Fußball
Kickers machte Comedy: Kurioses Tor bei 1:2-Niederlage
In der Fußball-Oberliga verteilte Kickers Emden Geschenke an den Gegner. Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte der Gast verbissen und hatte kurz vor Schluss noch das 2:2 auf dem Fuß.
Spelle - Die Oberligafußballer des BSV Kickers Emden schickten die Geschenke am Sonntag an die falsche Adresse. Eigentlich wollten sie ihren Co-Trainer Yasin Turan zum 36. Geburtstag mit eine Punkte-Präsent beglücken. Stattdessen machten sie mit zwei halben Eigentoren den Gegner glücklich. Der SC Spelle-Venhaus nutzte den Emder Spendiermodus zu einem 2:1-Erfolg. Damit verdrängte BW Lohne die Emder mit einem 4:0-Sieg in Rotenburg erstmals seit vielen Wochen von der Tabellenspitze.
Kickers-Trainer Stefan Emmerling baute seine Mannschaft sogleich wieder auf. „Die Reaktion auf den 0:2-Rückstand war gut“, lobte er. Sein Team hätte auch beinahe noch einen Punkt erkämpft. Nikky Goguadze besaß kurz vor Schluss die Riesenchance zum 2:2. Doch er traf aus kürzester Distanz den Ball nicht richtig. So flog das Leder nicht über die Linie, sondern in die Höhe und landete auf der Torlatte. Dieses Pech war symptomatisch für die Gäste, die bei den Gegentoren tatkräftig mithalfen.
Torwart Wetzel im Pech
„Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass sie auch Fehler von Mitspielern verzeiht und sich trotzdem weiter reinhängt“, sagte Emmerling. Mit dem Mitspieler meinte er seinen Torhüter Jannik Wetzel, der zweimal eine unglückliche Figur machte. Vor allem das 2:0 der Speller besaß Comedy-Charakter. Wetzel fing einen harmlosen Ball und warf ihn dem völlig überraschten Nebenmann Alagie Jabbie vor die Füße. Von dort sprang das Leder passgenau zu SC-Kicker Felix Schmiederer. Der sagte Danke und hob den Ball über den noch vor dem Tor postierten Jannik Wetzel ins Netz. Emmerling kommentierte den Treffer später mit derber Wortwahl: „So ein Sch. . .ding.“
Schon beim 1:0 in der Anfangsphase hatten die Emder, die in der Abwehr auf Milad Faqiryar verzichten mussten, Großzügigkeit bewiesen. Die Gastgeber schlugen aus der eigenen Hälfte eine hohe Flanke vor den Strafraum, die per Kopfball verlängert wurde. Das reichte um die BSV-Abwehr zu düpieren. Beim Schuss von Christoph Ahrens agierte Wetzel ebenfalls unglücklich, sodass der Ball im Netz landete.
Kickers kommt spät auf Touren
Zu diesem Zeitpunkt hätte es allerdings schon 1:0 für Kickers heißen können. Denn den Anfang beim Präsentetag machte SC-Torwart Mattis Niemann. Er spielte den Ball nach einem Rückpass Nikky Goguadze vor die Füße. Allerdings war der Winkel zum Tor äußerst spitz, sodass der Schlussmann den anschließenden Schuss des BSV-Stürmers parierte.
Ansonsten kamen die Emder wie schon zuletzt beim 1:1 in Hagen erst spät auf Betriebstemperatur. Weil sich die Gastgeber nach dem 1:0 nicht sonderlich um Offensivaktionen bemühten, plätscherte die erste Hälfte ohne weitere Höhepunkte dahin.
BSV am Ende dem 2:2 nahe
Die zweite Halbzeit verlief weitaus spektakulärer. Nach dem kuriosen 2:0 für den Gegner stürmte der Gast plötzlich mit dem Mute der Verzweiflung. Und als Nikky Goguadze schon wenig später aus 16 Metern das 2:1-Anschlusstor glückte, schien ein Punktgewinn für die Ostfriesen tatsächlich wieder in Reichweite. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt“, nannte Stefan Emmerling den positiven Aspekt des unglücklichen Auftritts.
Spieldaten
Kickers: Wetzel - Jabbie, Dassel, Sillah - Braun (75. Visser), Goosmann (86. G. Goguadze) - van der Werff, Wulff (71. Karamac), Konda (D. Goguadze) - Steffens, N. Goguadze.
Tore: 1:0 Ahrens (8.), 2:0 Schmiederer (48.), 2:1 N. Goguadze (52.).
Nun befanden sich die Ostfriesen permanent im Vorwärtsgang. Mehrfach herrschte Alarm im Strafraum der Speller, deren Konter zumeist harmlos blieben. Und in der Schlussviertelstunde war der BSV drauf und dran, zumindest einen Zähler zu retten.
Tido Steffens scheiterte mit einem Kopfball am Torhüter. In der 86. Minute flankte Steffens maßgerecht zu Goguadze, dessen bereits erwähnter Schuss aus drei Metern missglückte und auf der Latte landete. Und dann wehrte SC-Torwart Niemann nach einer Ecke in der 93. Minute, als auch Torwart Wetzel im gegnerischen Strafraum auftauchte, noch einen Kopfball ab.