Fußball
Nach 5:1 nun 5:2: Kickers-Fans sehen die nächste Tor-Gala
Oberliga-Spitzenreiter Kickers Emden hat erneut einen deutlichen Heimsieg gefeiert. Beim 5:2 gegen den VfL Oldenburg gab es viele Wendungen. Ein Emder war an allen fünf BSV-Treffern beteiligt.
Emden - Einen spektakulären Fußball-Nachmittag erlebten am Sonnabendnachmittag 551 Zuschauer im Ostfriesland-Stadion. Nach 90 unterhaltsamen Minuten mit unterschiedlichen Wendungen hatte der BSV Kickers Emden den VfL Oldenburg mit 5:2 besiegt. Damit festigten die Ostfriesen zum Hinrundenabschluss ihre Tabellenführung in der Fußball-Oberliga, feierten nach dem 5:1 gegen Uphusen den nächsten Heim-Fünferpack und besiegten auch noch einen kleinen Oldenburg-Fluch.
„Seitdem ich wieder in Emden bin, hatten wir dreimal gegen den VfL Oldenburg gespielt - und dreimal verloren. Das reichte dann auch“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling mit einem Lächeln auf der Pressekonferenz. Der Emder Coach freute sich über den siebten Sieg im neunten Liga-Spiel und eine über weite Strecken gute BSV-Vorstellung auf sehr nassem Boden mit teils kleinen Mini-Pfützen.
Frühe Emder 2:0-Führung
Die Partie begann für die Ostfriesen ideal. Mit der dritten Chance gelang Kickers das erste Tor. Mittelfeldmotor Ibrahim Sillah verwertete eine Ecke von Nikky Goguadze per Hinterkopf wunderschön ins lange Eck (9.). Der Vorbereiter belohnte sich dann vier Minuten später für seine Hartnäckigkeit. Nachdem ein Verteidiger ihn erst noch abdrängen konnte, eroberte Goguadze den Ball zurück und traf mit einem Flachschuss aus 18 Metern zum 2:0. VfL-Trainer Lasse Otremba musste einen bitteren Nachmittag befürchten, erlebte dann aber nachlassende Emder und mutigere Oldenburger, die mit ihrer dritten Großchance zum 2:1 kamen. Simon Brinkmann tauchte frei vor Kickers-Torwart Jannik Wetzel auf (32.), drei Minuten später traf Vafing Jabateh per Kopfball zum Ausgleich. Kurz zuvor hatten Goguadze und Tido Steffens bei einer Doppelchance das 3:1 verpasst.
So hieß es zur Pause aber 2:2. „In der Halbzeit saßen die Jungs in der Kabine und sahen so aus, als hätten wir verloren“, berichtete Stefan Emmerling. Er musste mentale Aufbauarbeit leisten. Das sollte mit etwas „Verzögerung“ Wirkung zeigen. Kam der VfL mit zwei Möglichkeiten noch gut aus der Halbzeitpause, schwamm sich Kickers langsam frei. Und als Tido Steffens nach toller Flanke von Nikky Goguadze dann aus kurzer Entfernung zum 3:2 einschob (66.), kochte das Ostfrieslandstadion: „Emden hat dann mit den Zuschauern im Rücken die 2. Luft bekommen und letztlich auch verdient gewonnen“, analysierte Gäste-Trainer Otremba.
Drei Tore in neun Minuten
Denn neun Minuten nach dem 3:2 hieß es schon 5:2. Zunächst hatte Nikky Goguadze auf der linken Seite zwei Gegenspieler mit diversen Tricks „vernascht“ und so scharf vor das Tor geflankt, dass VfL-Kapitän Nils Frenzel ein Eigentor unterlief. Die vierte Tor-Beteiligung des Niederländers, der auch beim 5:2 seine Füße im Spiel hatte. Seinen Querpass leitete Tido Steffens auf Darlin van der Werff weiter, der wuchtig zum Endstand einschoss. Danach rannte er zum Emder Fanblock und ließ seiner Freude freien Lauf
Eine Oldenburger-Dreier Chance zum 4:3 kurz zuvor und zwei Kickers-Möglichkeiten zum 6:2 rundeten den spektakulären Fußball-Nachmittag ab.
Spieldaten
Emden: Wetzel; Jabbie, Dassel, Fayiryar, Goosmann (90. Braun), Sillah, van der Werff (81. Visser), Eilerts (85. Konda), Wulff (92. Hatou), Steffens, N. Goguadze.
Tore: 1:0 Sillah (9.), 2:0 N. Goguadze (13.), 2:1 Brinkmann (31.), 2:2 Jabateh (35.), 3:2 Steffens (66.), 4:2 Eigentor Frenzel (69.), 5:2 van der Werff (74.).