteams der Liga nicht nur um Platz eins, sondern auch um wertvolle Zähler in der Aufstiegsrunde.

Lohne zu Hause eine Macht

„Wir sind zu Hause eine Macht und wollen gewinnen“, sagt der BW-Coach. Das misslang den Lohnern nur im ersten Saisonspiel. Da verlor das Team mit 1:2 gegen Bersenbrück. Es folgten fünf Siege in Serie mit 17:4 Toren.

Im Hinspiel jubelte Kickers (im Foto Alagie Jabbie und Holger Wulff) über einen 3:1-Erfolg. Foto: Doden
Im Hinspiel jubelte Kickers (im Foto Alagie Jabbie und Holger Wulff) über einen 3:1-Erfolg. Foto: Doden

Rießelmann sieht seine Mannschaft in spielerischer Hinsicht auf dem kurzen und entsprechend schnellen Rasen leicht im Vorteil. „Aber Emden gleicht das durch eine starke Physis aus. Es wird ein spannendes Duell.“

Kickers hat Verletzungssorgen

Das glaubt auch Kickers-Trainer Stefan Emmerling. „Wir haben das Hinspiel 3:1 gewonnen und gezeigt, dass wir mit Lohne mithalten können.“ Verzichten muss der BSV allerdings auf die verletzten Milad Faqiryar und Marvin Eilerts.

Faqiryar hat große Probleme mit dem Sprunggelenk und droht noch längere Zeit auszufallen. Verzichten müssen die Emder auch erneut auf Ersatztorhüter Nils Ludwig. Er absolviert ebenso wie Milad Faqiryar vom VW-Werk aus eine dreimonatige Fortbildung zur E-Mobilität in Zwickau und bleibt dort auch an Wochenenden.

Trotz der Ausfälle bleibt Emmerling Optimist: „Wir freuen uns aufs Spiel und möchten mit Tabellenführer Lohne gerne wieder die Spitzenposition tauschen.“

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